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Verfassungsschutz gegen AfDPolitiker trommeln für AfD-Beobachtung

Der Druck auf die AfD wächst, gegen demokratiegefährdende Mitglieder vorzugehen. Führende Politiker von Koalition und Opposition fordern nun die Partei zumindest teilweise vom Verfassungsschutz beobachten zu lassenDietmar Neuerer 11.07.2016 - 07:02 Uhr Artikel anhören

Bald unter Verfassungsschutz-Beobachtung? Frauke Petry und Jörg Meuthen, die beiden Parteivorsitzenden der AfD.

Foto: dpa

Berlin. Politiker von Union, SPD und Grünen dringen darauf, die AfD zumindest teilweise vom Verfassungsschutz beobachten zu lassen. „Die AfD ist meines Erachtens eine rechtspopulistische und in Teilen, wenn man manche Äußerung von Spitzenfunktionären sieht, verfassungsfeindliche Partei. Deshalb mag die Beobachtung von einzelnen AfD-Funktionären durch das jeweilige Landesamt für Verfassungsschutz durchaus angezeigt sein“, sagte der CSU-Innenpolitiker Stephan Mayer dem Handelsblatt.

„Man muss nur aufpassen, dass man der AfD nicht unnötig zu einem Märtyrerimage verhilft, von dem sie mehr profitiert, als dass es ihr schadet, indem sie auf eine angebliche Schikanierung durch den Staat und die etablierten Parteien verweist. Deshalb halte ich nichts von einer Dämonisierung und einer flächendeckenden Beobachtung der AfD durch den Verfassungsschutz.“

Für überfällig hält der SPD-Bundesvize Ralf Stegner eine Beobachtung der AfD durch den Verfassungsschutz. Die AfD sei eine Partei von Rechtspopulisten und Rechtsextremisten. Daher habe er schon „vor vielen Monaten öffentlich gefordert, dass der Verfassungsschutz die politischen Tätigkeiten dieser Partei überwachen sollte“, sagte Stegner dem Handelsblatt.

Der Aufstieg der AfD
Die AfD steht erneut vor einer Zerreißprobe: Nach der Spaltung der Stuttgarter AfD-Landtagsfraktion spitzt sich der Machtkampf um die beiden Parteichefs Frauke Petry und Jörg Meuthen zu. Erbitterten Streit gab es in der Partei in den drei Jahren seit ihrer Gründung oft. Die AfD entwickelte sich dabei von einer eurokritischen Partei mit wirtschaftsliberalem Anspruch zu einer rechtspopulistischen und nationalkonservativen Organisation. Ein Überblick.
Die AfD hält in Berlin ihren Gründungsparteitag ab. Bernd Lucke, Frauke Petry und Konrad Adam werden zu Sprechern der Partei gewählt. Lucke ist der führende Kopf.
Bei der Wahl zum Europaparlament erreicht die AfD sieben Prozent und entsendet sieben Abgeordnete.
In Sachsen zieht die AfD unter Führung ihrer Landesvorsitzenden Petry mit 9,7 Prozent erstmals in ein deutsches Parlament ein. Im September schafft sie zudem den Einzug in die Landtage von Thüringen und Brandenburg.
Der Machtkampf zwischen Lucke und Petry tritt offen zutage. Er ist eng verknüpft mit dem Richtungsstreit zwischen den moderateren wirtschaftsliberalen Kräften und den von Petry repräsentierten rechten Nationalkonservativen.
Bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg zieht die AfD mit 6,1 Prozent erstmals auch in ein westdeutsches Landesparlament ein.
Auf dem Bundesparteitag in Essen setzt sich Petry im Kampf um die Parteispitze gegen Lucke durch. Lucke erklärt seinen Austritt und gründet kurz darauf eine neue Partei, die Allianz für Fortschritt und Aufbruch (Alfa). Die AfD rutscht in Umfragen auf drei Prozent. Im Europaparlament stellt die AfD nur noch zwei Abgeordnete, die Lucke-Partei die restlichen fünf.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) öffnet die Grenzen für Flüchtlinge, die in Ungarn festsitzen. Die AfD hat ein neues Thema und legt in Umfragen wieder zu.
Petry sorgt mit Äußerungen über einen denkbaren Schusswaffeneinsatz gegen Flüchtlinge an den deutschen Grenzen für Empörung. Die AfD-Europaabgeordnete Beatrix von Storch weitet den Waffeneinsatz auf „Frauen mit Kindern“ aus, nimmt die „Kinder“ später aber wieder zurück.
Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wird die AfD mit 24,3 Prozent zweitstärkste Kraft hinter der CDU. In Baden-Württemberg erreicht sie 15,1 und in Rheinland-Pfalz 12,6 Prozent.
Die AfD beschließt drei Jahre nach der Gründung ihr erstes Parteiprogramm, in dem sie sich auf einen klaren Anti-Islam-Kurs festlegt.
Die AfD-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg zerbricht an den Antisemitismusvorwürfen gegen den Abgeordneten Wolfgang Gedeon. Der Stuttgarter Fraktionschef und Bundesvorsitzende Meuthen verlässt zusammen mit zwölf Mitstreitern die Fraktion, weil sich in der Fraktion nicht die erforderliche Zweidrittelmehrheit für den Ausschluss Gedeons findet. Die Spaltung lässt auch den seit längerem schwelenden Machtkampf zwischen Meuthen und Petry weiter eskalieren.

