Vermögensverteilung Tiefe Kluften zwischen arm und reich

Sind die Deutschen generell arm? Oder sind doch die meisten reich? Eine aktuelle Untersuchung der Bundesbank zeigt: Der Abstand ist noch deutlich krasser als der Armutsbericht der Bundesregierung nahelegt.
Update: 21.03.2013 - 14:23 Uhr 75 Kommentare
Die Kluft zwischen arm und reich in Deutschland ist groß. Quelle: dpa
Champagner gekühlt

Die Kluft zwischen arm und reich in Deutschland ist groß.

(Foto: dpa)

Düsseldorf/Eltville Der Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung hat schon für Aufregung gesorgt – schließlich zeigte er, dass sich die Schere zwischen Arm und Reich beim Vermögen zuletzt deutlich geöffnet hat. Eine Studie mit neueren Daten, die die Bundesbank heute vorgelegt hat, zeigt jetzt sogar eine noch stärkere Spreizung bei den Vermögen: Demnach besitzen die reichsten zehn Prozent der Haushalte 58 Prozent des gesamten deutschen Privatvermögens. Berücksichtigt wird dabei praktisch alles, was als Anlageform dient: Immobilien, Fonds, Lebensversicherungen, Schmuck und vieles mehr. Abgezogen werden jeweils die Schulden.

Die Bundesregierung hatte in ihrem Bericht einen Wert von 53 Prozent gemeldet, der sich allerdings auf Daten aus dem Jahr 2008 bezog. Zwar sind die beiden Studien methodisch nicht exakt vergleichbar, dennoch dürfte eines klar sein: Anders als bei den Einkommen, bei denen sich die Schere zwischen Gut- und Niedrigverdienern zuletzt wieder etwas geschlossen hat, wird die Spreizung beim Vermögen immer größer.

Neben der Bundesbank haben auch alle anderen Zentralbanken im Euro-Raum zuletzt Daten zum Vermögen ihrer Bürger erhoben. Die europaweiten Ergebnisse werden voraussichtlich in der kommenden Woche veröffentlicht, wie ein Sprecher der Europäischen Zentralbank gestern gegenüber dem Handelsblatt bestätigte.

Die Bundesbank-Studie, für die rund 3.500 Haushalte befragt wurden, zeigt: Im Durchschnitt verfügen die Deutschen über ein Vermögen in Höhe von 195.000 Euro. Fast drei von vier Haushalten liegen allerdings unter dieser Marke. Der Medianwert, also derjenige Haushalt, der genau reicher ist als die ärmere Hälfte der Bevölkerung, aber ärmer als die obere Hälfte, verfügt lediglich über ein Vermögen von gut 51.000 Euro. Die ärmsten sieben Prozent haben sogar ein negatives Nettovermögen – also mehr Schulden als Vermögen. Oben nimmt das Vermögen dann allerdings schnell zu: So besitzen die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung mindestens 442.000 Euro, das reichste Hundertstel dann mindestens 1,9 Millionen Euro. Es sind vor allem die älteren, die Vermögen zur Verfügung haben – nicht verwunderlich, denn sie hatten Zeit, um Vermögen anzusammeln.

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75 Kommentare zu "Vermögensverteilung: Tiefe Kluften zwischen arm und reich"

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  • Ich schreibe gerade ein Buch, indem ich unter anderem beschreibe, wie unser Geldsystem zu dieser Verteilung führt und diese Verteilung weiter verschäft. Systembedingt, rein mathematisch. Offensichtlichlich will unsere Poitikergarde das aber nicht thematisieren, sonst wäre das schon längst geschehen. Man kommt das ungewollt sogenannten Verwörungstheorien näher ! Alex Quint.

  • Das ist wolange der Sozialstaat funktioniert kein Problem.
    Der SOzailstat funktioniert aber nicht. Und zwar absichtlich umleute in den Tod zu treiben. Glas kalre MORDVERSUCHE.
    So geschehen unter anderm am 05. Februar 2007, andauernd bis zum 28. April 2007.

    Keine Geöldwäsche doer Scharzegldermittlung rechtfertfigt den Tod von menschen. Im gegenzug gehören die bematen wegen Mordversuch(tadbestandsmarkmal List, Habgier) in "Sicherungsverwahrung".

  • Die Tatsache bleibt aber, dass der eine mehr hat als der Andere. Also sollten DIE uns Geld geben, und nicht umgekehrt - das wäre dann diese "Solidarität".

