Vorbild Dänemark Kieler Minister für höhere Besteuerung fossiler Brennstoffe

Bei der Umsetzung der Energiewende lohnt ein Blick auf Dänemark, sagt der Kieler Energiewende-Minister Habeck. Dort zeigt sich, dass eine Verteuerung fossiler Energieträger Vorteile bringt – auch für die Wirtschaft.
Update: 04.04.2014 - 12:11 Uhr 13 Kommentare
Robert Habeck: Der Kieler Grünen-Landesminister hat das dänische Vorbild seit zwei Jahren genauer analysieren lassen. Quelle: dpa

Robert Habeck: Der Kieler Grünen-Landesminister hat das dänische Vorbild seit zwei Jahren genauer analysieren lassen.

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BerlinDer schleswig-holsteinische Energiewende-Minister Robert Habeck (Grüne) plädiert dafür, sich bei der Umsetzung der Energiewende stärker an der dänischen Energiestrategie zu orientieren. Er nahm dabei Bezug auf eine Studie des Handelsblatt Research Institute im Auftrag des US-Konzerns General Electric (GE).

Der Verweis in der Studie auf Dänemark sei im Wärmesektor genau richtig, sagte Habeck Handelsblatt Online. Schleswig-Holstein habe das dänische Vorbild seit zwei Jahren genauer analysiert und arbeite an einer erneuerbaren Wärmeversorgung. „Allerdings ist der Hauptmotor in Dänemark eine Abgaben- und Steuerpolitik, die fossile Energien verteuert - woran sich Deutschland bisher nicht herantraut“, fügte Habeck hinzu. „Aber nur wenn man den fossilen Verbrauch verteuert, schafft man Innovation und Wettbewerbsfähigkeit.“ Die Energiewende sei dabei „Transmissionsriemen, aber nicht der Feind von Wirtschaft“.

Fossile Energien werden in Dänemark sehr viel höher besteuert als in Deutschland. Während die Deutschen nur 0,55 Cent/Kilowattstunde (kWh) an Erdgassteuer zahlen, belaufen sich die dänischen Abgaben und Steuern für die Nutzung fossiler Energieträger auf rund 3,81 Cent/Kilowattstunde (kWh). „Dadurch entsteht ein Anreizsystem, das den Einsatz erneuerbarer Energien marktgesteuert und ohne staatliche Förderung vorantreibt“, wie Experten in einer von Habeck in Auftrag gegebenen Studie schreiben. Die Wärmepreise in Dänemark befänden sich aber dennoch weitgehend auf deutschem Niveau.

Die Handelsblatt-Studie „Neue Impulse für die Energiewende – Was die deutsche Energiepolitik aus dem internationalen Vergleich lernen kann“ vergleicht insgesamt 24 Volkswirtschaften von OECD- und BRICS-Ländern nach ihren Fortschritten bei der Energie- und Klimapolitik.

Auch der Vize-Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Oliver Krischer, verweist auf Dänemark als Vorbild. Mit der Förderung und dem Ausbau der hocheffizienten Kraft-Wärem-Kopplung (KWK) sei es dort gelungen, die Strom- und Wärmeversorgung nachhaltiger zu gestalten.

Vor diesem Hintergrund forderte Krischer die Bundesregierung auf, mit der Energiewende endlich wieder Ernst zu machen. Nur dann könne Deutschland wieder seinen Vorbildcharakter bei der Energiewende zurückerhalten. Doch die Große Koalition betreibe derzeit genau das Gegenteil, kritisierte der Grünen-Politiker. „Sie bremst die Erneuerbaren aus, schafft keine Anreize zum Energiesparen und es gibt weiter keinen Markt für Energieeffizienz.“ Schon heute produzierten neue Wind- und Solaranlagen günstiger Strom als neue Gas- oder Kohlekraftwerke.

„Statt jährlich Milliarden für den Import von Energierohstoffen an Putin oder die Scheichs in Saudi-Arabien zu überweisen, brauchen wir den konsequenten Ausbau der Erneuerbaren, mehr Energiesparen und mehr Energieeffizienz“, sagte Krischer.

Plädoyer für „Billigmacher“ Windenergie
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13 Kommentare zu "Vorbild Dänemark: Kieler Minister für höhere Besteuerung fossiler Brennstoffe"

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  • Die grünen Bevormunder kommen wieder aus den Löchern, obwohl sie nichts mehr zu sagen haben. Sie kennen nur Steuer- und Abgabenerhöhungen. Woher die Bürger das Geld nehmen sollen, sagen sie nicht! Nein, Multi-Kulti und Bevormundungen bis in alle Lebensbereiche hinein wollen die Bürger nicht. Darum gehören die grünen Kommunisten in die Tonne. Für immer.

  • Die "Kommunisten im Tarnkleid des Naturschutzes" stehen für immer höhere Steuern und immer mehr Regulierung, immer mit Naturschutz/Umwelt begründet. Wie die "Kommunisten im Tarnkleid des Naturschutzes" zu Deutschland stehen läßt sich sehr einfach "googeln"!
    UNWÄHLBAR, für alle die lesen können!!!

  • "Facebook ist eine Schnüffel-Anwendung zum Ausspionieren der Menschen. Das ist ganz klar."
    ---
    Na ja, wer zwingt einen, bei FB mitzumachen? Ich habe bis heute keinen Account dort, was sich auch nicht ändern wird, und alles, was auch nur entfernt mit FB, Google+ o.ä. zu tun hat, wird auf meinem Rechner als Sicherheitsrisiko aktiv geblockt.