Schwere Vorwürfe erhob Stegner gegenüber dem Thüringer AfD-Landeschef Björn Höcke, den Bundesparteichefs Frauke Petry und Jörg Meuthen sowie dem Parteivize Alexander Gauland und dem Stuttgarter AfD-Landtagsabgeordneten Wolfgang Gedeon. Sie duldeten oder beförderten „aktiv Hetze gegen Minderheiten, rassistische, religionsfeindliche, demokratiegefährdende Aktivitäten und stehen außerhalb des Grundkonsenses der demokratischen Parteien“.

Insbesondere der Streit um antisemitische Äußerungen des Stuttgarter Abgeordneten Gedeon haben Zweifel an der Verfassungstreue der AfD befördert. Hinzu kommt, dass die Verfassungsschutzbehörden der Länder zwischenzeitlich die größten Schnittmengen zwischen AfD und Rechtsextremisten im Zusammengehen der AfD mit der Neuen Rechten sehen, insbesondere mit der Identitären Bewegung (IB). Sie wird von vielen Landesämtern als fremdenfeindliche und völkisch orientierte Bewegung beobachtet. So gibt es nach Auskunft mehrerer Verfassungsschutzämter personelle Überschneidungen zwischen der IB und der AfD.

In Baden-Württemberg hat kürzlich Dubravko Mandic, Mitglied im Schiedsgericht des AfD-Landesverbands, im Namen der parteiinternen „Patriotischen Plattform“ erklärt, die AfD und vor allem der Parteinachwuchs, seien personell mit der „Identitären Bewegung“ verbunden. Er plädierte für eine Zusammenarbeit der AfD mit der Gruppierung, obwohl der Bundesvorstand dies bereits in einem Beschluss ausdrücklich abgelehnt hat.

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) sagte dazu kürzlich dem Handelsblatt, dass der Verfassungsschutz in Baden-Württemberg AfD bereits im Auge habe. „Er schaut sich die Aussagen von maßgeblichen Parteifunktionären, Parteiveröffentlichungen und sonstige öffentlich zugängliche Informationen an, auch mögliche personelle Schnittmengen mit extremistischen Organisationen. Der Verfassungsschutz braucht ja eine Basis, auf der er entscheiden kann, ob er beobachtet – und die schafft er sich auf diese Weise“, sagte Strobl.

Laut Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ werden schon jetzt Einzelpersonen aus der AfD vom Verfassungsschutz beobachtet. Das Blatt zitiert zudem aus einer Stellungnahme des Stuttgarter Verfassungsschutzes, wonach Aussagen und Kontakte führender AfD-Politiker zurzeit daraufhin geprüft werden, ob „die AfD die freiheitliche demokratische Grundordnung ganz oder in Teilen einschränken beziehungsweise abschaffen möchte“.

