Vermögenssteuer Steinbrück will Mittelständler schonen

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat seine Thesen für eine neue Mittelstandspolitik vorgestellt. Dabei will er eine Vermögenssteuer, die nicht die Substanz der Unternehmen angreift und sie nicht zu sehr belastet.
30 Kommentare
Peer Steinbrück stellte am Montag seine „Siegener Thesen“ vor. Quelle: dpa

Peer Steinbrück stellte am Montag seine „Siegener Thesen“ vor.

(Foto: dpa)

BerlinDie SPD will mit Leitlinien zur Stärkung des Mittelstands im anstehenden Bundestagswahlkampf auch im Unternehmerlager punkten. Wie aus einem am Montag veröffentlichten Thesenpapier hervorgeht, will SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück mittelständische Unternehmen bei der geplanten Vermögensteuer schonen. Er wolle eine Vermögensteuer, die nicht in die Substanz der Unternehmen eingreife und deren Investitionsspielräume nicht belaste, heißt es in einer Rede Steinbrücks aus Anlass des Jahresempfangs der Industrie- und Handelskammer Siegen.

In dem Papier betont Steinbrück die Bedeutung des Mittelstandes, der 40 Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung erbringe und 60 Prozent der Arbeitnehmer beschäftige. Der Mittelstand stehe für „Qualität, Erfindergeist, Wettbewerbsfähigkeit genauso wie für soziale Verantwortung, gute Arbeit, Aufstiegschancen“, lobt der SPD-Kandidat in den „Siegener Thesen“, in denen er zehn Leitlinien für seine Mittelstandspolitik formuliert.

Steinbrück spricht sich in dem Papier mit Blick auf die Finanzkrise unter anderem für ein Trennbankensystem aus, "damit Mittelständler und Sparer nicht zum Spielball von Spekulationen der Investmentbanken werden". Bei der Besteuerung von Unternehmen müssten "unternehmerische Investitionsspielräume" sichergestellt werden. So dürfte der Übergang eines Familienbetriebes an die jüngere Generation nicht durch die Erbschaftssteuer gefährdet werden. Die SPD will dem Papier zufolge Forschung und Entwicklung im Mittelstand durch staatliche Finanzhilfen stärken.

Als weitere Maßnahmen zur Stärkung des Mittelstands nennt Steinbrück die Behebung des Fachkräftemangels, das Verfügbarmachen bezahlbarer Energie und das Schaffen einer modernen Infrastruktur. Der Mittelstand brauche zudem „Beinfreiheit“. Diese werde derzeit insbesondere für Gründer „durch zu viel Bürokratie“ bedroht.

Der SPD-Kanzlerkandidat hatte in den vergangenen Wochen vor allem durch ungeschickte Äußerungen - zuletzt durch abfällige Bemerkungen zur Italien-Wahl - für negative Schlagzeilen gesorgt. Die Partei ist nun bemüht, die Wahlkampagne ihres Kandidaten in den Vordergrund zu rücken.

  • afp
Startseite

Mehr zu: Vermögenssteuer - Steinbrück will Mittelständler schonen

30 Kommentare zu "Vermögenssteuer: Steinbrück will Mittelständler schonen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Fredi
    Merkal war in der FDJ Staatsekretärin für AgiProp
    (Agitation und Propaganda)
    Die FDJ war bekantlich die Jugendorganisation dr SED.
    Noch Fragen?

  • Erst für die Neider: Wir enteignen alle.
    Dann für die Skeptiker: Na ja vielleicht würgen wir dann die Wirtschaft ab und haben ein Heer an Arbeitslosen.
    CDU und SPD sollten wohl einsehen, dass es zwischen ihnen kaum noch/keine Unterschiede mehr gibt.
    Diese Hick Hack geht mir auf den Geist. Die beiden, aber eigentlich alle demokratischen, Parteien, sollten konstruktive, pragmatische, ideologiefreie Politik für das Land machen. Damit meine ich für die Arbeitnehmer/Steuerzahler.

  • im neidischen Deutschland kann man mit Steuern auf die "Reichen" immer punkten - das hat die ab in den Orkus - Frankreich ud Italien lassen grüßen Neidpartei SPD schon richtig erkannt - nur die Grünen können es noch besser

  • Die Vermögenssteuer ist meines Wissens eine Substanzsteuer, die unabhängig vom erzielten Ertrag in die Vermögensphäre des Stpfl. eingreift. Eine Substanzbesteuerung einzuführen ohne an die Substanz zu wollen, ergibt doch überhaupt keinen Sinn.

