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Volkmarsen in Hessen Auto fährt in Karnevalsumzug – 30 Verletzte: Fahrer war nicht alkoholisiert

Ein Kombi ist in der Nähe von Kassel in eine Gruppe von Teilnehmern eines Rosenmontagsumzugs gefahren. Laut Polizei erfolgte die Tat mit Absicht, aber ohne politisches Motiv.
24.02.2020 Update: 25.02.2020 - 12:57 Uhr Kommentieren

Auto fährt in Zuschauermenge – Polizei geht von Vorsatz aus

Volkmarsen, Düsseldorf Im nordhessischen Volkmarsen ist ein Autofahrer in einen Karnevalsumzug gefahren und hat 30 Menschen verletzt. Todesopfer habe es nicht gegeben. Das teilte die Polizei am Montagabend in Frankfurt mit. Zunächst war von mehreren, dann von Dutzenden Verletzten die Rede, darunter auch Schwerverletzte. Auch viele Kinder befinden sich darunter, nach Angaben des hessischen Innenministers Peter Beuth rund ein Drittel.

„Wir haben ungefähr 30 Opfer zu beklagen, zum Teil Schwerstverletzte und darunter auch Kinder“, sagte der CDU-Politiker am Montagabend in Volkmarsen. „Es ist einfach nur eine furchtbare, eine schreckliche Tat, die begangen wurde an Menschen, die unbeschwert einfach nur Karneval feiern wollten.“

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt wegen eines versuchten Tötungsdelikts. Das teilte der Sprecher der Behörde, Alexander Badle, am Montag mit. Zum Motiv könne man nichts sagen: „Wir ermitteln in alle Richtungen.“ Zum Stand der Untersuchungen ging eine Mitteilung heraus. Demnach hat der noch vor Ort festgenommene Verdächtige gegen 14:45 Uhr am Montag seinen Wagen in die Menschenmenge gelenkt.

Klar ist: Die Polizei geht von einer vorsätzlichen Tat aus. Das erklärte ein Sprecher am Montag in Volkmarsen. Hinweise auf eine politisch motivierte Straftat lagen aber nicht vor. „Wir gehen nicht von einem Anschlag aus. Wir gehen von einem vorsätzlichen Tatgeschehen aus.“ Für die Bewertung als terroristischen Anschlag ist die politische Motivation entscheidend.

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    Das hessische Innenministerium wollte zeitgleich einen Anschlag allerdings zunächst nicht ausschließen. Ein Sprecher des Ministerium verwies auf die noch unübersichtliche Lage vor Ort. Der Täter ist ein 29-jähriger deutscher Staatsbürger aus Volkmarsen. Der Mann war Medienberichten zufolge nicht alkoholisiert. . Ob er unter Drogeneinfluss gestanden habe, stehe noch nicht fest, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Dienstag. Bislang sei der Mann nicht vernehmungsfähig.. Informationen der Nachrichtenagentur dpa zufolge soll der 29-Jährige jedoch bereits durch Beleidigung, Hausfriedensbruch und Nötigung polizeilich auffällig geworden sein.

    In Volkmarsen hat es derweil nach Angaben des Frankfurter Polizeipräsidenten Gerhard Bereswill eine zweite Festnahme gegeben. Es sei noch nicht klar, ob der Festgenommene als Tatverdächtiger gelte oder ein Zeuge sei, sagte er auf einer Veranstaltung am Montagabend in Frankfurt am Main. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen soll der zweite Festgenommene hinter dem Auto gefilmt haben. Demnach war aber noch unklar, ob als Schaulustiger oder ob er eingeweiht war. Er sei bereits kurz nach dem Zwischenfall von der Polizei mitgenommen worden.

    Die weitere Hintergründe der Geschehnisse vom Montag sind entsprechend unklar. „Ob es sich um einen medizinischen Notfall handelt oder ein technisches Versagen ist oder ob schlimmstenfalls Absicht dahinter steckt, dazu können wir leider gar nichts sagen“, hatte ein Polizeisprecher in Kassel zunächst gesagt.

    Zugleich bat die Polizei darum, „keine ungesicherten Meldungen weiter zu verbreiten“. Zeugen werden aufgefordert, angefertigtes Bildmaterial und Videos bei den Behörden zur weiteren Aufklärung einzureichen. Die Polizei warnte auch vor dem Verbreiten angeblicher Fotos des Täters. „Bei der abgebildeten Person handelt es sich definitiv nicht um den Täter“, schrieb die Polizei Nordhessen am späten Montagabend bei Twitter. „Teilen Sie keine Falschnachrichten!“, hieß es. Dazu stellte sie ein Bild, auf dem mehrere Menschen zu sehen sind, die neben einem Auto stehen. Ihre Gesichter wurden unkenntlich gemacht. Es würden derzeit Fotos kursieren, die angeblich die Festnahme des Täters zeigen sollen, hieß es in dem Tweet. Alle Faschingsumzüge in Hessen wurden derweil abgebrochen, schrieben die Behörden.

    Zahlreiche Rettungskräfte sind vor Ort im Einsatz. Quelle: Reuters
    Tatort in Volkmarsen

    Zahlreiche Rettungskräfte sind vor Ort im Einsatz.

    (Foto: Reuters)

    Es handelt sich bei dem Fahrzeug um einen silbergrauen Mercedes-Kombi. Laut noch unbestätigter Angaben des Hessischen Rundfunks berichteten Augenzeugen, der Fahrer habe in der Menschenmenge noch einmal Gas gegeben und sei rund 30 Meter weit gefahren, ehe er zum Stehen kam. Weiteren Zeugenberichten zufolge musste der Fahrer vor Angriffen von Teilnehmern des Umzugs geschützt werden, bevor er in Haft genommen wurde.

    Im Rathaus wurde ein Notlagezentrum mit Seelsorge und Polizeikräften eingerichtet, das bis Dienstag geöffnet bleibt. Dort erhalten direkt Betroffene und Angehörige gesicherte Informationen und Unterstützung, wie die Polizei Nordhessen am Montag auf Twitter mitteilte. „Wir sind alle betroffen, alle tief geschockt“, sagte Hartmut Linnekugel ,der parteilose Bürgermeister der Stadt.

    Volkmarsen ist eine Kleinstadt im Landkreis Waldeck-Frankenberg mit rund 6800 Einwohnern. Sie ist rund 30 Kilometer von Kassel entfernt. Bereits am Sonntag hatte es nach Angaben der örtlichen Feuerwehr einen Zwischenfall bei einer Karnevalsveranstaltung in einer Halle in Volkmarsen gegeben.

    Wegen eines Feueralarms seien der Veranstaltungsort geräumt und der betroffene Bereich kontrolliert worden, schrieb die Feuerwehr auf Facebook. Der Grund für den Alarm sei nicht feststellbar gewesen, anschließend sei die Veranstaltung nach einer kurzen Unterbrechung fortgesetzt worden. Ob es einen Zusammenhang zwischen den Vorfällen gibt, ist unklar.

    • dpa
    • alm
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