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Verwandtenaffäre Seehofer fürchtet Wähler-Watsche

„Blessuren“ in Umfragen, Wahlenthaltung – der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer hat so seine Befürchtungen, wie Wähler auf die Verwandtenaffäre reagieren könnten. Sein Parteikollege Peter Ramsauer ist da weniger ängstlich.
18.05.2013 - 11:35 Uhr 11 Kommentare
Bayerns Ministerpräsident und CSU-Vorsitzender Horst Seehofer fürchtet eine Abstrafung durch Wähler für die Verwandtenaffäre. Quelle: dpa

Bayerns Ministerpräsident und CSU-Vorsitzender Horst Seehofer fürchtet eine Abstrafung durch Wähler für die Verwandtenaffäre.

(Foto: dpa)

Berlin Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer fürchtet, dass die Verwandtenaffäre seine Partei langfristig belastet. Es seien „Blessuren in Umfragen“ zu erwarten, außerdem werde die Verwandtenbeschäftigung im bayerischen Landtag „zu einem Stück Wahlenthaltung führen“, sagte der bayerische Ministerpräsident der „Welt am Sonntag“. Sein Parteikollege Peter Ramsauer dagegen rechnet nicht mit einem Einbruch bei der Landtagswahl im September, da die Wähler die Affäre nicht „so schlimm“ fänden.

Bundesverkehrsminister Ramsauer schloss kurzfristig eine Delle bei den Zustimmungswerten nicht aus. „Aber die Leute sagen andererseits auch: Wir können's nicht mehr hören. Das mag zwar alles nicht ganz in Ordnung gewesen sein. Aber so schlimm war's auch wieder nicht“, sagte Ramsauer dem „Tagesspiegel“ (Samstagsausgabe). Die Sanktionen von Seehofer und dessen Idee, einen Ehrenkodex für Mandatsträger erarbeiten zu lassen, wollte Ramsauer nicht kommentieren.

Seehofer nannte als Ziel für die Landtagswahl am 15. September nicht die absolute Mehrheit, sondern eine Fortsetzung der Koalition mit der FDP. Der CSU-Chef verteidigte sein Krisenmanagement. Die CSU könne verloren gegangenes Vertrauen in der Bevölkerung zurückgewinnen, wenn sie ihren Weg der „Krisenbewältigung durch Aufklärung und strikte Konsequenzen“ weitergehe, sagte er. Für seine Art des Krisenmanagements bekomme er „sehr viel Zustimmung“.

Der Ministerpräsident hatte unter anderem den Rücktritt des CSU-Fraktionsvorsitzenden Georg Schmid erzwungen und Kabinettsmitglieder zur Rückzahlung von Gehältern für Verwandte gedrängt. Außerdem verschärfte der Landtag das Abgeordnetengesetz. Schmid hatte seiner Frau nach eigenen Angaben als Büroleiterin auf Steuerzahlerkosten bis zu 5500 Euro im Monat bezahlt.

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    Schmid gehört zu den Abgeordneten, die in der seit 2000 in Bayern verbotenen Beschäftigung naher Familienangehöriger eine Altfallregelung nutzten. Damit konnten Abgeordnete bestehende Beschäftigungsverhältnisse fortführen. Insgesamt nutzten 79 Abgeordnete diese Regelung, darunter auch welche von SPD und Grünen. Zuletzt allerdings machten nur noch CSU-Politiker davon Gebrauch, weshalb die Regierungspartei besonders in der Kritik steht.

    Seehofer wies Berichte zurück, er habe schon früher von der Praxis gewusst. „Ich kann ruhigen Gewissens sagen: Ich habe von der Verwandtenbeschäftigung erfahren durch die Veröffentlichung der Fälle“, sagte der CSU-Chef der „Welt am Sonntag“. „Ich fahre doch nicht in die Wahlkreise und frage die Abgeordneten: Beschäftigen Sie Ihre Gattin? Das ist doch total lebensfremd!“

    • afp
    Startseite
    11 Kommentare zu "Verwandtenaffäre: Seehofer fürchtet Wähler-Watsche"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Zwei Wählerwatschen wären für den bei weiten nicht genug.

      Bei all dem was im CSU-Land Bayern so ab geht verstehe ich es dass dem der Arsch auf Grundeis geht, auch wenn bei der Landtagswahl die AfD nicht antritt. Und dieser Wendehals ist der erste der nach der Bundestagswahl mit der AfD zusammen gehen will.

    • Wenn die Mäuse auf dem Tisch tanzen, sollte der Tischherr
      seinen Hut nehmen. Mit MP konnte die Verwandten
      Affäre nur zur Affäre werden, weil alle MP es wussten und
      gebilligt haben. Sollte Seehofer darüber nicht informiert gewesen sein, muss er erst recht gehen und zwar sofort. Damit
      die CSU bis September davon erholen kann.

    • Nun, der bisher so ahnungslose SEEHOFER hat sich doch sicherlich schon informiert, welche Leistungen die vielen Familienmitglieder der CSU erbracht haben und ob der Nutzen tatsächlich den Gegenwert von mehr als einer Million Euro "Löhnen" für die Vetternwirtschaft gerechtfertigt ist.


      Oder ist es so wie immer?

      Horst SEEHOFER weiß mal wieder von nix?

      Wird er abwarten, bis er aus der Zeitung erfährt, dass auch da betrogen wurde?

      Was will SEEHOFER - die Angelegenheit aussitzen?