    Abgesehen davon ist ihre Behauptung so nicht richtig: in der Studie steht nicht, dass die Deutschen so extrem konsumieren - dass wird den Deutschen im übrigen schon seit langem vorgeworfen, dass sie dies nicht tun. Fakt bleibt: die einen wissen zu ihre Schäfchen ins trockene zu bringen, die anderen werden ausgenommen.

  • Tja, wenn man unbedingt alle vier Jahre ein neues auto braucht, jedes Jahr drei mal in Urlaub ins Ausland fährt und statt selbst günstig zu kochen nur FastFood futtert, dann ist das Geld nu mal weg. Dann ist nix mit Häusle ...

    Sorry, aber ich hab kein Mitleid mit denen die ihr Geld verprassen ...

    Mit denen, die in Vollzeit nicht genug zum Leben verdienen allerdings schon.

  • Wie wäre es, wenn die sogennanten Armen auch mal etwas dafür tun würden um reich zu werden?

  • Die Untersuchung der Bundesbank zeigt:

    1.) Rösler und die FDP haben gelogen.

    2.) Die Steuerbelastung für die oberen 50% der Haushalte ist deutlich zu niedrig und für die unteren 50% deutlich zu hoch. Darum ist der Einkommensteuerspitzensatz deutlich anzuheben, die Umsatz- und Verbrauchssteuern sind deutlich zu senken.

    3.) Die illegitimen - weil durch zu niedrige Besteuerung des Einkommens gebildeten - Vermögen der oberen 10% sind durch eine Vermögenssteuer abzuschmelzen.

    4.) Deutschland braucht einen gesetzliche Mindestlohn der es auch einem unqualifizierten Arbeiter erlaubt eine drei- bis vierköpfige Familie ohne soziale Leistungen menschenwürdig zu unterhalten.

    5.) Die Menschen im diesen Land brauchen ein einklagbares Recht auf Beschäftigung zu einem ausbildungsangemessenem Lohn und einem wöchentlichen Arbeitsumfang von 40 Stunden.

    6.) Deutschland hat keinerlei Hilfen für die Euro-Krisenstaaten zu leisten.

  • Der Vergleich mit dem Immobilienbesitz ist sehr oberflächlich. Zwar mögen viele Spanier Immobilien besitzen, ich möchte aber nicht wissen wie viele Schulden im Durchschnitt darauf ruhen.
    In Deutschland ist Bauen einfach sündhaft teuer und vielen Sparern wird die Motivation zum Sparen durch Mehrfachbesteuerung und hohe Abgaben genommen. Wenn eine Familie dann tatsächlich gebaut hat muss sie hoffen nicht durch Harz IV enteignet zu werden. Es lebe die Agenda 2010 die diese Vermögensspreizung beschleunigt!

  • Hoho! Ein echter Demokrat! *lol*

    "Man merkt, das nur sehre wenig Kontakt zu anderen sozialen Milieus haben, als dem Eigenen."
    => Welche Schlüsse sie ziehen ist schon erstaunlich! Das ist ja an Selbstgerchtigkeit kaum zu überbieten...

    "...lässt mich daran zweifeln, dass sie ihre Karriere verdient haben."
    => Sie unterstellen mir aufgrund meiner Meinungsäußerung eine unmoralische Haltung? Und sie sind der Überzeugung, dass mit so einer Meinung eine "Karriere" nicht gerechtfertigt ist und demnach nicht zugelassen werden sollte? Also Berufsverbot! Hört sich gut an! *lol* Vielleicht auch noch sofortige Enteignung des Eigentums? Hahaha...

    Also das nenn ich echtes "demokratisches Grundverständnis"! Unglaublich! Ist das nun Resultat der üblichen, schon in der Schule und erst recht durch die Staatsmedien erfolgte bolschewistische Umerziehung? Oder ist es lediglich geistige Verödung? Sind sie Absolvent einer Gesamtschule? Dann hätte ich Verständnis und Mitleid... *lol*

  • Sorry, die Tippfehler!

  • In weiterem Sinne is ja wohl selbst der Anspruch auf HartzIV
    "Vermögen": Immer ein Dach über dem Kopf und etwas zu essen.
    Ohne Arbeit. Dazu brauchte man nach klassichem Verständnis
    Vermögen.

    Auf der anderen Seite:
    Ich kenne eine vierköpfige Familie in Spanien, die haben nach dem Zusammenbruch ihres Baugeschäfts alle zusammen
    gerade mal Anspruch auf irgendwas im Bereich von 400€.
    (Haben allerdings auch die schon sprichwörtliche Eigentumswohnung).

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