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Verfassungsschutzbericht Zahl rechts- und linksextremistischer Straftaten 2019 deutlich gestiegen

22.300 Taten mit rechtsextremistischem und 6.400 Taten mit linksextremistischem Hintergrund sind 2019 verübt worden. Auch islamistische Extremisten seien noch eine Bedrohung.
09.07.2020 Update: 09.07.2020 - 11:54 Uhr Kommentieren

Seehofer: „Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus nimmt in unserem Land weiter zu“

Berlin Die Zahl rechts- und besonders linksextremistischer Straftaten ist in Deutschland im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Der Verfassungsschutz zählte 2019 über 22.300 Taten mit rechtsextremistischem Hintergrund und damit fast zehn Prozent mehr als im Vorjahr, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Verfassungsschutzbericht hervorgeht.

Zudem wurden über 6.400 Taten von Linken registriert, was sogar einem Plus von rund 40 Prozent entspricht. Allerdings ging unter den Delikten insgesamt die Zahl der Gewalttaten zurück: Bei den Rechtsextremisten waren es 15 Prozent weniger, bei den Linksextremen etwas unter zehn Prozent.

Auf die Bundesländer gesehen hat das Ausmaß der Gewalt von Links- und Rechtsextremisten in Berlin im vergangenen Jahr so stark zugenommen wie in keinem anderen Bundesland. In Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ging die Zahl der Gewalttaten von Extremisten aus dem rechten und linken Spektrum nach Angaben der Sicherheitsbehörden stark zurück.

Der Bericht weist jedoch daraufhin, dass 2019 der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke sowie zwei Menschen beim Anschlag in Halle von Rechtsextremisten getötet wurden. Zudem hätten antisemitische Gewalttaten zugenommen. „Antisemitismus, Fremden- und Islamfeindlichkeit bilden auch im Berichtsjahr 2019 Schwerpunkte rechtsextremistischer Agitation“, erklärte Innenminister Horst Seehofer. „Wir müssen weiterhin wachsam und wehrhaft sein.“

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    Seit 2019 wird erstmals sowohl die Jugendorganisation der AfD als auch der Zusammenschluss „Flügel“ der Partei beobachtet. Dem „Flügel“ rechnet der Verfassungsschutz mindestens jeden fünften und damit über 7000 der AfD-Parteimitglieder zu. Das Politikkonzept des „Flügel“ sei auf „Ausgrenzung, Verächtlichmachung und letztlich weitgehender Rechtlosstellung von Migranten, Muslimen und politisch Andersdenkenden gerichtet“, heißt es im Bericht.

    Keine Entwarnung gibt er bei der Bedrohung durch islamistische Extremisten: Zwar habe es seit drei Jahren keine Anschläge mehr gegeben, was auf die militärische Niederlage des IS in Syrien zurückzuführen sein könnte. Allerdings sei dies auch der Wachsamkeit der Behörden geschuldet. Die Bedrohung für Deutschland sei aber weiter hoch, Salafisten beispielsweise hätten immer noch wachsenden Zulauf.

    Gestiegen sei die Gefahr für die Grundordnung durch Aktivitäten ausländischer Staaten: Gerade in Krisenzeiten nähmen Cyberangriffe und Desinformationskampagnen zu, mit der die freiheitliche Gesellschaft destabilisiert werden solle. Der Bericht nennt hier vor allem Russland und China.

    Mehr: Die Befugnisse des Verfassungsschutzes werden wachsen.

    • rtr
    • dpa
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