Volksfest-Rede Rösler verspottet Merkel als „Barbiepuppe“

Die erwartete Redeschlacht auf dem Gillamoos-Volksfest fällt aus - Bundesgesundheitsminister Rösler hält vielmehr eine kabarettreife Rede. Umso heftiger wettert SPD-Chef Gabriel gegen die schwarz-gelbe Atompolitik.
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Rösler: "Angela Merkel gibt es jetzt auch als Barbiepuppe." Quelle: DAPD

Rösler: "Angela Merkel gibt es jetzt auch als Barbiepuppe."

HB ABENSBERG. Heftige SPD-Attacken auf die Bundesregierung, Zurückhaltung und Spott bei CSU und FDP: Spitzenpolitiker der Parteien haben sich am Montag auf dem Volksfest Gillamoos im niederbayerischen Abensberg ein Stelldichein gegeben.

SPD-Bundeschef Sigmar Gabriel warf Schwarz-Gelb wegen des Atomkompromisses Käuflichkeit vor. Bayerns Umweltminister Markus Söder (CSU) verteidigte die Vereinbarung. Dagegen unterließ Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) Angriffe auf den politischen Gegner: In einer kabarettreifen Rede spottete er vielmehr über die eigene Kanzlerin Angela Merkel (CDU).

Gabriel kritisierte, die Sicherheit der Bevölkerung bei der Atomkraft sei an die vier großen Energiekonzerne „verkauft“ worden. „So dreist ist in Deutschland noch nie der Eindruck erweckt worden, Politik sei käuflich. Die haben Geld geboten - und die anderen haben danach Gesetze gemacht.“ Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) sei „als schwarz-grüner Tiger gestartet und als begossener Pudel gelandet“.

Söder dagegen argumentierte, würde Deutschland aus der Atomtechnik aussteigen, kauften die Konzerne den Strom im Ausland. So würden dann nicht kontrollierbare Kernkraftwerke im Ausland wie der Meiler Temelin in Tschechien finanziert.

Zuvor hatten sich Union und FDP auf längere Laufzeiten von 8 Jahren für ältere Atommeiler und von 14 Jahren für jüngere Kernkraftwerke verständigt. Im Schnitt ergibt sich damit eine Laufzeitverlängerung von 12 Jahren. Die letzten Meiler dürften damit erst im Jahr 2040 oder noch später abgeschaltet werden.

Gabriel ging mit Schwarz-Gelb insgesamt hart ins Gericht. „Ich hatte die letzten Monate den Eindruck, im Kanzleramt sitzt eine Nicht-Regierungs-Organisation.“ Dem Gesundheitsminister warf er Klientelpolitik vor. Rösler mache aus einer Zwei-Klassen- eine Drei- Klassen-Medizin, zum Nachteil von gesetzlich Versicherten, die sich keine private Zusatzvorsorge leisten könnten.

Der FDP-Politiker selbst spottete derweil über die Kanzlerin: „Angela Merkel gibt es jetzt auch als Barbiepuppe. Die kostet 300 Euro. Das heißt, die Puppe kostet nur 20 Euro, aber richtig teuer werden die 40 Hosenanzüge.“ Zur Gesundheitspolitik nahm er nicht Stellung. Er lästerte lieber über das eigene Regierungsbündnis: „Das ist keine Koalition, sondern manchmal eine schlagende Verbindung.“ In den ersten zehn Monaten habe die Regierung nichts getan. „Das waren genau die zehn Monate, die die Wirtschaft gebraucht hat, um sich zu erholen.“

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  • Was dieser junge Schnösel Rösler sich leistet ist eine Frechheit. Dieser Gesundheitsminister gehört einfach abgesägt. besserungen hat er für die Gesundheitspolitik überhaupt nicht gebracht. Die Kassenpatien zahlen immer mehr drauf für den aufgeblähten beamtenapparat des Gesundheitsfonds und bei den Patienen kommt nichts an, es wird immer mehr Geld von den Versicherten verlangt, das dann im irgendwelchen Kanälen versickert.

  • ich gebe vielen meiner Vorrredner hier absolut recht.
    Nicht nur, dass das Niveau vom Handelsblatt derbe runtergeht durch boulevard-blatt ähnliche Aufmacher Titel, sondern es häufen sich diverse Rechtschreibfehler, inhaltliche Fehler, Zahlenverdreher und vor allem ständig wiederholende Satzfloskel, die ich schon fast nicht mehr hören kann.

  • Nachdem politisches Kabarett in Deutschland verboten wurde, man hat jedenfalls den Eindruck versucht nun Rösler die saure Gurkenzeit zu überbrücken. Nicht so steif sehen, wenn Angela Merkel barbie ist dann kann Westerwelle nur der nette Kenn sein. Was die Hosenanzüge von Angela betrifft haben sie eine Grösse, die nach abtragen fast alle Grünen Frauen ohne probleme tragen können.