Die Sprüche der AfD
Ob Flüchtlingspolitik oder Fußball - mit markigen Sprüchen sorgen führende AfD-Politiker immer wieder für Kopfschütteln und Empörung, wie jetzt die stellvertretende Bundesvorsitzende Beatrix von Storch. Einige Zitate.Quelle:dpa
„Eine deutsche oder eine englische Fußballnationalmannschaft sind schon lange nicht mehr deutsch oder englisch im klassischen Sinne.“ (Der AfD-Bundesvize Alexander Gauland am 3. Juni im „Spiegel“)
„Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.“ (Gauland in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ vom 29. Mai über Fußball-Nationalspieler Jérôme Boateng)
„Wir müssen die Grenzen dichtmachen und dann die grausamen Bilder aushalten. Wir können uns nicht von Kinderaugen erpressen lassen.“ (Gauland am 24. Februar im Magazin der Wochenzeitung „Die Zeit“ über Flüchtlinge)
„Ich will das auch nicht. Aber zur Ultima Ratio gehört der Einsatz von Waffengewalt.“ (Die AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry in einem Interview des „Mannheimer Morgen“ vom 30. Januar 2016. Angesichts des Flüchtlingszustroms forderte sie im Notfall auch den Einsatz von Schusswaffen.)
„Wer das HALT an unserer Grenze nicht akzeptiert, der ist ein Angreifer. Und gegen Angriffe müssen wir uns verteidigen. (...) Es gibt keinen Grund, mit Gewalt unsere Grenze zu überqueren.“ (Die stellvertretende AfD-Bundesvorsitzende Beatrix von Storch Ende Januar auf ihrer Facebook-Seite über Flüchtlinge)
„Im 21. Jahrhundert trifft der lebensbejahende afrikanische Ausbreitungstyp auf den selbstverneinenden europäischen Platzhaltertyp.“ (Der Thüringer AfD-Vorsitzende Björn Höcke am 21. November 2015 in einem Vortrag über Asylbewerber aus Afrika)
„Das ist ungefähr so, als würden Sie mit Plastikeimern einen Tsunami stoppen wollen.“ (Der AfD-Bundesvorsitzende Jörg Meuthen am 24. Oktober 2015 bei einem Landesparteitag in Baden-Württemberg über die Maßnahmen der Bundesregierung zur Bewältigung der Flüchtlingskrise)

Der Leiter des bayerischen Verfassungsschutzes, Burkhard Körner, bestätigte der Zeitung, dass Politiker der AfD schon jetzt in Bayern beobachtet werden. „Das Bayerische Landesamt für Verfassungsschutz kann Einzelpersonen in der AfD beobachten, wenn diese auch in anderen extremistischen Bereichen auffällig geworden sind. Dies haben wir in Einzelfällen festgestellt. Dabei geht es um Bezüge zur rechtsextremistischen und islamfeindlichen Szene.“ Zu den Gruppierungen in Bayern, zu denen AfD-Politiker Kontakt haben, gehören danach die Pegida-Bewegungen, die im Freistaat vom Verfassungsschutz beobachtet werden.

Die Grünen sind geteilter Meinung, wie man der AfD begegnen soll. „Insbesondere da, wo die AfD mit Rechtsextremisten gemeinsam auftritt, kooperiert oder verdeckt arbeitsteilig vorgeht, muss man genau hinschauen und gegebenenfalls auch Teilorganisationen unter die Lupe nehmen“, sagte der Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck dem Handelsblatt. Zudem müsse die Frage, ob die gesamte AfD Gegenstand der Beobachtung oder Überwachung des Verfassungsschutzes werde, immer wieder überprüft werden. „Es wundert einen schon, dass der Verfassungsschutz die harmlose Partei die Linke siebem Jahre lang beobachtet hat und bei der AfD so zurückhaltend ist.“

