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Verteidigungspolitik Mehrere deutsche Rüstungsprojekte stehen offenbar auf der Kippe

Viele Vorhaben der Bundeswehr sind laut einem Bericht wegen mangelnder Finanzierung gefährdet. Die Kosten der Projekte belaufen sich demnach auf mehrere Milliarden Euro.
10.05.2021 - 11:45 Uhr 1 Kommentar
Auch die Finanzierung des europäischen Großprojekts ist laut Reuters noch unsicher. Quelle: Reuters
FCAS-Modelle

Auch die Finanzierung des europäischen Großprojekts ist laut Reuters noch unsicher.

(Foto: Reuters)

Berlin Zahlreiche Rüstungs-Großprojekte der Bundeswehr stehen laut einer vertraulichen Liste des Verteidigungsministeriums mangels gesicherter Finanzierung auf der Kippe. Das Papier, das Reuters am Montag vorlag, stammt vom Freitag.

Die Kosten für die bisher nicht sicher finanzierten Vorhaben summierten sich auf etliche Milliarden Euro. Dazu zählen demnach die nächsten Schritte bei der Entwicklung einen deutsch-französischen Kampfjets (FCAS) – Europas größtem Rüstungsprojekt mit einem geschätzten Gesamtvolumen von rund 100 Milliarden Euro – und eines deutsch-französischen Kampfpanzers sowie bei der gemeinsamen Entwicklung von U-Booten mit Norwegen.

„Die Finanzierungsprobleme ergeben sich insbesondere aus dem im Eckwertebeschluss vorgesehenen starken Rückgang der Haushaltsmittel nach dem Jahr 2022,“ heißt es laut Reuters als Begründung in dem Papier des Verteidigungsministeriums. Alle betroffenen Projekte sollten eigentlich bis Ende Juni dem Haushaltsausschuss des Bundestags zur Entscheidung vorgelegt werden, um noch vor der Wahl im September beschlossen zu werden. In der Liste steht hinter diesen Vorhaben nun jedoch der Vermerk „Bundeshaushalt“.

Auch das Geld für die geplante Beschaffung neuer Seefernaufklärer des Typs P-8A von Boeing, zweier Tanker für die Marine und neuer Flottendienstboote soll laut der Liste bisher nicht gesichert sein. Seefernaufklärer können weite Seegebiete überwachen und werden zur U-Boot-Jagd, aber auch im Rahmen der Pirateriebekämpfung eingesetzt.

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    Die Modernisierung der alten Seefernaufklärer hatte die Bundeswehr wegen technischer und finanzieller Risiken abgebrochen. Als Flottendienstboote werden die mit unterschiedlichsten Sensoren vollgepackten Aufklärungsboote der Marine bezeichnet, die zuletzt unter anderem im Mittelmeer vor der syrischen Küste im Einsatz waren und inzwischen sehr in die Jahre gekommen sind.

    Auch Finanzierung von Pegasus ungesichert

    Ebenfalls ungesichert ist die Finanzierung des Projekts Pegasus, wie der Nachrichtenagentur zufolge aus der Liste des Ministeriums hervorgeht. Dafür sollen drei Bombardier-Flugzeuge des Typs Global 6000 beschafft werden, die mit Hightech-Sensoren aufgerüstet wie gigantische Datenstaubsauger den Funkverkehr belauschen und die Sensoren gegnerischer Flugabwehr aufspüren können.

    Ursprünglich war für diesen Zweck die Drohne Euro Hawk vorgesehen. Der damalige Verteidigungsminister Thomas de Maiziere zog bei dem Projekt nach massiven Problemen 2013 jedoch die Reißleine.

    Mehr: Bundeswehr-General Schelleis: „Deutschland braucht mehr Katastrophenschutz“

    • rtr
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    1 Kommentar zu "Verteidigungspolitik: Mehrere deutsche Rüstungsprojekte stehen offenbar auf der Kippe"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Arme Bundeswehr; angegraute Technik ist weiterhin das Problem! Ich stehe auf dem Standpunkt: wenn wir Mitglied der Nato sind und eine Bundeswehr haben wollen, müssen die entsprechenden Mittel bereit gestellt werden. Wenn es um Kosten geht, sollte man endlich die überbordende Bürokratie des Verteidigungsministerium angehen! Zusätzlich ergibt sich die Frage, ob bestimmte Rüstungsprojekte so teuer sein dürfen. Die im Gespräch stehenden beiden Versorgungstanker sollen angeblich über € 800 Mill. kosten.

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