      Hoffen, dass die bayerische Bevölkerung den CSU-Filz bis September vergisst?

      SEEHOFER - ein Aussitz-Minister, der sein Fähnlein immer mit dem Wind schwenkt!

      CSU-AMIGOS - nein danke!

      Der CSU-Filz muss trockengelegt werden. Das geht nur ohne eine CSU-Regierung in Bayern.

      Goodbye CSU - time for political change!

    • Gegen die Beschäftigung von Verwandten ist dem Grunde nach nichts einzuwenden.
      Aber:
      Oft werden hier weit überhöhte Löhne gezahlt oder gar keine Arbeitsleistung erbracht. Das nennt man dann Betrug.
      Betrügt man einen Arbeitgeber ist das ein Grund für eine fristlose Kündigung.

      Da würde es auch nicht reichen wenn man die betrogene Summe wieder zurückzahlt.

      Leider wird das Thema möglicher Betrug in der Presse nicht thematisiert.

    • Herrn Seehofer kann man nicht wählen. Im selben Satz ist er für und gegen eine Sache. Ein absolutes Fähnlein im Wind.
      Ansonsten habe ich immer CSU gewählt, jetzt wird es die AfD. Ob die es schaffen wird oder nicht ist nicht wichtig, soll aber ein Signal an die etablierten gleichgeschalteten Parteien sein.
      Herr Schäuble hat angemahnt, dass wenn der Union Wählerstimmen wegbrechen und Rot-Grün gewinnen sollte, Eurobonds kommen werden. Nun, ob Deutschland schnell oder langsam ausbluten wird ist auch schon egal.

    • So abgesichert wie sich jeder Politiker vom
      Acker machen kann,soviel Angst möchte der
      abhängig arbeitende Beschäftigte auch mal
      haben,wenn sein Betrieb abgewirtschaftet hat.
      Da ist kein Netz mit doppeltem Boden und allen
      Vorzügen sich in die Hängematte auf Staatskosten
      zu legen.

    • Bayern fehlt einfach die Veränderung. Filz und Selbstbedienung haben ein beängstigendes Maß erreicht. Nie war die CSU so unglaubwürdig wie heute. Das ist auch Seehofers große Mitschuld. Er sollte sofort zurücktreten. Und den Wählern kann man nur raten, die AfD bei der Bundestagswahl massiv zu unterstützen, damit Deutschlands letzte Chance vor einem endgültigen Ausverkauf erhalten bleibt.

    • Seehofer ist erledigt. Das sind die letzten Zuckungen. Seehofer keilt ja schon in Richtung seiner eigenen Leute aus der CDU. Er gibt sich öffentlich noch oft souverän, ist innerlich zerrüttet und befindet sich im politischen Überlebenskampf.

      Schauen Sie mal genauer hin, wenn er in Interviews auftritt:

      Wortwahl, Augenspiel, Mundwinkel, Intonation, Mimik und Gestik, sowie Defizite in Argumentationen kann er heute nicht mehr verbergen.

      Seehofer ist demaskiert!

    • RAMSAUER verkennt offensichtlich die Situation und unterstreicht einmal mehr seine fachliche Qualität und disqualifiziert sich und die CSU erneut, die künftige Regierung in Bayern zu stellen.

      Auch SEEHOFER gibt öffentlich zu, dass er von vielen Dingen regelmäßig aus der Zeitung erfährt. Das ist schon sehr bedenklich. Ein Ministerpräsident, der von Partei-Interna regelmäßig keine Kenntnis hat, ist eine klare Fehlbesetzung.

      Wenn man in Erinnerung hat, in was sich SEEHOFER regelmäßig einmischt, zB Griechenland, Umweltpolitik, Kritik an CDU-Kollegen und, und und, dann scheint es so, dass er sich dort offensichtlich besser auskennt, als in seinem eigenen Saustall.

      SEEHOFER hat den Überblick in seiner CSU verloren. So jemand kann kein Bundesland, wie Bayern, weiterregieren. Vetternwirtschaft à la CSU, Selbstbedienungsmentalität, mangelnde Wirtschaftskenntnisse, Steuerhinterziehungsskandale alles Themen, die man aus Bayern nicht erwartet hätte, schenkt man dem Glauben, was das CSU-Trio SEEHOFER, SÖDER und DOBRINDT immer zum besten gegeben haben.

      Filz und Sumpf in Bayern werden erst trockengelegt, wenn die CSU abgewählte ist. Solange SEEHOFER weiter Landesfürst spielt, wird sich kaum etwas ändern. Da hilft auch kein Ehrenkodex weiter.

      Der Ehrenkodex ist CSU-Placebo zur Ruhigstellung der Bevölkerung, schnell noch vor der Wahl installiert, um den AMIGO-Ruf zu retten. Das System- Seehofer ist schon mal mit so einer Botschaft angetreten und hat ein AMIGO 2.0 jahrzehntelang Unterschlupf geboten!

      Und das alles ohne Wissen des Ministerpräsidenten SEEHOFER!

      Träumt schön weiter in AMIGO-Bayern, wenn Ihr glauben solltet, dass sich mit dieser CSU noch etwas ändern könnte.

      Es lebe der AMIGO-Freistaat BAYERN!






    • Zitat : Seehofer fürchtet Wähler-Watsche

      -das hätte natuerlich die Nomenklatura so gerne...eine Watsche...

      Die Freien Wähler werden in Bayern dafür sorgen, dass dieser Amigo abgewählt wird !

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