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Vorstandsmitglied unter Druck Euro-Krise mischt Piratenpartei auf

In der Piratenpartei ist ein heftiger Streit über den Umgang mit der Euro-Schuldenkrise entbrannt. Im Zentrum der Kritik steht Vorstandsmitglied Schrade, der Sympathien für die Euroskeptiker in der FDP bekundet hat.
46 Kommentare
Ein Mitglied der Piratenpartei. Quelle: dpa

Ein Mitglied der Piratenpartei.

(Foto: dpa)

DüsseldorfEr sei vom beruflichen Hintergrund her auf den ersten Blick der klassische FDP-Typ, bekannte Matthias Schrade vor wenigen Wochen im Interview mit Handelsblatt Online. Er sei anfangs sogar als U-Boot der Liberalen verdächtigt worden und habe Aufklärungsarbeit leisten müssen, um zu zeigen, dass dem nicht so ist. Schrades Distanz zu den Liberalen hat sich inzwischen verringert. Das Mitglied im Bundesvorstand der Piratenpartei hat offen Sympathien für die Euroskeptiker in der FDP bekundet und damit einen heftigen Streit in seiner Partei über den Umgang mit der Euro-Schuldenkrise ausgelöst.

Aus der Berliner Piratenfraktion heraus wurde Schrade nahegelegt, die Partei zu verlassen. „Wenn Matthias (Schrade) einen Antrag unterstützen möchte, der bei der FDP entstand, dann sollte er sich überlegen, ob die Piraten für ihn die richtige Heimat sind“, sagte Fraktionsmitglied Christopher Lauer Handelsblatt Online. „Beim aktuellen Zustand der Liberalen freut man sich sicher über junge motivierte Mitglieder, die dabei helfen, die FDP im Bund wieder über die fünf Prozent zu heben.“

Matthias Schrade. Quelle: Frank Beer für Handelsblatt

Matthias Schrade.

(Foto: Frank Beer für Handelsblatt)

Schrade wirbt für einen Antrag zum Euro, der wortgleich Formulierungen der Euro-Initiative des FDP-Rebellen Frank Schäffler enthält und der beim Bundesparteitag der Piraten Anfang Dezember in Offenbach zur Abstimmung vorgelegt werden soll. „Ich selbst werde für den Antrag stimmen“, hatte Schrade am Freitag Handelsblatt Online gesagt und hinzugefügt: „Wenn der Antrag angenommen wird, ist das auch gleichzeitig die Parteilinie.“

Schrade will demnach die Piraten - wie Schäffler die FDP – davon überzeugen, unbefristete Rettungsmaßnahmen abzulehnen, bei denen Deutschland für Schulden anderer europäischer Staaten haftet. Rettungsaktionen für überschuldete Staaten ließen sich mit ordnungspolitischen Prinzipien nicht vereinbaren, heißt es zur Begründung in dem Antrag, den ein Piratenmitglied aus dem Regionalverband Hannover angestoßen hat. Diese setzten das Prinzip außer Kraft, wonach Gläubiger für ihr Risiko haften müssten.

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46 Kommentare zu "Vorstandsmitglied unter Druck: Euro-Krise mischt Piratenpartei auf"

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  • @willi

    "Verräter"

    Was ich nicht ganz verstehe: Wer bitteschön verrät hier wen oder was?

  • Die Verräter sitzen im eigenen Lande:
    Schäuble: In weniger als 24 Monaten kommt die Fiskalunion
    http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2011/11/32894/

  • Und, nur damit das jetzt nicht als die Meinung eines alten, unbelehrbaren Sacks abgetan wird, auf den die Piraten gerne verzichten können ;-)

    Mein Stiefsohn, anfang 20, ein Nerd und Zocker vor dem Herren, entdeckt gerade die Welt der Politik, genauer "Occupy". Der sitzt da samstags vor Ort mit den Piraten etc aus der Stadt. Er sagt es so: "Also, die haben alle keine Ahnung. Die einzigen, die wissen, wovon sie reden sind die Leute von Greenpeace und eingeschränkt auch die Grünen".

    Warum wohl? Weil Bewegungen wie die 68er, die Friedensbewegung, die Grünen, Greenpeace seit vierzig Jahren in die Richtung _arbeiten_, in die die "Piraten" zielen, die aber den selben Fehler machten wie die Piraten jetzt - Fachidiotie, nur das eigene kleine Gärtchen im Blick. Nur Attac hat in den vierzig Jahren verstanden, daß man alle zusammenbringen muss, wenn man was ändern will.

    Im Moment sind die "Piraten" so frisch und neu, daß man ihnen Fehler gerne nachsieht, tue ich auch, aber ihr habt da noch ne Menge Arbet vor Euch, bevor ihr ernstahft wählbar seid.

    Auf die geheuchelte Zuneigung der Medien würde ich da nichts geben.

