Wahl in Bayern CSU im Umfragetief – Seehofer wittert Kampagne

Die Chancen der CSU auf die absolute Mehrheit nach den Landtagswahlen in Bayern schwinden. Für Seehofer sind die Gründe klar: politische Kampagnen gegen ihn und seine Partei.
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Der deutsche Innenminister wirft seinen Kritikern persönliche Kampagnen gegen ihn vor. Quelle: AFP
Seehofer kopiert Trump

Der deutsche Innenminister wirft seinen Kritikern persönliche Kampagnen gegen ihn vor.

(Foto: AFP)

München/AugsburgDrei Monate vor der bayerischen Landtagswahl verliert die CSU in einer weiteren Umfrage deutlich an Rückhalt. Derzeit würden nur noch 38 Prozent der bayerischen Wähler für die Regierungspartei stimmen, wie eine Umfrage von Infratest Dimap für das Politikmagazin „Kontrovers“ des Bayerischen Rundfunks ergab. Das sind drei Prozentpunkte weniger als bei im Mai veröffentlichten Erhebung. Damit sinken die Aussichten von Ministerpräsident Markus Söder, die Alleinregierung der CSU am 14. Oktober zu verteidigen.

Die AfD, deren Einzug in den Landtag die CSU verhindern will, stabilisierte sich demzufolge bei zwölf Prozent. Zulegen konnten die Grünen, die sich um zwei Punkte auf 16 Prozent verbesserten, die SPD (plus eins auf 13) und die Freien Wähler (plus zwei auf neun). Die FDP könnte mit einem Rückgang um einen Punkt auf fünf Prozent knapp in den Landtag kommen. Mehr als die Hälfte der Befragten hat sich allerdings noch nicht auf ihr Wahlverhalten festgelegt.

Der Streit von CDU und CSU über die Flüchtlingspolitik in den vergangenen Wochen hat der CSU nach Ansicht einer überwältigenden Mehrheit geschadet. Dieser Ansicht sind 78 Prozent aller Umfrageteilnehmer und 68 Prozent der befragten CSU-Anhänger. Sowohl CSU-Chef und Bundesinnenminister Horst Seehofer als auch Söder verloren an Beliebtheit.

Seehofer sieht sich derweil als Opfer einer Kampagne seiner politischen Gegner. Zur Kritik an seinen jüngsten Äußerungen in der Flüchtlingspolitik sagte er der „Augsburger Allgemeine“: „Jeder, der es sehen will, sieht, dass hier eine Kampagne gefahren wird, die geht gegen mich und meine Partei.“ Leider hätten sich auch Einzelne aus der CSU dafür vereinnahmen lassen. „Viele der Kritiker lassen genau das vermissen, was sie mir vorwerfen: Anstand und Stil“, monierte Seehofer.

In der BR-Umfrage kam Seehofer mit einer durchschnittliche Schulnote von 3,9 auf den bisher niedrigsten Wert in der BR-Umfrage. Söders Benotung sank auf durchschnittlich 3,4 von 2,8 im Mai. Infratest dimap befragte vom 11. bis 16. Juli 1003 Wahlberechtigte in Bayern. Die CSU war zuletzt gegen den vorherigen Trend auch in Umfragen von GMS und Forsa auf Werte von 39 und 38 Prozent abgerutscht.

  • rtr
  • dpa
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4 Kommentare zu "Wahl in Bayern: CSU im Umfragetief – Seehofer wittert Kampagne"

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  • @Herr Stefan Rudolph
    Dem kann ich nur zustimmen - Herren Seehofer und Söder haben Rückrat!
    Auch wenn mir so gewisse Dinge wie eine bayrische Grenzpolizei (was tut die eigentlich, was eine normale Polizei nicht auch tun könnte? Will man da irgendeine spezielle Polizei für Sonderaufgaben aufbauen?) nicht sinnvoll erscheinen -
    oder das PAG, das die Rechte von Menschen in psychischen schwierigen Situationen massiv einschränkt....
    In der Flüchtlingspolitik und auch mit der bayrischen Eigenheimzulage machen die beiden Herren eine gute Arbeit.

  • Mir sind Politiker, die ihre eigene und die Meinung ihrer Wähler beharrlich vertreten und Rückrad zeigen, 1000x lieber als solche, die aus reinem Opportunismus und zu Gunsten ihrer politischen Karriere unermüdlich Parteiraison praktizieren.

  • @Herr Hans Schönenberg:
    Herr Seehofer und die CSU gehen Probleme an. Man sieht, seitdem Seehofer die Flüchtlingsthematik eskalieren lies, sind WICHTIGE und GUTE Schritte zur Lösung gefunden worden und zur tatsächlichen Hilfe der Flüchtlinge:
    UN-HCR hilft nahe an den Konfliktzentren. Die extrem risikoreichen Überfahrten sollen unterbunden werden. Die Rückführung illegaler Migranten soll verstärkt werden und das Asylverfahren beschleunigt werden. JETZT werden die Probleme tatsächlich angegangen und VIELE Flüchtlinge profitieren von der Sicherheit in UN-HCR Lagern und nicht nur die wenigen "reichen" Flüchtlinge, die sich die teuren illegalen Schlepper leisten konnten.

    ZUM THEMA WOHNUNGSBAU:
    Bayern gibt als EINZIGES Bundesland zur Bundesförderung ein ZUSÄTLICHES Baukindergeld und einen Zuschuß von 10.000 Euro. Die Infrastruktur ist in Bayern wohl als recht gut zu betrachten. In Neubaugebieten werden auch Glasfasernetze mit schnellem Internet verlegt.

    Insgesamt: Bayern ist fleißig, löst Probleme, setzt wirklich sinnvolle durchdachte Lösungen um. Das schönste Beispiel ist der Flughafen - Grüße nach Berlin!

    Wenn Sie schrieben "MAN hängt alles an der Flüchtlingesproblematik auf" - dann sind es genau die Medien, die sehr ausführlich und kreativ berichten. Die Sprüche wie "So geht man mit einer Kanzlerin nicht um" sind lächerlich, da diese Kanzlerin tatsächlich die Probleme verursacht hat und nicht bereit war diese zu lösen. Da bin ich persönlich und hoffentlich auch viele Flüchtlinge Herrn Seehofer dankbar. Ich, weil ich gute Hilfestellungen für Menschen wichtig finde (Humanist). Flüchtlinge, weil ihnen eine tatsächliche Hilfe für ihre Probleme geboten werden und sie nicht als "billige Arbeitskräfte in der Unterschicht" herhalten müssen.

    ALSO BITTE KEIN BAYERN BASHING - WIE DAS GERNE IN DEN MEDIEN BETRIEBEN WIRD.

    P.S.: OLIVER WELKE mit seiner heute show ist da der "SPITZENMANN" - was inzwischen sogar mich langweilt

  • Für mich (kein Bayer) sind das hausgemachte Probleme; man hängt alles an der Flüchtlingsproblematik auf. Lösungen sind zwar sehr wichtig, dabei dürfen die anderen Baustellen in Deutschland (sozialer Wohnungsbau, schlechte Infrastruktur und vieles mehr) nicht vernachlässigt werden. Die Herren Seehofer, Dobrindt und Söder sind zu gleichen Teilen an der Misere der CSU beteiligt und sollten entsorgt werden.

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