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Vierte Corona-Welle Hohe Fallzahlen, volle Intensivstationen: Was droht, wenn Deutschland zu wenig impft

Der Bund hält eine Impfquote von mehr als 70 Prozent für nötig, um gut durch eine vierte Welle zu kommen. Sonst drohen erneut weitgehende Maßnahmen.
09.07.2021 - 15:35 Uhr 1 Kommentar
Wenn Deutschlands Impfkampagne nicht schnell neuen Schwung bekommt, drohen im Herbst erneut harte Corona-Maßnahmen. Quelle: dpa
Leeres Impfzentrum

Wenn Deutschlands Impfkampagne nicht schnell neuen Schwung bekommt, drohen im Herbst erneut harte Corona-Maßnahmen.

(Foto: dpa)

Berlin Das Bundesgesundheitsministerium hat mit Blick auf eine mögliche vierte Welle für einen deutlichen Schub beim Impfen geworben. Es müsse eine Impfquote von „deutlich über 70 Prozent“ vollständig Geimpfter erreicht werden, um gut durch den Herbst und Winter zu kommen, hieß es am Freitag aus Ministeriumskreisen. Derzeit sind mehr als 40 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft.

Die Einschätzung stützt sich auf einen Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstag. Demnach würden die Sieben-Tage-Inzidenz und die Intensivbettenbelegung in der kalten Jahreszeit wieder dramatisch ansteigen, wenn sich die Impfquote auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau einpendelt.

Um eine stärkere Belastung des Gesundheitswesens zu vermeiden, müsse mindestens eine Impfquote von 75 Prozent erreicht werden. Das Ziel müsse aber sein, dass sich mindestens 85 Prozent der Zwölf- bis 59-Jährigen vollständig impfen lassen. In der Gruppe über 60 Jahre hält das RKI gar eine Impfquote von 90 Prozent für nötig.

Zudem sollte die Bevölkerung „weiter die Basishygienemaßnahmen umsetzen“. Nun sei es nötig, die Bevölkerung zu motivieren, noch im Sommer ein Impfangebot wahrzunehmen. Außerdem empfiehlt das RKI, die Infrastruktur für 1,5 Millionen Impfungen pro Tag sicherzustellen. Derzeit liegt der Schnitt bei etwa 700.000 Impfungen täglich.

Liegt die Impfquote deutlich unter dem RKI-Ziel, komme es im Oktober zu einem starken Inzidenzanstieg, besonders bei Kindern unter zwölf Jahren und in der Gruppe bis 60 Jahren. Liege die Quote in dieser Altersgruppe bei nur 65 Prozent, stiege die Sieben-Tage-Inzidenz bis in den Dezember auf einen Wert von knapp 400.

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Auch die Intensivstationen wären in diesem Szenario mit einer Belegung von über 6000 Covid-Patienten stark ausgelastet. Dann seien wieder weiter gehende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus nötig, hieß es aus dem Ministerium.

Wichtig seien nun Gelegenheiten zu unkomplizierten Impfungen vor Ort, hieß es aus dem Gesundheitsministerium. Dazu würden Betriebsimpfungen bereits beitragen. Eine gute Idee könne etwa auch sein, über Impf-Kooperationen in Städten mit Bundesligastandorten nachzudenken.

Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, sagte dem Handelsblatt, er blicke „mit Respekt, aber nicht mit Panik auf den Herbst und eine mögliche vierte Welle“. Das Ziel müsse sein, möglichst viele Menschen zu impfen.

Nach einem wochenlangen Rückgang steigt in Deutschland die Zahl der Corona-Infektionen wieder. Das RKI meldete am Freitag 949 neue Positivtests. Das sind 300 mehr als am Freitag vor einer Woche, als 649 Neuinfektionen verzeichnet wurden.

Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf 5,5 von 5,2 am Vortag – und damit den dritten Tag in Folge. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. In Bremen erreichte der Wert 9,8.

Mit Agenturmaterial.

Mehr: Keine Strategie für den Herbst: Deutschland droht ein Corona-Déjà-vu

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1 Kommentar zu "Vierte Corona-Welle: Hohe Fallzahlen, volle Intensivstationen: Was droht, wenn Deutschland zu wenig impft"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Da droht nicht mehr als bisher.Großes Bohei um kleine Probleme. Wenn man sich die Auswirkungen der Delta Version rundum anschaut droht uns in erster Linie wieder das Gleiche wie bisher: Wir werden wieder für dumm verkauft. Das Risiko reduziert sich offensichtlich auf Grippe Niveau, aber Typen wie Lauterbach und natürlich die deutsche Medienlandschaft müssen den Drachen am fliegen halten. Was ist das für ein Land geworden?

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