  • Das Hb hat als Quelle seriöser und sachlicher information aufgehört zu existieren.

  • Das "Handelsblatt" will doch seriös sein? ich schließe mich den Vor-Schreibern voll an. Die Überschrift ist reißerisch und entspricht überhaupt nicht dem tatsächlich Geschehenen und dem was Rösler meint. Mir ist schon seit einiger Zeit aufgefallen, daß das Handelsblatt mehr und mehr in Richtung billigen "Linksjournalismus" geschwenkt ist. Das ist wohl das "Werk" des neuen Chefredakteurs Gabort, der bekanntlich vorher beim "Spiegel" war: Der inhalt wird schlechter, einzig das Zeitungsformat ist prima und besser als vorher.

  • Das ist eine hinterhältige Überschrift, die in keiner Weise mit dem inhalt übereinstimmt. Das ist schlechtes bild-Niveau.

    Und: Zit.:"Noch nie war die Politik so schlecht wie heute! Und täglich wird sie schlechter und unübersehbarer, egal in welchem Fachgebiet!"

    Komisch: und Deutschland wird von aller Welt wegen seiner Reformfähigkeit und Krisenbeständigkeit gerühmt - daran muss unsere Politik doch auch einen Anteil haben. Zeig ein vergleichbar großes Land, das gegenwärtig eine erfolgreichere Politik als die Deutschen fährt. Das sind nicht viele.

  • Wenn Merkel die Sicherheit der bevölkerung an die vier Energieversorger verkauft hat, dann hat Rot-Grün sie damals verschenkt. Denn wenn es um Sicherheit der KKW so schlecht steht wie Gabriel glauben machen will, hätten Schröder/Fischer/Trittin sie schon 2001 abschalten lassen müssen!

    Was kann Gabriel noch ausser Agitprop?

  • Auch hier nochmal: Wenn Rösler sagt, es gäbe Merkel nun auch als barbiepuppe, behauptet er damit nicht, Merkel selbst sei eine solche. Die Überschrift "Rösler verspottet Merkel als barbiepuppe" suggeriert in sofern wesentlich mehr Gehalt, als der Artikel tatsächlich zu bieten hat. Eigentlich schade - hatte gedacht, nur die biLD hätte das nötig...

  • Der Lügenbaron Gabriel lässt aber auch keine Station aus, um auf Wahlstimmenfang zu gehen. Wie kann man nur einem Mitglied der SPD glauben, dass er irgendetwas besser machen würde. Ganz egal, ob die CDU oder CSU oder die FDP oder die SPD. Wer immer an der Macht ist verarscht die bevölkerung. Die SPD hat es uns vorher gezeigt. Ob bei Rot-Grün oder später in der großen Koalition. Erst wurde bei den Arbeitnehmern auf Stimmenfang gesetzt und dann hinterher als Regierung für die Arbeitgeber regiert. Für die Vergesslichen in unserem Land nochmal ein paar kleine unverdauliche Happen, die wir der SPD verdanken. Kürzung des Arbeitslosengelds von 2 auf 1 Jahr, Mwst.-Erhöhung um 3 Prozent, Rente mit 67 usw... ! immer schön zu hören, dass die Opposition alles besser machen würde. Hatte Guido W. auch immer im Wahlkampf unter das Volk gebracht: "Mehr Netto vom brutto". Wenn man nicht genau wüsste, dass unsere Politiker nur berufslügner und Volksverdummer sind, könnte man Gabriel glauben. Die Vergangenheit hat uns gelehrt, was nach der Wahl von dem Geschrei übrig bleibt. Würde keiner mehr wählen gehen, dann hätten wir bessere Politiker. Sie können sich nunmal nicht selbst zu Regierenden erklären.

  • ich bin mittlerweile zur Überzeugung gelangt, wenn die Politiker von Schwarz und Geld für 1 Jahr in den Urlaub fahren und keine Gesetze und Verordnungen verabschieden, dann könnte sich die Wirtschaft erholen. bisher haben sämtliche Änderungen in den Gesetzen nur zu mehr Verwirrung, zusätzlichen Subventionen (z.b. Kuh-Pups-Prämie) oder zu höheren belastungen geführt. Vielleicht sollten die Minister u. Staatssekretäre auch noch die Hauptabteilungsleiter in den Ministerien mitnehmen. Der allgemeine Sachbearbeiter des bundes kann den Geschäftsbetrieb wahrscheinlich zuverlässiger und berechenbarer aufrecht erhalten.

    Noch nie war die Politik so schlecht wie heute! Und täglich wird sie schlechter und unübersehbarer, egal in welchem Fachgebiet!

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