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Verhandlungscoach zu Sondierungen „Die Parteichefs müssen stärker durchgreifen“

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Jamaika-Modus noch nicht abgelegt

Am Montagabend verkündete CDU-Sondierer und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet dann sogar auf dem Neujahrsempfang der Industrie- und Handelskammer in Düsseldorf, dass sich seine Arbeitsgruppe in Energiefragen geeinigt habe. Bei der SPD stieß das prompt auf Kritik: „Es war sehr ärgerlich, dass es Durchstechereien gegeben hat von Zwischenergebnissen“, sagte SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles. „Ich kann nur alle in der Union auffordern, den Jamaika-Modus endgültig abzustellen.“ Das erste mediale Fernduell also – nach nur zwei Verhandlungstagen.

„Schon gehen wieder die Streitereien los“, beobachtet Schranner. Es könne doch nicht sein, beschwert sich der Verhandlungscoach, dass Politiker, die eines der wichtigsten Länder der Welt führen wollen, nicht einmal fünf Tage den Mund halten können. Er befürchtet weitreichende Konsequenzen: „Das Nichteinhalten der Verhandlungsregeln zeigt den Wählern wieder nur: Die Politiker kriegen das nicht hin, für sie ist reden wichtiger als arbeiten“, so Schranner.

Eine Lösung, die er vorschlägt: „Die Parteichefs müssen stärker durchgreifen.“ Heißt: Laschet müsste von den weiteren Sondierungen ausgeschlossen werden, fordert Schranner. Für den 54-Jährigen greift die Bundeskanzlerin nicht hart genug durch. „Angela Merkel wirkt nicht mehr so souverän, wie man das von ihr gewohnt war.“ Nach den gescheiterten Jamaika-Gesprächen habe sie an Verhandlungsmacht verloren, meint Schranner.

Sein Kollege Hofmann hatte befürchtet, dass die vereinbarte Vertraulichkeit nicht bis zum Ende halten würde: „Da sitzen 39 Politiker mit einem ausgeprägten Ego am Verhandlungstisch, die alle eine gewisse Eitelkeit haben.“ Hofmann, 49, ist geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensberatung Advice Partners und lehrt an der privaten Quadriga-Hochschule in Berlin. Was er seinen Studenten immer wieder nahebringt, zeigt sich auch bei den Sondierungen: „Bei Verhandlungen sitzt der schwierigste Gegner immer auf dem eigenen Stuhl.“

Sondierungen am besten wie eine Papstwahl
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5 Kommentare zu "Verhandlungscoach zu Sondierungen: „Die Parteichefs müssen stärker durchgreifen“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Noch hält die Herrschaften das Geld von der EZB oben ab er die nächste echte Krise kommt bestimmt, dann muß der Steuerzahler zusätzlich für Schandtaten von heute aufkommen, Millionen von Gästen warten dann auf ihr Geld plus die Arbeitslosen.
    Die heutigen Pharisäer liegen dann am Strand mit ihren Pensionen und betrachten ihr Werk aus der Ferne und lassen Bücher über ihre wertvolle Arbeit schreiben.

  • Hofmann und Schranner? Verhandlungsexperten mit Geiselnehmer - Erfahrung. Sind ja tolle Erkenntnisse aus dem kriminellen Millieu für die Gestaltung unserer politischen Zukunft. Was kostet es oder wie schafft man es auf Handelsblatt online so eine Werbeplattform für ein völlig unbekanntes Beratungsunternehmen zu bekommen?

  • Fleissig, ehrlich, hart, stark, Professionel , mit Willen, mit Vertrauen, für das Land, für die Deutschen, mit Ehrgeiz, das Beste für das Land und mit Kompetenz.

    Die Schlagworte Sondierer benutzen täglich diese Worte und doch erkennt man daran die Angst vor einer Regierung ,.Die Probleme in Deutschland sind
    Gesellschaftlich nicht mehr zu reparieren.

    Die Sicherheit allein, ein großes Staatsversagen und ein wichtiges Thema das man erst nicht anfast. Für Flüchtlinge 20 Milliarden Euro pro Jahr , Erzieherinnen und Pflegekräfte werden ausgebeutet wie viele andere. Man kann nicht mehr alles aufzählen wo es einen Stillstand gibt . Aber je mehr Schlagwörter fallen liebe Leute, um so ernster steht es um Deutschland. Hat nichts mit der Wirtschft zu tun, die läuft auch im Krieg meistens besser weiter als vorher. Vielleicht sollten unsere Sondierer einen Freund fragen in der Türkei , der
    schon viele seiner Bürger bei uns hat ob er nicht das Land vielleicht regieren will.

  • Die Politiker nehmen sich so wichtig, dass sie denken es ist ihre Privatsache. Und mit dem Denken hapert es meistens im Alter. Hier muß eine Erneuerung her und zwar mit neuen jungen dynamischen Kräften, denen die Zukunft Deutschlands am Herzen liegt und nicht die Höhe der Diäten. Neuwahlen !!!

  • Es tut mir sehr leid, aber die Tipps der Geiselnehmer-Verhandler machen keinen Sinn im politischen Umfeld. Zum einen hat das Scheitern der Jamaika-Verhandlungen wohl eher an den unüberrückbaren Unterschieden zwischen den Verhandlungspartnern gelegen als an der Geschwätzigkeit und den Balkonfotos. Wären die politischen Programme kompatibel gewesen, dann würden die zitierten "Experten" jetzt behaupten, dass "gerade" wegen der Geschwätzigkeit und den Balkonfotos alles geklappt hätte. Zum anderen: was die Parteien da verhandeln geht uns Bürger an. Es geht nicht darum, eine Geisel rauszuhauen, sondern - im Idealfall - größtmögliche Transparenz herzustellen. Es ist eben keine Privatsache, was da besprochen wird. Angesichts dessen müsste man natürlich eine andere Art der Informationspolitik machen.

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