Wie die Parteien mit der AfD umgehen
Als Spezialproblem der Union wird die AfD ausdrücklich nicht betrachtet. Aus Sicht von Kanzlerin Angela Merkel ist dem Protest die Spitze zu nehmen, indem man Probleme anspricht und zu lösen versucht. Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) beharrt darauf, die AfD zu ignorieren. Die CSU fährt einen eigenen Kurs. Mit scharfer Kritik an Merkels Kurs versucht Parteichef Horst Seehofer, eine dauerhafte AfD-Etablierung rechts von der Union zu verhindern.
Die SPD fordert, der Verfassungsschutz müsse die AfD beobachten. Als schräg empfanden es viele, dass in Mainz SPD-Ministerpräsidentin Malu Dreyer sich einem TV-Duell mit der AfD verweigerte - ihr SPD-Landeschef ging dann hin. Die AfD könnte auch der SPD kleinbürgerliche Anhänger abjagen, die denken, der Staat kümmere sich nur noch um Flüchtlinge. So fordert Parteichef Sigmar Gabriel ein Solidarpaket für sozial benachteiligte Bürger.
Die Grünen haben die geringsten politischen Schnittmengen mit der AfD und müssen von den etablierten Parteien wohl am wenigsten eine Abwanderung ihrer Wähler befürchten. Korrigiert wurde aber das Nein zu TV-Talkrunden mit der AfD. Die Rechtspopulisten haben laut Grünen-Chefin Simone Peter „eine Wucht erzeugt“, dass man sich mit der Partei „an einen Tisch setzen“ müsse.
Die Linke setzt auf klare Abgrenzung zur AfD. Durch die leichten Zugewinne bei den Kommunalwahlen in Hessen sieht sie diesen Kurs bestätigt. Union und SPD wirft die Linke dagegen vor, als Reaktion auf die AfD-Erfolge nach rechts zu driften. „Wir können durchaus von einer Polarisierung nach rechts reden“, sagt Parteichef Bernd Riexinger.
FDP-Chef Christian Lindner wollte die AfD lange ignorieren. Doch spätestens nach den Silvester-Übergriffen überwiegend ausländischer Täter auf Frauen in Köln und Hamburg, die auch die bürgerliche Mitte verunsicherten, war dieser Kurs nicht durchzuhalten. Lindner sieht die AfD aber nicht als direkte Konkurrenz: „Die Freien Demokraten sind unter allen Parteien der schärfste Kontrast zur AfD“.

Der Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz hält die AfD zwar auch für eine „hochproblematische Partei“ mit Mitgliedern, die regelmäßig rassistisch und auch antisemitisch auffielen. „Ich halte allerdings wenig davon, wenn der Verfassungsschutz aus der Politik Arbeitsaufträge bekommt, wen er zu beobachten hätte“, sagte von Notz dem Handelsblatt. Der Grünen-Politiker erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass seine Partei schon lange fordere, „dass die Aufgabe der nicht operativen Beobachtung von einem unabhängigen, wissenschaftlich arbeitenden Institut und nach klar festgelegten rechtsstaatlichen Kriterien vorgenommen wird“.

Beck sagte, dass sich von der AfD auch Antisemiten, Homophobe und Rassisten sowie Feinde der parlamentarischen Demokratie und der freien Presse angezogen fühlten, sei kaum zu bestreiten. „Richtig ist allerdings auch, dass man Extremisten am Ende kaum mit der Beobachtung durch den Verfassungsschutz bekämpft“, betonte der Grünen-Politiker. Daher verspreche er sich nicht viel davon. „Allerdings sieht das das geltende Bundesverfassungsschutzgesetz noch anders. Und das geltende Gesetz ist die Grundlage für die Arbeit der Behörden“, so Beck.


