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Verhandlungscoach zu Sondierungen „Die Parteichefs müssen stärker durchgreifen“

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Sondierungen am besten wie eine Papstwahl

Viele Politiker seien zudem nicht strukturiert geschult – hierzulande ein generelles Problem, befindet Hofmann: „Was Verhandlungen angeht, ist Deutschland ein Entwicklungsland.“ In anderen Ländern würden Schule und Studium die Menschen besser auf Verhandlungen vorbereiten.

Am dritten Tag der GroKo-Gespräche bemühten sich die 39 Unterhändler von CDU, CSU und SPD um Disziplin. Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU) sprach von guten Gesprächen. Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), nannte die Verhandlungen „konstruktiv, aber auch schwierig“. Zu Inhalten äußerten sich beide nicht. Und auf jene komme es bei Verhandlungen auch nicht primär an, erklärt Hofmann: „An den Tischen sitzen Personen. Und wenn die ein Problem miteinander haben, muss das zuerst gelöst werden, sonst ist keine vertrauensvolle inhaltliche Debatte möglich.“

Und die optimale Sondierung? „Dafür hätten sich die Politiker – am besten auch nicht mehr als sieben Parteivertreter – zusammen eingeschlossen und das WLAN deaktiviert“, sagt Schranner. „In etwa so wie bei der Papstwahl.“ Um im Bild zu bleiben: Der Verhandlungskenner erwartet, dass am Ende der Sondierungen weißer Rauch aufsteigen wird – trotz der Verhandlungsfehler. Maßgeblich dafür: der öffentliche Druck. Das zwinge die Unterhändler dazu, zu einem Ergebnis zu kommen, sagt Schranner.

Und nicht zuletzt aus eigenen Karrieregründen dürften die Politiker darin bestrebt sein, die GroKo-Verhandlungen zu einem Ende zu bringen. Bei einem Scheitern hat der SPD-Vorsitzende Martin Schulz in der Führungsriege seiner Partei keine Zukunft. CSU-Chef Horst Seehofer muss auf ein Ministeramt im Bund hoffen, denn bei der bayrischen Landtagswahl wird er nicht als Spitzenkandidat antreten.

Und die CDU wird mit Angela Merkel wohl kein weiteres Mal in den Wahlkampf ziehen. „Alle drei stehen unter großem Existenzdruck“, sagt Hofmann. „Und das bestärkt den Einigungswillen“. Am Ende also dürfte es bei den Sondierungen doch um Leben und Tod gehen – zumindest was die politische Karriere einzelner Politiker betrifft.

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5 Kommentare zu "Verhandlungscoach zu Sondierungen: „Die Parteichefs müssen stärker durchgreifen“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Noch hält die Herrschaften das Geld von der EZB oben ab er die nächste echte Krise kommt bestimmt, dann muß der Steuerzahler zusätzlich für Schandtaten von heute aufkommen, Millionen von Gästen warten dann auf ihr Geld plus die Arbeitslosen.
    Die heutigen Pharisäer liegen dann am Strand mit ihren Pensionen und betrachten ihr Werk aus der Ferne und lassen Bücher über ihre wertvolle Arbeit schreiben.

  • Hofmann und Schranner? Verhandlungsexperten mit Geiselnehmer - Erfahrung. Sind ja tolle Erkenntnisse aus dem kriminellen Millieu für die Gestaltung unserer politischen Zukunft. Was kostet es oder wie schafft man es auf Handelsblatt online so eine Werbeplattform für ein völlig unbekanntes Beratungsunternehmen zu bekommen?

  • Fleissig, ehrlich, hart, stark, Professionel , mit Willen, mit Vertrauen, für das Land, für die Deutschen, mit Ehrgeiz, das Beste für das Land und mit Kompetenz.

    Die Schlagworte Sondierer benutzen täglich diese Worte und doch erkennt man daran die Angst vor einer Regierung ,.Die Probleme in Deutschland sind
    Gesellschaftlich nicht mehr zu reparieren.

    Die Sicherheit allein, ein großes Staatsversagen und ein wichtiges Thema das man erst nicht anfast. Für Flüchtlinge 20 Milliarden Euro pro Jahr , Erzieherinnen und Pflegekräfte werden ausgebeutet wie viele andere. Man kann nicht mehr alles aufzählen wo es einen Stillstand gibt . Aber je mehr Schlagwörter fallen liebe Leute, um so ernster steht es um Deutschland. Hat nichts mit der Wirtschft zu tun, die läuft auch im Krieg meistens besser weiter als vorher. Vielleicht sollten unsere Sondierer einen Freund fragen in der Türkei , der
    schon viele seiner Bürger bei uns hat ob er nicht das Land vielleicht regieren will.

  • Die Politiker nehmen sich so wichtig, dass sie denken es ist ihre Privatsache. Und mit dem Denken hapert es meistens im Alter. Hier muß eine Erneuerung her und zwar mit neuen jungen dynamischen Kräften, denen die Zukunft Deutschlands am Herzen liegt und nicht die Höhe der Diäten. Neuwahlen !!!

  • Es tut mir sehr leid, aber die Tipps der Geiselnehmer-Verhandler machen keinen Sinn im politischen Umfeld. Zum einen hat das Scheitern der Jamaika-Verhandlungen wohl eher an den unüberrückbaren Unterschieden zwischen den Verhandlungspartnern gelegen als an der Geschwätzigkeit und den Balkonfotos. Wären die politischen Programme kompatibel gewesen, dann würden die zitierten "Experten" jetzt behaupten, dass "gerade" wegen der Geschwätzigkeit und den Balkonfotos alles geklappt hätte. Zum anderen: was die Parteien da verhandeln geht uns Bürger an. Es geht nicht darum, eine Geisel rauszuhauen, sondern - im Idealfall - größtmögliche Transparenz herzustellen. Es ist eben keine Privatsache, was da besprochen wird. Angesichts dessen müsste man natürlich eine andere Art der Informationspolitik machen.

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