Verehrung und Kritik Guttenbergs skurrile Umfragewerte

Repräsentative Umfragen sehen Guttenberg weiterhin als Liebling der Bürger. In Online-Umfragen hingegen wird mehrheitlich sein Rücktritt gefordert. Forsa-Chef Güllner erklärt den scheinbaren Widerspruch.
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Liebling der Massen: Laut ZDF-Politbarometer lehnen 75 Prozent der Deutschen Guttenbergs Rücktritt als Minister ab. Quelle: dapd

Liebling der Massen: Laut ZDF-Politbarometer lehnen 75 Prozent der Deutschen Guttenbergs Rücktritt als Minister ab.

(Foto: dapd)

DüsseldorfDie unterschiedlichen Umfragewerte zu Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg geben Rätsel auf. Auffällig ist, dass der Freiherr aus Bayern in repräsentativen Umfragen zwar einbüßt, aber immer noch sehr wohlwollend beurteilt wird. In Online-Umfragen hingegen votiert die Mehrheit der Teilnehmer gegen ihn.

Nach dem am Freitag veröffentlichten ZDF-Politbarometer führt Guttenberg die Top 10 der beliebtesten deutschen Politiker weiterhin an – auch wenn der CSU-Politiker an Zuspruch einbüßt. Bei der Einschätzung nach Sympathie und Leistung fiel Guttenberg auf einen Durchschnittswert von 1,4 (zuvor 2,0). Kanzlerin Angela Merkel folgt knapp dahinter, auf Platz drei liegt SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier.

42 Prozent der Bürger halten Guttenberg zwar für politisch dauerhaft beschädigt, eine deutliche Mehrheit (75 Prozent) findet aber nicht, dass er als Verteidigungsminister zurücktreten muss, weil er für seine Dissertation Texte anderer Autoren benutzte, ohne dies zu kennzeichnen. 60 Prozent sehen ihn immer noch für höchste politische Ämter geeignet.

Sämtliche Online-Umfragen ergeben eine deutlich kritischere Einstellung zu Guttenberg und den Plagiatsvorwürfen. Stets votiert eine Mehrheit für Guttenbergs Rücktritt. Einige Beispiele: Bei "Frankfurter Rundschau", "Welt" und der "Süddeutschen Zeitung" waren es jeweils mehr als 80 Prozent. Selbst bei bild.de wollen dies 57 Prozent (Stand: 13.55 Uhr). Erstaunlich ist, dass sich bei einer Telefon-Umfrage der Bild-Zeitung 87 Prozent der Teilnehmer für Guttenberg aussprachen.

Wie lassen sich diese deutlichen Unterschiede erklären?

Forsa-Chef Manfred Güllner sieht sowohl Telefon- als auch Online-Umfragen sehr skeptisch. „Es sind manipulative Instrumente und ergeben gewiss kein repräsentatives Bild.“  Fast immer seien sie von Interessengruppen gesteuert. Bei der telefonischen Ted-Umfrage würden sich vornehmlich Guttenberg-Befürworter melden, ähnlich sei es bei Online-Bewertungen – nur dass sich dort vornehmlich Kritiker des Ministers formierten. Güllner sagt: „Ob ein Teilnehmer ein- oder zehnmal abstimmt, geht aus den Umfragewerten nicht hervor. Die Ergebnisse sind meist manipuliert.“

Die große Zustimmung für zu Guttenberg in repräsentativen Umfragen neigt sich aber auch nach Ansicht von Güllner ihrem Ende entgegen. „Es dauert natürlich eine Weile, bis Guttenbergs Sympathiepanzer abgeschmolzen ist – aber er schmilzt.“ Das zeigt auch das ZDF-Politbarometer. Guttenbergs deutlicher Vorsprung gegenüber anderen Politikern ist fast aufgebraucht.

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36 Kommentare zu "Verehrung und Kritik: Guttenbergs skurrile Umfragewerte "

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  • Wie signifikant sind Umfragen:
    Schnelle Umfragen auf den Straße erreichen keine große Breite und eher die Leute die wenig zu tun haben, die Ergebnisse sind keineswegs repräsentativ.
    Telefonumfragen Festnetz erreichen eher die ältere Generation und Leute, die zu Hause rumsitzen.
    Handyumfragen werden kaum gemacht.
    Onlineumfragen erreichen eher die jüngeren und aktiven Menschen und sind, so gesehen, leider auch nicht repräsentaiv.
    Ziemlich klar dürfte aber sein, dass einige Millionen gar nicht wissen, was eine Dissertation bedeutet. Was ist deren Meinung eigentlich in dieser Frage wert?

  • Herr zu Guttenberg,

    Sie haben uns zu tiefst enttäuscht!

    Sie hatten uns Hoffnung auf einen neuen Typus Politiker gemacht. Einer der

    - tatsächlich aufrichtig und ehrlich ist
    - Prinzipien hat, und zwar für die Sache
    - nicht an seinem Stuhl klebt
    - für die Macht und den Machterhalt nicht alles tut
    - jemanden zu dem man Vertrauen haben kann

    Wo sind diese Tugenden geblieben?
    Waren Sie von Anfang an einfach nur ein exterm guter 'Blender'?

    Es tut so weh, von jemanden wie Ihnen so getäuscht, betrogen und letztlich verarscht worden zu sein.
    Bis zuletzt hat man für so jemand wie Sie bei seinen Freunden und Verwandten ein gutes Wort eingelegt, und muss sich jetzt sogar dafür schämen, denn sie hatten alle recht.

    Damit ist das Thema Ehrlichkeit in der Politik ein für alle mal erledigt! Danke, Herr zu Guttenberg.
    Tun Sie das einzige, was Ihnen jetzt noch bleibt: Treten Sie zurück!

