Von der Leyens Airbus bleibt am Boden A400M a. D.

Das musste wohl so kommen: Jahrelang gab es Pannen, nun bricht Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen endlich zur ersten Dienstreise mit einer Airbus A400M auf – und bleibt mit einem Triebwerksausfall liegen.
6 Kommentare
Den Flug von Berlin-Tegel nach Rukla in Litauen absolvierte die Verteidigungsministerin mit dem neuen Flugzeug – auf dem Rückflug musste die Transall einspringen. Quelle: dpa
Von der Leyen vor dem Start der Airbus A400

Den Flug von Berlin-Tegel nach Rukla in Litauen absolvierte die Verteidigungsministerin mit dem neuen Flugzeug – auf dem Rückflug musste die Transall einspringen.

(Foto: dpa)

KaunasGleich bei der ersten Dienstreise von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen mit einem modernen A400M-Transportflugzeug hat die Maschine ihren Dienst versagt. Ein Triebwerk sei ausgefallen, sagte die CDU-Politikern am Dienstag in Litauen.

Die Maschine musste zunächst auf dem Flughafen in Kaunas stehenbleiben. Die Ministerin und ihre Delegation wollte mit einer älteren Transall-Maschine zurück nach Berlin fliegen. Eigentlich sollen die A400M die Transall-Flugzeuge ersetzen.

Die Airbus A400M gilt als das modernste militärische Transportflugzeug der Welt, aber auch als größter Problemfall der Bundeswehr. Politische, finanzielle und technische Probleme verzögerten die Entwicklung jahrelang.

Der erste Prototyp wurde Ende 2009 erprobt. Im Oktober 2013 stellte die französische Luftwaffe das erste Serienmodell in Dienst. Die Luftwaffe bekam Ende 2014 ihre erste Maschine und hat bisher acht von 53 bestellten erhalten. Wegen Triebwerks-Problemen stürzte eine Maschine im Mai 2015 bei einem Testflug in Spanien ab, vier Insassen starben

Das propellergetriebene Flugzeug hat eine Gesamtlänge von 45 und eine Spannweite von 42,40 Metern. Bei einer maximalen Reisegeschwindigkeit von 780 Stundenkilometern kommt die Maschine bei 20 Tonnen Nutzlast auf eine Reichweite von maximal 6390 Kilometern.

Von der Leyen hatte in Litauen das von der Bundeswehr geführte Nato-Bataillon besucht. Sie geht davon aus, dass die USA auch unter ihrem neuen Präsidenten Donald Trump an der in der Nato vereinbarten Truppenstationierung in Osteuropa zur Abschreckung Russlands festhalten werden. Ihren US-Kollegen Jim Mattis werde sie am Freitag in Washington zum ersten Mal treffen, sie habe jedoch bereits mit ihm telefoniert, sagte die Ministerin.

„Nach dem, was wir im Gespräch miteinander ausgetauscht haben, habe ich keine Zweifel an seiner tiefen Überzeugung der Wichtigkeit der Nato und auch an der Standfestigkeit der Amerikaner innerhalb der Nato zu dem, was wir miteinander verabredet haben.“ Die Bundeswehr führt dort eines der vier Kampfbataillone, die die Nato zur Abschreckung Russlands nach Osteuropa entsendet.

Die USA übernehmen das Kommando über das Bataillon in Polen. Trump hat die Nato in der Vergangenheit immer wieder kritisiert und die Grundpfeiler des westlichen Verteidigungsbündnisses wie etwa die gegenseitige Beistandsverpflichtung infrage gestellt. Im Wahlkampf hatte der Milliardär zudem gedroht, die Verbündeten in Europa im Stich zu lassen, falls sie nicht genug für ihre Verteidigung ausgeben. Er drohte auch mit dem Abzug der verbliebenen US-Truppen aus Europa, wenn die Europäer nicht mehr für den Schutz durch die Amerikaner bezahlten.

Trump sorgte damit vor allem in den baltischen Staaten für Unruhe, die russische Übergriffe auf ihr Territorium nach dem Muster der Ukraine befürchten. Nach dem Ende des Kalten Krieges hatten die europäischen Staaten ihre Wehrausgaben drastisch gekürzt. Erst seit der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland 2014 kehrt sich dieser Trend langsam wieder um. Auch Deutschland erhöht seinen Wehretat seit einiger Zeit wieder.

Mali überholt Afghanistan
Bundeswehr in Mali
1 von 6

Der Bundestag hat die Ausweitung des Bundeswehreinsatzes im westafrikanischen Mali beschlossen. Bereits an diesem Freitag beginnt die Verlegung acht deutscher Kampf- und Transporthubschrauber in den gefährlichen Norden des Krisenstaates. Fünf Gründe, warum Mali damit das wichtigste Einsatzgebiet der Bundeswehr wird.

Truppenstärke:
2 von 6

Künftig können bis zu 1000 Soldaten an der UN-Mission zur Umsetzung des Friedensabkommens für Mali teilnehmen. Bisher waren es maximal 650. Hinzu kommen bis zu 300 Soldaten, die im Süden des von islamistischen Rebellen terrorisierten Landes die Armee ausbilden. Damit werden in Mali bald so viele Soldaten stationiert sein wie in keinem anderen Land der Welt. In Afghanistan, dem bisher größten Einsatz, liegt die Obergrenze bei 980 Soldaten. Einst waren es dort mehr als 5000.

