VW-Diesel-Skandal
Nach Klüngelei-Vorwurf Ruf nach personellen Konsequenzen

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Behördenchef schickt „industriefreundlichen Gruß.“

In den Unterlagen taucht auch KBA-Präsident Zinke auf. Er schrieb an einen seiner Mitarbeiter, er halte Opel-Ausführungen „insbesondere im techn. Teil im Grunde nach für nachvollziehbar“. Der Behördenchef schließt dann: „Mit industriefreundlichem Gruß.“

In einer gemeinsamen Stellungnahme von Bundesverkehrsministerium und KBA zu den Recherchen hieß es: „Mit den Herstellern wurden im Rahmen dieser Untersuchungen Gespräche geführt und technische Fragen erörtert. Ein solches Prozedere ist international üblich und notwendig.“

Der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV), Klaus Müller, verlangte ebenfalls einschneidende Konsequenzen. „Das Kraftfahrtbundesamt versteht sich leider zu sehr als Partner der Industrie. Darunter leiden am Ende auch die Verbraucher“, sagte Müller dem Handelsblatt. Der Autoskandal zeige, dass das KBA nach 65 Jahren „dringend reformiert“ werden müsse. „Dazu gehört ein neuer Auftrag und frisches Personal.“

Eine funktionierende Marktüberwachung brauche „unabhängige Kontrollen und unvoreingenommene Kontrolleure“, betonte der VZBV-Chef. Er forderte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) auf, noch in dieser Legislaturperiode das KBA-Gesetz zu ändern. „Wie bei der Finanzaufsicht durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) muss Verbraucherschutz als zusätzliches Aufsichtsziel festgelegt werden“, sagte Müller.

Kommentare zu " VW-Diesel-Skandal: Nach Klüngelei-Vorwurf Ruf nach personellen Konsequenzen"

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  • "Frau Annette Bollmohr
    Als gäbe es nicht mehr als genug Sinnvolleres zu tun, und zwar für jeden."

    Wie zum Beispiel aber auch jeden Artikel zu kommentieren.....

  • "Der Bevölkerung hier auf der Erde eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen ist wesentlich wichtiger."


    Anette...Anette....

    was Du immer für einen Mxxxx schreibst!

  • @Herr Matthias Moser, 11.11.2016, 15:38 Uhr

    "Es hängt schließlich jeder 7. Arbeitsplatz daran: Das ist wesentlich wichtiger als ein paar mg CO2 mehr oder weniger!"

    Nein, ist es nicht.

    Der Bevölkerung hier auf der Erde eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen ist wesentlich wichtiger.

    Und die "Erhaltung von Arbeitsplätzen" ist längst zu einem klassischen Totschlagargument von einigen "Interessenvertretern" geworden (und das gilt beileibe nicht nur in der Automobil- und v.a. Rüstungsindustrie).

    Als gäbe es nicht mehr als genug Sinnvolleres zu tun, und zwar für jeden.

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