  • Facebook ist eine Schnüffel-Anwendung zum Ausspionieren der Menschen. Das ist ganz klar.

    Einmal ein paar Daten eingegeben, wird man unablässig aufgefordert, mehr und immer mehr von sich preiszugeben. Sortiert in der "Timeline" nach Jahren.

    Fehlen Angaben wie z.B. der aktuelle Wohnsitz oder Beruf hakt die Website unablässig nach. Sogar "Freund-Vorschläge" bekommt man an die private email-Adresse geschickt, um nochmehr "soziale Daten" aus den Menschen rauszupressen.

    Was man 1x eingegeben hat, vergisst das System nicht mehr auf seinen Servern. Facebook = NSA. Nicht das man etwas zu verbergen hätte, aber sowas penetrant Aufdringliches habe ich noch nicht erlebt.

    Sein Geld verdient Facebook mit üppigen Bonus-Zahlungen der Geheimdienste und nicht aus Werbe-Einnahmen. Das ist Pillepalle dagegen.

    Sperrt unbedingt den sogenannten "public search" sonst tauchen alle eure Daten bei den Google-Suchergebnissen auf !!

  • @OttoCunz:

    > Die rot-grünen Gutmenschen können nur zwei Dinge:
    > Verbieten und besteuern.

    Dass wir mehr politische Steuerung brauchen, ist doch unbestritten. Beispielsweise muss das Trennbankensystem wieder her.

    Ihr wirklicher Treffer ist aber "Gutmenschen": Bei den Grünen sind massenweise Idealisten unterwegs, die ansonsten aber völlig ahnungslos sind. Ein Beispiel lieferte das Wahlprogramm der Grünen für den Landkreis München, das sicher gut gemeint war. Aber das ist bekanntlich das Gegenteil von "gut gemacht".

    So wollten die Grünen Windenergie und Biomasse-Kraftwerke fördern - beides im Speckgürtel einer Großstadt eindeutig kontraindiziert.

    Aber darauf, dass die Bauern in Nahversorgung machen sollten und deshalb mit Geothermie beheizte Gewächshäuser einen interessante Idee wären, kamen sie nicht. Geothermie ist im Landkreis München ja auch ein soooo unbekanntes Thema - siehe Unterhaching.

    So werden also weiter spanische Tomaten mit dem LKW nach München geschafft.

  • Sollen den E-Cat genehmigen und das Thema ist durch. Aber dann könnten die Grünen kein Feindbild mehr aufbauen. Deshalb halten sie an den alten Zoten so fest.

    Sollen sich doch ein Vorbild an Gottvater nehmen. Der arbeitet für jeden, der Kohle rüber schiebt. Ob da mal alle Steuern richtig erklärt wurden? Claudia Roth hatte dazu gestern Abend den Mund ja reichlich voll genommen. Ob deren Steuererklärungen denn so stimmen? So naiv wie für gestern war, kann nur jemand reden, der keine Ahnung von der Sache hat.

    Zurück zur Frage:
    Ob jemand in Deutschland in der Lage ist seine Steuererklärung für richtig zu erklären, dabei aber erkennen lässt, keine Ahnung zu haben, bezweifle ich ernsthaft.

    Mit gleicher Logik gehe ich davon aus, dass 80 % der Steuererklärungen der Bundestagsabgeordneten falsch sind.

  • Einige Grünenpolitiker sollten besser zum Friseur gehen, statt Interviews zu geben. Dort sind sie besser aufgehoben.

  • @Fredi:

    > MiniBHKW sind die effektivste Art Erdgas zu nutzen:
    > Stromerzeugung für den Eigenbedarf und gleichzeitig
    > Nutzen der Abwärme! Viel effektiver als große
    > Gaskraftwerke, die die Abwärme meist ungenutzt
    > lassen.

    Der Haken dabei: MiniBHKW kommen nur dann auf sinnvolle Betriebszeiten, wenn man sie in größere, schlecht gedämmte Immobilien einbaut. Für einen denkmalgeschützen Gründerzeit-Bau ist das eine sinnvolle Technik.

    Sonst ist diese Technik meist betriebswirtschaftlich grober Unfug: Den Heizkessel wird man nicht los, weil man ihn für die wirklich kalten Wochen im Jahr zusätzlich braucht. Gegenüber einer herkömmlichen Gasheizung hat man 10.000 bis 20.000 EUR zusätzliche Investitionskosten und 500 EUR/a mehr Wartungskosten.

  • absolut!
    Und dann noch die Literaturempfehlung dazu:
    Schüßlburner: "Roter, brauner, grüner Sozialismus." Man sollte den Dingen wirklich auf den Grund gehen, was da so als grüne Frucht daherkommt und innen tiefbraun ist.

  • Und die Grünen schon wieder....entweder sind es Verbote oder neue bzw. höhere Steuerforderungen, mit denen diese Grünen die Bürger in Deutschland gängelt und bevormunden will....Wer jetzt nocht nicht geschnallt hat, dass die Grünen einen "Deutschland Gesellschaft Verachtende/Schädliche" Partei ist, dem ist auch nicht mehr zu helfen.

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