Rückzug aus Afghanistan
3 von 6

Der Einsatz im Hindukusch gilt als Auslaufmodell. Die Nato hat dort den Kampf gegen die radikalislamischen Taliban der einheimischen Armee überlassen. Die internationalen Truppen sind nur noch zur Beratung und Ausbildung da. Die meisten der gut 900 deutschen Soldaten werden selbst dafür nicht mehr eingesetzt, sondern betreiben nur noch das Feldlager in Masar-i-Scharif. Hinzu kommt, dass die Fortsetzung des Einsatzes ganz und gar von den USA abhängt, die den größten Teil der Nato-Truppe stellen. Sollte also US-Präsident Donald Trump den Abzug seiner Truppen anordnen, dann ist Schluss am Hindukusch.

Europas Verantwortung
4 von 6

In Mali ist das ganz anders. Die Amerikaner haben es seit Beginn der Krise den Europäern und Afrikanern überlassen, die Probleme in den Griff zu bekommen. Als der Norden Malis 2012 in die Hände von Rebellen fiel, intervenierte Frankreich. Um die Ausbildung der malischen Armee kümmert sich jetzt die EU. Und an der UN-Friedensmission sind zwar überwiegend Afrikaner beteiligt. Aber hochwertiges Gerät wie Drohnen und Hubschrauber samt Personal stellen Länder wie Deutschland und die Niederlande.

Verantwortung in den vereinten Nationen
5 von 6

Deutschland ist lange Zeit für mangelndes Engagement in UN-Friedensmissionen kritisiert worden. Die einzige größere Beteiligung an einem Einsatz der Vereinten Nationen gab es bisher bei der Kontrolle des Waffenschmuggels vor der libanesischen Küste. Aber auch dort sind nur 130 deutsche Soldaten eingesetzt. In Mali kann Deutschland jetzt zeigen, dass es auch in den UN bereit ist, mehr militärische Verantwortung zu übernehmen.

Flüchtlingsrouten
6 von 6

Das ist vielleicht der wichtigste Grund für die große Bedeutung des Mali-Einsatzes: Durch Mali und das Nachbarland Niger laufen die wichtigsten Flüchtlingsrouten zur libyschen Mittelmeerküste. Die Bekämpfung von Fluchtursachen hat in der deutschen Sicherheitspolitik eine sehr hohe Priorität. Deswegen war im vergangenen Jahr auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) schon in der Region und besuchte auch Mali. Sie hat Afrika zu einem Schwerpunktthema der laufenden deutschen G20-Präsidentschaft erklärt. Der Kontinent ist also inzwischen ganz klar Chefsache.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • dpa
  • rtr
Startseite

Mehr zu: Von der Leyens Airbus bleibt am Boden - A400M a. D.

6 Kommentare zu "Von der Leyens Airbus bleibt am Boden: A400M a. D."

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • alles kann passieren bei der "bunten" Truppe......

    Flinten-Uschi sollte mal prüfen lassen, ob nicht einer Ihrer vergenderten Schützlinge im Stress evtl. einen Dildo im Triebwerk liegen gelassen hat. Danach ab zum Stuhlkreis mit gegenseitigem Händchenhalten....
    lol

    Die Bundeswehr ist zu einem armseligen Haufen heruntergewirtschaftet worden.
    Wer soll davor noch "Respekt" haben?

  • Airbus baut keine Triebwerke.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Flugzeugtriebwerken#Strahltriebwerke

  • lol, die BW sollte sich bei Lockheed oder Boeing eindecken, sofern es in den verantwortlichen Stellen nicht an Intelligenz mangelte, in den Verträgen Kündigungsklauseln einzubauen, um die Steuerzahler nicht mit den Folgen derartiger Inkompetenz zu behelligen.

  • Major Tom Enders gehört schon lange in die Wüste. Das ist ein selbstdarstellender Pustefix!!!

  • Das passt zu Pannen Röschen!!! Das Unfähigste was Berlin zu bieten hat ... nach Märchenonkel de Maiziere!!!! Diese Regierung ist fertig. Das sind nur noch Lachnummern.

  • A 400 M ist symptomatisch für den Zustand von EADS Airbus , Verteidigungsministerium, Staat und Regierung und ahnungslosen Ministerinnen die von Tuten und Blasen keine Ahnung haben und sog. Managern wie Tom Enders, die von Technik ebenfalls keine Ahnung haben nur noch mit Leiharbeitern arbeiten lassen und lieber in China heimlich eine zweite Flugzeugfabrik bauen anstatt endlich ihren Aufgaben nachzukommen ein Transportflugzeug zu produzieren und auszuliefern.
    Jeder zivile Kunde hätte die Flugzeugbestellung nach jahrelanger Verspätung schon lange abbestellt, der Steuerzahler darf für Schlamperei seitens Behörden,Bundesregierungen und Hersteller wieder einmal tief in die Tasche greifen.
    EADS, Bundesregierung, Verteidigungsminister(innen), die Bundesrepublik Deutschland als Wirtschaftsstandort für Flugzeugbau gibt somit ein chaotisches Bild ab wie es katastrophaler nicht sein kann eben beispielhaft für das ganze Land ( siehe auch Berliner Flughafen, Elbphilharmonie, Heckler und Koch, A 380, Volkswagen, Deutsche Bank usw)
    Gute Nacht Deutschland, deine Tage sind gezählt , China wartet schon auf deine Übernahme und die Einwohner merken es noch nicht mal mehr!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%