  • Unser Clown „Peerlusconi“ und seine Manegen-Assistentin "Nahles" haben offensichtlich noch kein schlüssiges Konzept gefunden, wie man an die Macht kommen könnte.

    Alle Wochen kommt eine neue Überraschung aus dem Hut.
    Verlässliche Wirtschaftspolitik und Schuldenabbau sind von dieser Partei nicht zu erwarten. Diese Partei steht für die Vergemeinschaftung der Schulden in der EU.

    Die haben nur eines im Sinn, einen Wohlfahrtsstaat mit wenigen Leistungsanreizen zu schaffen. Woher die Steuereinnahmen zur Finanzierung der Wohltaten kommen sollen, wissen die Damen und Herren dieser Links-Partei offensichtlich selbst noch nicht.

    Frankreich macht uns mit seiner Links-Regierung gerade vor, wie man ein Land in den Abgrund regiert.

    Ich befürchte, mit Deutschland geht es genauso bergab wie in Frankreich, wenn wir von Linksparteien regiert werden.

    Ein Amerikaner hat es gewagt, offen seine Meinung über die (sozialistischen) Zustände in Frankreich zu sagen:
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/brief-aus-amerika-franzosen-arbeiten-nur-drei-stunden-12087620.html

    Die Gewerkschaften und die Sozialisten in Frankreich werden aus vorgenannter Aussage mit Sicherheit die falschen Schlüsse ziehen, weil sie verblendet sind.

    Selbst die vermögenden Franzosen vermeiden Investitionen in Arbeitsplätze im eignen Land. Sehr bedauerlich für Frankreich, das gleiche Problem kann ganz schnell nach den Wahlen auch in Deutschland entstehen, wenn die Steuer-/Abgabenlast noch weiter voranschreitet.

  • Zitat : Dabei will er eine Vermögenssteuer, die nicht die Substanz der Unternehmen angreift und sie nicht zu sehr belastet.

    Das heißt übersetzt, die wird nur um etwa 5 % angehoben, also moderat, nicht wie letztes Mal die Mehrwertsteuer gleich um 3 %, zwecks Volksabzocke !

  • Ich verstehe die permanente Aufregung über die SPD nicht. Die SPD, geschweige denn Steinbrück, regiert doch nicht! Mehrheit ist Mehrheit in einer Demokratie. Geht zur Wahl und bestätigt die derzeitige Verwaltung! Verwaltung deshalb, weil Regierung im Fall Merkel nicht zutrifft! Aber lasst mich mit Eurem saublöden, und man muss schon sagen, saublöden Geschwätz in Ruhe. Geht rüber zur Merkel-CDU und deren Lakai FDP und klagt da Euer Leid! Da wird Ihnen geholfen, und das schon seit 3 1/2 Jahren.

  • Aus Ihren Worten klingt Verzweifelung.

    Fest aber steht, dass kaum ein Politiker soviel Bockmist produziert hat und so unglaubwürdig ist, wie Peer Steinbrück.
    Warum schenken wir ihm unsere Aufmerksamkeit? Nur weil er von der Partei aufs Schild gehoben wurde?

    Lassen wir diese menschliche und politische Nullnummer ohne Beachtung durch die Straßen schlendern. Das ist das Beste und schont unsere Nerven.

  • Ausgerechnet Bilderberger-Teilnehmer Steinbrück ist der Freund der Mittelständler. Welche "Mittelständler" wurden denn zum Bilderberger-Treffen eingeladen?

    Diese Frage beantwortet eigentlich alles zum Thema "Steinbrück Freund der Mittelständler".

    Wie man "Ausgerechnet Bilderberger-Teilnehmer Steinbrück ist der Freund der Mittelständler. Welche "Mittelständler" wurden denn zum Bilderberger-Treffen eingeladen?

    Diese Frage beantwortet eigentlich alles zum Thema "Steinbrück Freund der Mittelständler".

    Wie man "Mittelständler" möglichst günstig und steuerfrei aufkaufen kann ist sicher die einzige Frage, die sich Steinbrücks "Freunde" stellen.

  • Aber die CDU macht es besser?Entsetzlich wie selbst Wähler Lobbyisten sind und nicht das Wohl aller im Auge haben!

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%