  • @Leser

    >> "Forenbeiträge sind private Meinungen"

    Das Problem, das Leser2003 und einige andere hier mit den Piraten haben, sieht im wesentlichen so aus, daß sie in der realen Welt nach Menschen suchen, die ihre Meinung bestätigen. Etwas von anderen dazulernen, überhaupt akkzeptieren, daß andere anders denken, sie vielleicht Meinungen haben, die vor der "Aufklärung" zu verorten sind und nun auf einem Piratenparteitag auf nicht nur aufgeklärte Menschen treffen, die so rein gar nichts mit ihren Neandertaleransichten anfangen können, verkraften sie nur sehr schwer. Wie gesagt, eigentlich sind sie NPD-Wähler, ich würd' mich da nicht groß drüber aufregen, wenn die herumplärren, sie würden die "Piraten" nicht wählen - sie sind nicht das Zielpublikum.

    >> "Parteimeinung"

    Äh, ich wäre zb. das Zielpublikum, TI 99&4A-sizialisiert, einer der ersten 1000 Leuten in der Repblik, die einen ISDN Anschluss hatten und als "Commuter" (so titulierte der Spiegel damals Leute, die zuhause arbeiten) in einer sehr frühen Version des Internet zuhause. Anhängr solcher lustiger Ideen, wie sie etwa in "Cyberia" von Douglas Rushkoff, RA Wilson und Timothy Leary (ich hoffe, ich hab' mich gerade in Zet und Raum präzise veroret) - also so jemand wie ich wartet seit 20 Jahren auf eine Partei, die all das bündelt.

    Und, ws bekomme ich? Kiddies, die das Rad neu erfinden wollen ... Die gerade mal ein halbes Jahr brauchen, bis die ersten Fälle von Vetternwirtschaft publik werden, deren Sprecher in Foren als "das Frettchen" tituliert wird und so etwas wie eine "Parteimeinung" bislang höchstens in einem Satz wie "Weiss ich jetzt gerade nicht so genau" besteht.

    Ehrlich, ich find' euch irgendwie putzig und in Berlin hätte ich Euch wahrscheinlich gewählt, um der Grünenchefin eins reinzuwürgen, aber im Bund? Nope.

    Ich denke mal, die Partei gibt es nur, weil es einfach zu mühsam ist, sich etwa bei den Grünen zu engagieren und den Weg zu Pästchen und Jobs zu gehen, den andere gehen müssen.

  • Es gibt definitiv kein Forum, das offizielle Aussagen zu diesem Thema macht! Darum heißt es auch in dem Forum, das Sie meinen, ausdrücklich: Forenbeiträge sind private Meinungen der Forenmitglieder, die keine Parteimitglieder sein müssen. Diese Meinungen in dem Forum sind keine offiziellen Aussagen der Piratenpartei Deutschland. - Also informiert euch bitte, bevor ihr den Piraten irgen etwas unterschiebt, was auf eurer eigenen Desinformation besteht!Wir Piraten tauschen uns mit liquid feedback aus. Der Rest ist privater Natur und nicht Parteimeinung.

  • Dass die Piratenpartei eine Partei wie alle anderen auch ist, bzw. sehr schnell werden würde, habe ich schon feststellen können, als ich in den Anfangszeiten der Griechenland"rettung" in dem Parteiforum dagegen anhielt: Ich hatte eine große Mehrheit von "verantwortungsbewussten" Eurozonären gegen mich.

    Seitdem sind die Piraten für mich gestorben: eine monothematische (Internet!) Heißluftpartei, weiter nichts. Hoffentlich verschwinden sie bald wieder von der Bühne.

  • "Also Unterschiede zur DDR bestehen da nicht mehr"

    Eben, die Stasi hat's gelesen und morgen geht's ab nach Bauzen ...

    Wie unterbelichtet muss man sein, um derlei ahistorischen Bullshit zu posten?

  • Ich würde mir wünschen die Presse würde auch endlich mal der Partei Die Freiheit Raum geben.
    Aber die wird ja schon wieder als rechtspopulistisch venunglimpft weil sie nicht auf der polit. korrekten Schiene ist und die ist eben stramm links
    Wir ahben doch längst eine linke Meinungsdiktatur. Die Linken bestimmen wer TV-Auftritte bkeommt oder nicht, die Linken bestimmen offenbar auch was die Presse berichten darf und was nicht
    Also Unterschiede zur DDR bestehen da nicht mehr

  • Die freien Wählr müssen sich nur ein bißchen bekannter machen

  • Es gibt in der Piraten-Partei weder Fraktionszwang noch das übliche Delegiertensystem der konventionellen Parteien. Wer wissen will, welche Ziele die Partei hat und wie das so läuft, besucht am Besten mal einen der vielen Stammtische, die es mittlerweile in jedem größeren Ort gibt und die jedem Interessierten offenstehen. Immerhin ist die Piraten-Partei der Presse mittlerweile wichtig genug, um fast täglich irgendwelchen Blödsinn à la NPD-Mitglieder, Scientologen, Bandstifter, Pädophile und ähnliche Konsorten zu berichten. Selbstredend natürlich angeblich unendlich zerstritten. So ist das eben, wenn eine neue Partei eine bedenkenswerte Alternative zu den Einheitsparteien bietet. Grimms Märchenbuch ist ein Tatsachenbericht gegen solche Presseberichte, was den 'Wahrheitsgehalt' angeht. ;-)

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