Nach Einschätzung des CSU-Innenpolitikers Mayer zeigte die aktuelle Entwicklung in der AfD auch die Zerrissenheit und die Spaltung einer Partei, in der es unterschiedliche Strömungen von Unzufriedenen, Enttäuschten, Rechtspopulisten bis zu Rechtsradikalen und Antisemiten gebe. „Ich hoffe, dass alle, die mit dem Gedanken spielen, die AfD zu unterstützen oder zu wählen, genau registrieren, wes Geistes Kind manche Spitzenfunktionäre sind“, sagte Mayer.

Die beiden AfD-Bundesvorsitzenden Petry und Meuthen beteuerten derweil nach dem offenen Zerwürfnis im Streit über Antisemitismusvorwürfe gegen den AfD-Landtagsabgeordneten Gedeon, weiterhin gemeinsam die Partei führen zu wollen.

Meuthen, der auch Fraktionschef der ursprünglichen AfD-Fraktion in Baden-Württembergs Landtag war, hatte erfolglos versucht, den Abgeordneten Gedeon wegen antisemitischer Ansichten aus der Fraktion zu werfen. Daraufhin kam es zur Spaltung. Meuthen wirbt nun bei Abgeordneten aus dem gegnerischen Lager, in seine neue Fraktion zu wechseln.

Petry und Meuthen bemühten sich in einer gemeinsamen Erklärung, am Wochenende ihren Streit über die Intervention der AfD-Chefin in Angelegenheiten der Baden-Württemberger AfD-Fraktion herunterzuspielen: „Wir sind uns einig, die Alternative für Deutschland weiterhin gemeinsam führen zu wollen, so wie wir uns dazu am 4. Juli 2015 in Essen den Mitgliedern und Wählern gegenüber verpflichtet haben“, heißt es in einem Schreiben an alle Mitglieder. Es sei beiden wichtig, die Einheit der AfD zu wahren.

Auch der AfD-Vize Alexander Gauland verwahrte sich am Samstag in Anwesenheit Petrys beim Brandenburger AfD-Landesparteitag in Kremmen gegen Einmischungen aus anderen Landesverbänden: „Das wollen wir in unserem eigenen Verband nicht in Brandenburg, das wollen die anderen Kollegen nicht und also sollten wir es niemanden zumuten.“ Petry gehört zum sächsischen Landesverband, sie leitet die AfD-Fraktion im Dresdner Landtag.

Der Passauer Politikwissenschaftler Heinrich Oberreuter ist überzeugt, dass der Führungsstreit in der AfD letztlich nur auf Kosten einer der beiden Führungskräfte, Petry oder Meuthen, beigelegt werden könne. „Wahrscheinlich wird das Petry sein, denn Meuthen wird unterstützt von Gauland, der nicht ganz so grauen Eminenz der Gemäßigteren“, sagte Oberreuter dem Handelsblatt. „Und die Unterstützung der Radikaleren hat Petry auch nicht.“

Spalten müsse sich die Partei deswegen aber nicht unbedingt, sagte Oberreuter weiter. „Käme es dazu, wäre wichtig, wer das Kürzel AfD behält“, fügte er hinzu. „Es ist mittlerweile ein Markenzeichen, und die, denen die etablierte Politik nicht passt, werden sich daran orientieren - unabhängig von inhaltlichen Details.“ Bekanntlich gebe es in der Gesellschaft ein rechtspopulistisches Potential von 16 bis 18 Prozent, „dem leider auch antisemitische Positionen wenig ausmachen“.

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Insofern müsse man jetzt nicht vom Verschwinden der AfD ausgehen. „Eher, wenn sie aus den Streitigkeiten nicht herauskommt“, ist Oberreuter überzeugt. „Und auch, wenn sich ein unzweifelhaft neonazistisches Profil Stil- und inhaltsbildend durchsetzen sollte. Das wäre dann für nicht wenige stark rechtsgeneigte in der Anhängerschaft unter Umständen doch zu viel.“

Auf die Wählergunst wirkt sich der Machtkampf in der AfD-Spitze offenbar schon negativ aus: In einer Emnid-Umfrage für „Bild am Sonntag“ verlor die Partei gegenüber der Vorwoche einen Punkt und kam mit zehn Prozent auf ihren tiefsten Stand seit Januar.

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