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Virusmutationen „Deutliche Signale einer Trendumkehr“: RKI-Chef Wieler warnt vor dritter Welle

Der RKI-Präsident sieht Deutschland momentan an einem entscheidenden Punkt im Pandemieverlauf – und warnt davor, Schnelltests eine zu große Bedeutung beizumessen.
26.02.2021 - 12:55 Uhr 2 Kommentare
Der RKI-Chef mahnte die Bevölkerung erneut dazu, die Schutzmaßnahmen einzuhalten. Quelle: AFP
Lothar Wieler

Der RKI-Chef mahnte die Bevölkerung erneut dazu, die Schutzmaßnahmen einzuhalten.

(Foto: AFP)

Düsseldorf Der Chef des Robert Koch-Instituts (RKI) sieht Deutschland in diesen Tagen an einem kritischen Punkt: Lothar Wieler beobachtet, dass sich die britische Virus-Variante auch hierzulande rasch ausbreitet.

Nach der positiven Entwicklung zu Jahresbeginn stelle er daher nun „deutliche Signale einer Trendumkehr“ fest, sagte der RKI-Präsident an diesem Freitag während einer Pressekonferenz, auf der er gemeinsam mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) über die aktuelle Corona-Lage berichtete.

Wie bereits in den vorigen Wochen warnte Wieler, dass die Virusmutation B117 „deutlich gefährlicher, und zwar in allen Altersgruppen“ sei. Besonders häufig werde die neue Variante jedoch bei jüngeren Menschen beobachtet.

„Wir alle wollen unseren Alltag zurück“, sagte Wieler. Dennoch sei es wichtig, dass die Bürger die Corona-Regeln einhielten – und ihre Kontakte auf ein Minimum beschränkten. „Ansonsten steuern wir in eine weitere, in eine dritte Welle“, mahnte der RKI-Chef.

Obwohl es nach wie vor noch immer viele Ausbrüche in Alters- und Pflegeheimen gebe, lasse sich zwar aktuell eine Verbesserung erkennen, jedoch befinde sich die Entwicklung auf einem Plateau. „Wir sehen leider in den letzten Tagen wieder, dass die Zahlen stagnieren, oder steigen“, sagte Wieler.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt binnen eines Tages 9997 Neuinfektionen und 394 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19. Vor genau einer Woche hatte das RKI innerhalb von 24 Stunden 9113 neue Fälle und 508 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, die Sieben-Tage-Inzidenz, lag laut RKI am Freitagmorgen bundesweit bei 62,6 – und damit etwas höher als am Vortag (61,7).



Hoffnung in der Pandemiebekämpfung geben Minister Spahn weiterhin die Impfungen. „Zwei Monate nach dem Beginn der Impfkampagne können wir erste Erfolge verzeichnen“, erklärte der CDU-Politiker. In einigen Bundesländern sei schon die Mehrheit der über 80-Jährigen geimpft, somit sei ein großer Teil der gefährdetsten Personen in der Pandemie bereits geschützt.

Das überproportionale hohe Infektionsgeschehen bei den Älteren nehme ab und nähere sich derzeit dem allgemeinen Durchschnitt an, so Spahn. Dies sei ein gutes Zeichen.

Insgesamt seien bis heute 5,7 Millionen Dosen verimpft worden. Bis Ende kommender Woche sollen zudem weitere elf Millionen Impfdosen an die Länder ausgeliefert werden. Schon bald soll nicht nur in den Impfzentren der Länder, sondern auch in Arztpraxen geimpft werden.

Trotz dieser Entwicklung stellte Spahn die Bürger auf eine weiterhin schwierige Zeit ein: „Impfen ebnet den Weg aus der Pandemie, es wird jedoch kein Spaziergang“, mahnte der Gesundheitsminister. Die Virusmutationen erschwerten diesen Weg.

Wieler: „Selbsttests keine Wunderwaffe“

Wieler warnte zudem davor, den Schnelltests, die in Kürze für alle Bürger verfügbar sein sollen, eine zu große Bedeutung in der Pandemie-Bekämpfung beizumessen. „Selbsttests sind keine Wunderwaffe“, sagte der RKI-Chef. Die Erwartung, dass man sich für bestimmte Situationen „freitesten“ könne, sei nicht hundertprozentig zu erfüllen. Ein negatives Ergebnis sei eine Momentaufnahme und schließe eine Infektion nicht aus.

„Man kann trotzdem infiziert sein und andere anstecken“, betonte er. Deshalb sei es wichtig, sich und andere auch weiter durch Abstandhalten, Maskentragen, Hygiene und Lüften zu schützen. Schnelltests seien aber ein wichtiges Werkzeug bei der Eindämmung der Pandemie. „Das mächtigste Werkzeug neben uns selbst sind noch immer die Impfungen“, sagte Wieler.

Spahn ergänzte, dass ein Schnelltest nur in bestimmten Situationen sinnvoll sein könnte, beispielsweise vor einem Pflegeheimbesuch oder einer Reise. Vor einem Konzert- oder Restaurantbesuch sowie vor Familientreffen könnten sie künftig neben den Hygieneregeln zusätzliche Sicherheit geben. „Ein negativer Selbsttest bedeutet aber nicht, dass man nicht mehr vorsichtig sein muss“, mahnte auch Spahn.

Mit Agenturmaterial

Mehr: Sorge vor Corona-Mutanten dämpft Hoffnung auf schnelle Lockerungen

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2 Kommentare zu "Virusmutationen: „Deutliche Signale einer Trendumkehr“: RKI-Chef Wieler warnt vor dritter Welle"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Herr Wieler sollte vor allem erst einmal verlässliche Zahlen liefern, statt Panikmache ohne fundierte Fakten zu betreiben. (Dunkelziffer, Anzahl der täglichen Tests, Ansteckungsschwerpunkte, etc.)
    Anfang der Woche war er noch sicher, dass die Inzidenz morgen bei über 80 leigt und uns die dritte Welle überrollt.
    Wenn eine höhere Inzident allerdings mit einer höheren Zahl an Tests einhergeht, ist dies schlicht und einfach Betrug am Bürger und ein Grund, Herrn Wieler abzuberufen.

  • Ich würde mich wundern wenn wir nicht noch ein paar mehr Wellen sehen. Wie auch bei der Grippe, die uns ja alle Jahre wieder in einer muw mutierten Form jedes Jahr wieder ereilt - einmal um den Globus und Nord- sowie Südhalbkugel und die wird wieder da sein.
    Umso erstaunlicher finde ich das Generve mit den Schnelltests. Immer wird gewahrnt und verhindert. Keine Luftreiniger in Schulen aber in den Ministerien und Verwaltungen, Gerichten und vielen anderen staatsfinanzierten Institutionen werden sie angeschafft. Da liegt doch die Vermutung nahe, dass sich unsere Verwalter selbst eindecken wollen, bevor das Bundesumweltamt von seiner primitiven Lüftungsstrategie abschwenkt und endloch diese Gerate auch für Schulen zulässt. Es ist schon seltsam: nur die Wissenschaft, die den oberen in den Kram passt, darf per Herumgewurstel ausprobiert werden. Abe wo bleibt den die gezielte wissenschaftliche Begleitung all dieser hganzen Massnahmen ? Hier wird sinnlos Zeit verplämpert und diese ganze Ignoranz befördert natürlich Bewegungen wie Querdenker & Co ..

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