Verbraucherschutzministerin Aigner Discounter führen „ruinösen Preiskampf“

Der Preiskampf der Lebensmitteldiscounter geht nach Ansicht von Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner zu weit. Die Politikerin sieht dadurch die Existenz vieler Landwirte gefährdet.
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Ilse Aigner warnt die Discounter. Quelle: dpa

Ilse Aigner warnt die Discounter.

(Foto: dpa)

Berlin„Milch, Fleisch oder Brot dürfen nicht verramscht werden. Unsere Landwirte haben einen Anspruch auf eine anständige Bezahlung ihrer Leistungen“, schreibt Aigner in einem Gastbeitrag für die „Bild am Sonntag“. Durch Tiefstpreise werde „der Eindruck erweckt, Lebensmittel seien Ramsch-Artikel“. Der gute Ruf der deutschen Lebensmittel dürfe aber nicht durch den „ruinösen Preiskampf“ der Discounter aufs Spiel gesetzt werden, ergänzte Aigner.

Die Ministerin warnte die Lebensmittelkonzerne davor, das Vertrauen der Verbraucher aufs Spiel zu setzen: „Ich werbe für mehr Wertschätzung von Lebensmitteln. Unternehmen, die um jeden Preis nur ihren Marktanteil im Auge haben und denen die Wertschätzung ihrer Waren egal ist, verspielen langfristig das Vertrauen der Kunden und die Existenz ihrer Lieferanten.“ Der Lebensmittelhandel müsse bedenken, wo es hinführe, wenn nur noch der Preis regiere. „Billiger ist nicht immer besser“, schrieb Aigner.

  • afp
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12 Kommentare zu "Verbraucherschutzministerin Aigner: Discounter führen „ruinösen Preiskampf“"

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  • @ Stubi,
    richtig.
    Deshalb auch der ironisch formulierte erste Satz, dass ein Verbraucherschutzministerium offensichtlich die Interessen der Lobbyisten, nicht aber die der Verbraucher vertritt.

  • @Anonymer Benutzer: MaWo

    Die Lobbys sind maechtige Interessensverbaende, welche unser Leben bestimmen - siehe Euro. Problem bei der Landwirtschaft ist, dass es eine noch maechtigere Lobby gibt - die Einzelhandelsketten, die europaweit den Markt bestimmen. Die Interessen der Verbraucher sind dabei voellig egal. Es ist auch voellig egal, dass wir Ruestung nach Griechenland liefern und wir Buerger letztlich dafuer bezahlen. Dahinter steht keine Vernunft - dahinter stehen Lobbys.

  • Weiß Frau Aigner, welche Einkommen ein landwirtschaftlicher Betrieb tatsächlich erzielt?

    Die Milliardensubventionen für die Landwirtschaft sollten bei der Diskussion von Erzeugerpreisen nicht unter den Tisch fallen.

    Letztlich finanziert der Verbraucher (Mwst-Anteil) und der Bürger auch diese Subventionen.

    Werden die Abgaben und Steuern gesenkt, die diese Subventionstöpfe füllen, dann bezahle ich gerne höhere Preise für Agrarerzeugnisse.

  • @ Stubi,
    dann wäre, bei Lobbypolitik, die Lobby doch eigentlich der Verbraucher und nicht der Landwirt?!
    Nur ist der Verbraucher längst nur noch eine Melkkuh ohne jeden Schutz.

  • Da hat doch unsere Produzentenschutzministerin endlich mal ein Thema gefunden, dass in dem Agrarstaat Bayern zu Recht viel beachtet ist. Um weit größere Probleme wie die Abzockerei der Banken bei den Kontokorrentzinsen gerade bei vielen Sparkassen, Volksbanken, der Targobank und nicht zu vergessen natürlich der Postbank kümmert sie sich einen Dreck. Dabei geht hier der volkswirtschaftliche Schaden in die Milliarden zu Lasten der Masse der Bankkunden.

  • Der_Henker

    Ein Fehler ,Entschuldigung !
    Falsch : Eigner
    Richtig : Aigner

  • Gast
    sehr gut beschrieben
    Und würde es diesen Hin-und-Her-Geld-Wahn aus Brüssel nicht geben, ginge es unsren Landwirten auch besser.
    Und würde es noch normale Landwirte geben, ebenfalls
    Aber was wurde auf Befehl von Brüssel gemacht? Riesen-Genossenschaften wie einst die LPG's in der DDR mit Tierquälerei und allem Negativen was daraus resultiert
    Unsere Landwirte müssen wieder Landwirte werden die uns versorgen und nicht in die 3. Welt exportieren und denen damit die Existenz rauben.
    Wenn Milchpulver von uns dort billiger ist als die Milch von Kühen, die sich dort mal jeamnd angeschafft hat, unm eine Existenz zu haben, dann ist das zynisch
    Der ganze Wahn muß wieder weg. Wir exportieren Eier nach China und sonstwohin, aber dann müssen wir selbst Eier aus Polen holen. Noch schwachsinniger geht es nicht mehr
    Europa ist inzwischen gerade auf dem Landwirte-Sektor zu einer einzigen großen Planwirtschaft geworden
    Wir müssen endlich zurück zu unseren Wurzeln.

  • Terraner
    Volle Zustimmung

  • Die Bauern sind doch teilweise selbst schuld. Sie haben es über Jahrzehnte verschlafen, eine eigene Marktmacht gegenüber den Discountern aufzubauen. Sobald die Preise für Milch oder Fleisch stiegen, haben sie in der Vergangenheit Ihre kapazitäten erhöht, sprich Ställe gebaut, sodaß es immer wieder massive Überproduktion gegeben hat. Das drückt die Preise.

    Und seit aus Landwirten "Energiewirte" geworden sind, müssen Sie mit den originären Produkten Milch, Fleisch und Getreide kein Geld mehr verdienen. Die massiven Subventionen für Solar, Wind und Biomasse reichen den meisten Höfen vollständig aus, um nicht nur zu überleben, sondern gut zu verdienen. Der Bürger muß ja zahlen...

    P.S. stamme selbst aus der Landwirtschaft.

  • Wenn man nicht Jeden Cent 2x umdrehen muss hat man leicht
    reden . Gell Frau Aigner ?!

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