Wahl der Bundeskanzlerin AfD-Abgeordneter Petr Bystron twittert Wahlzettel – und muss 1000 Euro Bußgeld zahlen

Der AfD-Abgeordnete Petr Bystron muss 1000 Euro zahlen, weil er seinen Stimmzettel veröffentlicht hat. Er zeigt sich uneinsichtig. Andere Politiker gehen auf Distanz.
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Mit dem Tweet hat Bystron den Grundsatz der geheimen Wahl verletzt. Bildquelle: Twitter
Bystrons Stimmzettel

Mit dem Tweet hat Bystron den Grundsatz der geheimen Wahl verletzt.

Bildquelle: Twitter

DüsseldorfDer AfD-Abgeordnete Petr Bystron muss ein Ordnungsgeld von 1000 Euro zahlen, weil er bei der Wahl der Bundeskanzlerin seinen Stimmzettel veröffentlicht hat.

Der Abgeordnete aus Bayern hatte bei der geheimen Wahl am Mittwoch seinen Wahlzettel, auf dem er „Nein“ angekreuzt hatte, fotografiert und das Bild über den Kurznachrichtendienst Twitter verbreitet.

Bystron kommentierte das Foto mit den Worten „Nicht meine Kanzlerin“. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble erklärte daraufhin, gegen Bystron sei ein Ordnungsgeld verhängt worden. Aus der Bundestagsverwaltung hieß es, der Stimmzettel sei trotzdem gültig.

Unterdessen wähnt sich Bystron, der in seiner Zeit als Bayern-Chef der AfD beobachtet wurde, offenbar im Recht. So sagte er im Interview mit dem fraktionseigenen Videodienst, dass er mit der Abstimmung deutlich machen wollte, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht „seine Kanzlerin“ sei.

Aus dem gegen ihn verhängten Bußgeld will der AfD-Mann nun auch politisches Kapital schlagen. Er wolle die Summe von 1000 Euro verdoppeln und „für karitative Zwecke“ den „Opfern der Merkelregierung“ spenden. Als diese Opfer bezeichnet Bystron die Opfer des Terroranschlages am Berliner Breitscheidplatz im Dezember 2016.

Nach dem Bekanntwerden des Tweets kommentierten Politiker anderer Fraktionen die Aktion Bystroms mit harschen Worten: „Chaostruppe ohne Anstand“, nannte Grünen-Politiker Dieter Janecek die AfD wegen der Aktion.

Damit vertritt er eine ähnliche Meinung wie Unionsmitglied Michael Grosse-Brömer: „Sie kriegen noch nicht einmal die einfachsten Sachen im parlamentarischen Alltag geregelt“, twitterte der Politiker unter dem Hashtag #chaostruppe.

Auf Twitter unterdessen sorgte das Verhalten des Abgeordneten für Diskussionen. Während einige der Nutzer – Menschen, die der AfD politisch nahe stehen – die Netzgemeinschaft dazu auffordern, Bystron für die Begleichung seiner Strafe Geld zu spenden, finden andere Nutzer die Reaktion Schäubles richtig. Die Forderung der Bystron-Kritiker: Der Bundestag solle das Geld für Integrationsprojekte spenden.

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10 Kommentare zu "Wahl der Bundeskanzlerin: AfD-Abgeordneter Petr Bystron twittert Wahlzettel – und muss 1000 Euro Bußgeld zahlen"

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  • Das Problem ist nur, Herr Caruso, dass System Alles, womit die AfD auch nur vage Aufmerksamtkeit erregen könnte, wird bundesweit per Gehirnwäsche dem Wähler eingehämmert.

    Selbst damit, womit die völlig recht haben, wird als rechts niedergemacht.

    Als Realist sehe ich die einzige Möglichkeit zu drastischen Veränderungen, wenn die Folgen der Politik von den System-Parteien auch den Dümmsten von der Glotze auf die Straße treibt. Alles andere ist Wunschdenken.

    Solange diese Medien-Treibjagd anhält, wird die AfD nie genug Wähler bekommen, um einen wirklichen Einfluss zu bekommen. Wobei die hoffentlich nis dahin ihr braun tickendes Gesox entsorgt haben.

  • Haben sich die 68er um unmittelbare Konsequenzen Sorgen gemacht? Das lief natürlich hauptsächlich auf den Straßen ab und in den Unis, nicht im Parlament. Aber es stand immer sehr viel Selbstbewusstsein und auch Phantasie dahinter. Und das fehlt heute bei den Rechten.
    Einen Wahlzettel mit dem Nein posten, was von Kümmel und Kamelen reden - das wird nicht reichen. Aufmerksamkeit erregen ist nie verkehrt!

  • Jetzt mal ganz im Ernst Herr Caruso,

    "Die Methoden der 68er waren nicht die Schlechtesten!" Zu beachten ist, wie die sich weiter entwickelt haben - und vor Allem damit in Verbindung des Zeitablauf.

    Wie soll das denn bei den "Rechten" klappen, wenn bereits das "Twittern" eines Wahlzettels zu diesem Aufstand von geistigen Zwergen führt?

    Richtig - entschuldigen muss man sich nicht.

    Aber in der richtigen Art und Weise kann man das schon.

    Z. B. "Ich entschuldige mich nicht dafür, für meine Meinung als rechts verunglimpft zu werden - Sie A......."

  • Im Ernst, Herr Kabus: Die Methoden der 68er waren nicht die Schlechtesten!

    Ich würde mir tatsächlich heute genau so einen Einsatz von den Rechten wünschen.
    Und kein "Ich bin ja gar nicht rechts" oder "Entschuldigung, darf ich mal was sagen?"

  • malen Sie nicht den Teufel ....., Herr Caruso

    Sonst kommt der Pharisäer nur auf noch dümmere Gedanken als bisher :)

  • Herr Falk, beim Namen Teufel kommt ja direkt ins Schwärmen!
    Hose runterziehen und dann einen Haufen machen. So etwas hätte ich mir heute bei der Abstimmung im BT gewünscht!

  • Na, Herr Europäer, zu Zeiten von Fritz Teufel und Dieter Kunzelmann wäre ein solch harmloser Regelverstoß von Seiten einer linken Apo mit Beifall quittiert worden.

    Ich nehme mal an Sie sind zu jung, dass ihnen die Namen Teufel und Kunzelmann noch bekannt sind und etwas sagen. lol

  • Kinder an der Macht...

  • Niveau hin oder Niveau her- Auch Negativwerbung ist WERBUNG. Damit bleibt diese Truppe weiterhin im Gespräch. Mehr wollen sie im Augenblick auch gar nicht. So einfach ist das.

  • Das ist also das Niveau auf dem die AfD "Merkel jagen will".

    Man kann die Wähler, die Hoffnung in diese Truppe gesetzt haben, nur bedauern.

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