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Verteidigungsministerin auf Zuhörtour „Das hatten wir so noch nie“: Kramp-Karrenbauer kommt bei der Truppe gut an

Zum Start im neuen Amt zeigt AKK der Bundeswehr Wertschätzung. Ihr zweiter Besuch galt den Soldaten im Auslandseinsatz. Die zeigen sich überrascht.
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Generalleutnant Erich Pfeffer begrüßt Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) im Einsatzführungskommando der Bundeswehr. Quelle: dpa
Verteidigungsministerin besucht Einsatzführungskommando

Generalleutnant Erich Pfeffer begrüßt Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) im Einsatzführungskommando der Bundeswehr.

(Foto: dpa)

Schwielowsee bei Potsdam Der Kommandant der deutschen Truppen in Erbil hat nur einen Wunsch an die neue Verteidigungsministerin: „Bitte sorgen Sie für eine schnelle Entscheidung für unser Mandat“. Annegret Kramp-Karrenbauer hatte ihn in einer Videoschalte zwischen dem Bundeswehr-Stützpunkt im irakischen Kurdistan und dem Einsatzführungskommando bei Potsdam gefragt, was er für die Soldaten auf einen Wunschzettel an sie schreiben würde.

Der General hat nur einen Wunsch: Klarheit, wie es weiter gehen soll mit der Unterstützung der Kurden und der zentralirakischen Regierung durch die Bundeswehr. Und betont die Notwendigkeit, dieses Mandat und die Tornado-Aufklärungsmission von Jordanien aus fortzuführen.

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Ob die Bundeswehr bleibt, ist keinesfalls sicher. Nach der Vereidigung Kramp-Karrenbauers am Mittwoch im Paul-Löbe-Haus hatte der kommissarische SPD-Fraktionsvorsitzende Rolf Mützenich gesagt, er wolle die Anti-IS-Einsätze, die bis zum 31. Oktober laufen, beenden. „Das wird keine einfache Diskussion“, ahnt Kramp-Karrenbauer, und betont, dass der Bundeswehr-Einsatz in der Region als notwendig gesehen werde.

Der IS sei zwar zurückgedrängt. „Wir müssen aber auch abwägen, wie weit der IS nachhaltig geschlagen ist“. Daran gibt es Zweifel, auch nach Einschätzung von Außenminister Heiko Maas (SPD), sagte AKK.

Auch die Soldaten im Einsatzführungszentrum halten wenig von einem schnellen Abzug: „Wir sind da Teil einer internationalen Truppe, da können wir doch nicht einfach so abziehen“, meinte einer.

Zum Start im neuen Amt zeigt Kramp-Karrenbauer den Soldaten Wertschätzung. Ihr zweiter Besuch galt an diesem Donnerstag den Soldaten im Auslandseinsatz. Leicht verblüfft reagierten die Offiziere, dass sie mit den Soldaten im Einsatz draußen sprechen will. „Das hatten wir so noch nie“, schon gar nicht mit Presse-Tross, sagte der Leiter des Operationszentrums zu den Videoschalten in alle Welt.

Besuch der Ministerin kommt gut an

Ein ausgeklügeltes Besuchsprogramm haben die Soldaten vorbereitet: Akribisch vorbereitet wurde, wann die Journalisten wo zu stehen haben, welche Wege die Ministerin abschreitet. Nichts ist dem Zufall überlassen, gute Fernsehbilder an dem heißen Sommertag garantiert.

Bei den Offizieren kommt der frühe Besuch der neuen Ministerin gut an. Dass sie nach der Lage vor Ort fragt, und nachfragt, ob Auslandseinsätze von nur zwei Monaten sinnvoll sind, begreifen sie als Wertschätzung.

Eher nicht, sagt ein Sanitätsarzt in der Videoschalte aus dem malischen Gao, längere Einsätze seien sinnvoll. Auch, dass sie wissen will, was vor Ort fehlt, kommt an: Was gebraucht werde, sei da, sagt der Kommandeur in Mali. Man sei handlungsfähig: So sei erst am Vortag ein Selbstmordanschlag auf das französische Quartier in Mali verhindert worden.

Der Mangel an Ausrüstung trifft nach Aussagen von Soldaten auch nicht jene Truppen, die im Einsatz sind, sondern diejenigen, die sich zuhause auf ihren bevorstehenden Einsatz vorbereiten: Sie müssten teilweise mit anderem Material üben, als dem, was sie dann am Einsatzort vorfänden. „Wir müssen dann umständlich nachschulen, das schafft Frust“, sagte ein Offizier.

Kramp-Karrenbauer kündigte an, noch im August die Truppen im Irak und Jordanien besuchen zu wollen, und in diesem Jahr möglichst noch an alle Auslandseinsatzorte reisen zu wollen.  

Kramp-Karrenbauer hat offenbar gelernt aus Fehlern ihrer Vorgängerin Ursula von der Leyen (CDU): Einige in der Truppe hatten das Engagement von der Leyens für familienfreundlichere Dienstzeiten dahingehend fehlinterpretiert, dass sie den Soldatendienst als einen Beruf wie jeden anderen betrachten würde.

Umso mehr betont Kramp-Karrenbauer nun, dass es bei den derzeit 13 Einsätzen mit 4.000 Soldaten um Leben und Tod geht. Gemeinsam mit Befehlshaber Generalleutnant Erich Pfeffer besuchte sie den „Wald der Erinnerung“, den von der Leyen für die in Einsätzen gefallenen Bundeswehr-Soldaten hat anlegen lassen, und legte dort einen Kranz nieder.

Mehr: Die Groko streitet über die Erhöhung der Verteidigungsausgaben

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4 Kommentare zu "Verteidigungsministerin auf Zuhörtour: „Das hatten wir so noch nie“: Kramp-Karrenbauer kommt bei der Truppe gut an"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Es ist richtig, dass Frau AKK jetzt die Einsatzorte der Truppe besucht und damit Vertrauen in die Soldaten setzt. Ich hoffe nur, dass sie in der Beschaffung von Material eine glückliche Hand hat und in diesem Bereich für Ordnung sorgt. Der Beamtenapparat muß bereinigt werden.

  • nun ja,
    Sollte es nicht absolut vorrangig sein sich zunächst um die Verbesserung der maroden Waffen,Schiffe,Flugzeuge,Hubschrauber usw. zu kümmern und bemühen ?? !

    Ehe wieder der CO2 Ausstoß mit Flügen, überall hin, angeheizt wird ? !!!!
    ( und , am liebsten noch die Waffenlobbyisten mit herumschleppen, auf Steuerzahler-Kosten !! ?? NEIN )

    Hier, vor Ort,
    kann den sich im Einsatz befindlichen Soldaten beiderlei Geschlechts,
    am BESTEN geholfen werden !!

  • Es sollte jeder seine Chance bekommen; ob AKK in Bonn im Verteidigungs-Ministerium tatsächlich im Beamtenapparat für Ordnung sorgt? Große Teile der Bevölkerung haben kein Problem damit, wenn die Bundeswehr mehr Geld bekommt; aber es wird verwurstelt werden.

  • Ich halte von AKK persönlich viel... Als sie seiner Zeit von Merkel "hereingelassen" wurde, da war ich skeptisch. Ich beobachte sie aber nun schon eine Weile und, im Gegensatz zu den angeblich niedrigen Umfagewerten, finde ich, dass sie sich mausert.