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Vor dem Bundesparteitag AfD droht neuer Machtkampf

Frauke Petry hat der AfD Ende September den Rücken gekehrt, seither ist Jörg Meuthen alleiniger Parteichef. Am Wochenende stehen Vorstandswahlen an. Um die wichtigsten Posten wird jetzt schon gestritten.
Update: 28.11.2017 - 21:10 Uhr 1 Kommentar
Gegen den Vorsitzenden der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag, Björn Höcke, läuft ein Parteiausschlussverfahren. Trotzdem könnte er beim Bundesparteitag groß auftrumpfen. Quelle: dpa
Björn Höcke

Gegen den Vorsitzenden der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag, Björn Höcke, läuft ein Parteiausschlussverfahren. Trotzdem könnte er beim Bundesparteitag groß auftrumpfen.

(Foto: dpa)

BerlinDer AfD droht am Wochenende in Hannover ein Zoff-Parteitag. Grund ist die anstehende Neuwahl des Bundesvorstands. Jörg Meuthen ist alleiniger Parteichef, seit die Co-Vorsitzende Frauke Petry der AfD Ende September den Rücken gekehrt hatte. Für den vakanten Posten will sich nun der Berliner AfD-Landesvorsitzende Georg Pazderski bewerben.

„Nach reiflicher Überlegung und vielen Gesprächen habe ich mich jetzt entschieden, am Wochenende für eine Sprecherposition an der Spitze der AfD zu kandidieren“, sagte Pazderski den Zeitungen des Redaktionsnetzwerkes Deutschland (RND). Angeblich will der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Bundestagsfraktion, Jürgen Braun, Pazderski als neuen Vorsitzenden vorschlagen. „Die AfD hätte mit Pazderski endlich eine Persönlichkeit an der Spitze, die etwas von kollegialer Führung, die wir alle im bisherigen Bundesvorstand vermissen, versteht“, sagte Braun der "Bild"-Zeitung.

Doch gegen die Kandidatur Pazderskis, der dem gemäßigten Parteiflügel zugerechnet wird, regt sich Widerstand aus dem rechtsnationalen Flügel um den Thüringer AfD-Chef Björn Höcke.

Der Co-Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Alexander Gauland, sagte auf „Bild“-Anfrage zu Pazderskis Kandidatur, er werde „auf jeden Fall für Jörg Meuthen stimmen, auch aus Loyalität“. Deutlich distanzierter zu Pazderski äußerte sich der Höcke-Intimus André Poggenburg,

„Alle, die bis zum letzten Tag unbelehrbar dem zweifelhaften Kurs von Frauke Petry folgten, sollten sich diesen Fehler selbst eingestehen und nun nicht gleich höhere Ansprüche anmelden“, sagte der Landes- und Fraktionschef der AfD Sachsen-Anhalt zu „Zeit Online“. Ihm habe „offenbar mindestens die notwendige Menschenkenntnis“ gefehlt.

Poggenburg drängt selbst in die Parteispitze. „Ich möchte auf dem Parteitag am Wochenende für das Amt eines der stellvertretenden Bundessprecher kandidieren“, sagte er. „Es ist wichtig, dass alle innerparteilichen Strömungen an der Parteispitze angemessen vertreten sind. Dazu gehört auch Der Flügel.“

Der ultrarechte „Flügel“ ist eine parteiinterne Gruppierung, die Poggenburg im März 2015 zusammen mit Höcke ins Leben gerufen hat. Der „Flügel“ entstand als Reaktion auf die Versuche von AfD-Gründer Bernd Lucke, die Partei klar nach rechts abzugrenzen.

Die „Gründungsurkunde“ des Flügels ist die „Erfurter Resolution“. Darin heißt es, die AfD müsse eine „grundsätzliche, patriotische und demokratische Alternative zu den etablierten Parteien“ und eine „Bewegung unseres Volkes“ gegen „Gesellschaftsexperimente“ wie Gender Mainstreaming und Multikulturalismus sein. Der Berliner Politikwissenschaftler Hajo Funke spricht im Zusammenhang mit dem „Flügel“ von einem „völkischen Nationalismus“.

Der „Flügel“ und seine Sympathisanten treffen sich einmal pro Jahr vor dem Kyffhäuserdenkmal in Thüringen. So auch in diesem Jahr. Mit dabei: Neben Meuthen und AfD-Vize Gauland auch der Chefredakteur des neurechten „Compact“-Magazins, Jürgen Elsässer, und Pegida-Chef Lutz Bachmann.

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„Höcke wird der AfD wahrscheinlich diese Zerreißprobe nicht zumuten“
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1 Kommentar zu "Vor dem Bundesparteitag: AfD droht neuer Machtkampf"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • " „Höcke wäre sicher eine intellektuelle und politische Bereicherung im Bundesvorstand“,... "

    Exakt dieses ist Höcke nicht! Er ist der Grund, warum viele Frustrierte aus dem bürgerlichen Lager sich von der AfD fernhalten.


    Höcke muß aus der AfD ganz raus.


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