    M. Konradt
    Bayern


  • Besonders dann, wenn wissenschaftlich vorgegangen wird, ist mit Manipulationen zu rechnen. Schließlich kennt man ja seine Pappenheimer. Doch ein wesentlicher Teil der Bevölkerung, die Nichtwähler, können von Demoskopen nicht erreicht werden. Viele Menschen können nicht sagen, wer z.B. Bundespräsident ist. Es interessiert einfach nicht. Dafür wissen sie das Geburtsdatum von Lena.
    Dann gibt es einen bedeutenden Personenkreis, deren Kenntnisstand nicht à jour ist und kurz darauf gegensätzlich antworten würden. -Masserträgheit-

    Wer also zu früh fragt, den bestraft das Leben.

    Wie man als Profi vorgeht, weiß ich aus meinem früheren Berufsleben bei Ausschreibung von Bauleistungen. Da gibt es schon einen erheblichen Unterschied bei Jahreszeiten. Dann weiß man aus früheren Angebotsabgaben, wer tendenziell teuer ist und wer billig anbietet. Ich kann mir je nach Wunsch die "richtigen" Anbieter aussuchen.

  • Jeder wird zu jeder Zeit Manipuliert.Jeder versucht stehts das beste für sich rauszuhohlen.Ob das Handeln auf dem Markt,bei der Partnersuche,eine Rede an das Volk oder die versuchte Entschuldigung vor den Kameras.Man wird von allen Seiten manipuliert TV-Werbung,Wahlplakate.Die besten methoden sind manipulation durch Angst und manipulation durch das wecken von Bedürfnissen.Es Gibt natürlich noch viel viel mehr Techniken dazu .Aber alle dienen nur dem einen Ziel,eigne Interessen durchzusetzen.Die Tagelange "Topstory"Guttenberg-Manipulation.Als ob es nichts anderes im Land zuklären gebe.Es war eine Gelungene Ablenkung.Unser eigenes demokratiche system stinkt zum Himmel.Und es ist egal ob CDU,CSU,FDP oder SPD schlußendlich stecken alle unter einer Decke.Weil wie wir ja wissen das Politik für die Wirtschaft gemacht wird.Die haben ja auch für später mal die besser bezahlten Jobs.Zum Abschluß noch folgender Gedanke:Die arbeitsteilige Wirtschaft und der technologische Fortschritt dienen eigentlich dazu, den Menschen die Arbeit abzunehmen. Und das tun sie so erfolgreich, daß die Menschen immer weniger arbeiten müssen und die Arbeitslosenquote stets wächst. Das „Problem“ daran ist nur, daß dieser Erfolg nicht zu unserem Finanzsystem paßt, das permanentes Wachstum von Schulden benötigt. Und für Schulden muß man schließlich arbeiten. Die allseits nachgeplapperte Forderung nach „mehr Arbeit“ unter dem Motto: „Hätte man bloß nicht die Maschinen erfunden, dann hätten wir alle mehr Arbeit,“ ist – genau wie das Märchen von der Rückzahlung der Staatsschulden – einer der dümmsten und lächerlichsten Schildbürgerstreiche, die es je gab.

  • Skuril ist sicher auch, dass Schummeleien des Herrn G. aus dem Jahr 2006 jetzt im Superwahljahr 2011 veröffentlicht werden. Das gibt vielleicht so manchem Bürger zu denken.

  • Unter den einäugigen der König?
    Nahdem immer auf die palamentarische Demokratie gepocht wird
    gerade von der CDU/CSU muß das auch im Falle Guttenberg gelten. Es ist ein eindeutiger Rechtsbruch nach dem Strafgesetzbuch und en Vertrauenbruch in mehrfacher Hinsicht. Dazu mehrfach äuschung des Parlamentes und der Bürger. Damit muß nun Frau Merkel nicht nach eh. DDR-Rechts handeln sondern nach dem Recht der Bundesrepublik Deutschaland

  • welche Zeitung ist heute noch unabhaengig ???

    Keine !!!!

    Alle leben sie von den Anzeigen und der Bund ist nun mal der groesste Auftraggeber in jeder Beziehung und jeder Zeitung.

    Meines Wissens kann sich keine grosse Zeitung es mit dem Bund verderben.
    In Amerika ist es noch schlimmer, alles in juedischer Hand. Und da laeuft denn gar nichts mehr.
    Da wird gelogen, betrogen und verfeinert-gefaelscht auf Teufel komm raus.

  • wenn wir nicht aufpassen JA !!!!

    Dieser Prozess ist schon im vollem ?Gange, siehe Merkel.
    Die weiss ja wie es geht.

    Aufgepasst............
    rechtzeitig auf die Strasse, wie jetzt in Lybien, das is meine Meinung, ernsthaft.

  • koennen Sie ruhig, sein ?Grossvater war aktiver Nazi

  • Anonymer Benutzer: Brainer,:

    Sie haben so Recht !!!!
    und wie Recht Sie haben !!!
    Mir ist ganz uebel vor soviel Scheiss und Rechtsumdrehen und verscheissern und beklauen un d betruegen und alles wird gutgeheissen?
    Es ist zum kotzen geworden in unserem ?Deutschland.
    Es gibt keine /werter mehr, jeder bescheisst und beklaut den anderen.
    Man sehe sich nur den Bundestag an, wer da drin sitzt. Sind doch alles schlimme Gesellen, oder nicht?
    Und dann dieser junge Forz jetzt, will weiter, Macht und Beschiss liegt in seinem Bestreben, fui Teufel, sowas war frueher mal was wo andere Leute drauf geschaut haben.
    Gott sei Dank, meine Leute haben sich von diesem /Adel schon lange abgewand, haben ihren ?Titel 1921 zurueckgegeben und bis heute nicht bereut !!!!!!

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