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Wahl in Frankreich Merkel in der Sarkozy-Falle

Angela Merkel ist in einer schwierigen Lage. Die Kanzlerin setzt bei der französischen Präsidentschaftswahl weiter auf Amtsinhaber Sarkozy. Das könnte ein Fehler sein. Für die Opposition ist es bereits eine Steilvorlage.
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Sarkozy und Merkel. Quelle: AFP

Sarkozy und Merkel.

(Foto: AFP)

Die erste Runde der französischen Präsidentschaftswahlen wird in Berlin sehr unterschiedlich ausgewertet. Begeistert vom Erfolg des Sozialisten François Hollande ist erwartungsgemäß die SPD. Für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dagegen ist die Lage schwierig. Ungewöhnlich offen hatte sie sich für Amtsinhaber Nicolas Sarkozy ausgesprochen - ihrem Verbündeten in der Euro-Krise. Doch der ging nur als zweiter durchs Ziel. Die Bundesregierung muss sich nun auf einen möglichen französischen Präsidenten Hollande nach der Stichwahl am 6. Mai einstellen.

Beinahe trotzig bekräftigte Vize-Regierungssprecher Georg Streiter: „Die Bundeskanzlerin unterstützt weiterhin Sarkozy.“ Außenminister Guido Westerwelle (FDP) äußerte sich diplomatischer: Vom „großen Interesse“ an der französischen Wahl sprach er und davon, die Entscheidung der dortigen Wähler zu „respektieren“.

Was für Merkel zum Bumerang werden könnte, ist der Umstand, dass Sarkozy nach seiner empfindlichen Schlappe jetzt die extreme Rechte für sich gewinnen will. Nur mit ihren Stimmen kann er sich bei der Stichwahl am 6. Mai eine zweite Amtszeit im Élysée sichern und seinen sozialistischen Herausforderer Hollande im letzten Moment noch abfangen. Hollande kam auf 28,63 Prozent der Stimmen - Sarkozy nur auf 27,18 Prozent.

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel und Grünen-Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck warnten schon die Bundesregierung davor, Sarkozy beim Werben um Stimmen aus dem rechtsextremen Lager zu unterstützen. „Man darf mit Rechtsextremen nicht gemeinsame Sache machen, auch nicht sozusagen hinter vorgehaltener Hand, auch nicht damit taktieren - weder im eigenen Land, noch darf man das mit Blick auf andere Länder“, sagte Gabriel in Kiel, der mit dem Erfolg von Hollande Sozialdemokraten und Sozialisten in Europa im Aufwind sieht.

Europas Zukunft entscheidet sich in Paris

„Statt weiter an Sarkozy zu kleben, erwartet man in Europa von Merkel eine Ansage gegen die ersten Schengen-Auflösungserscheinungen“, sagte Beck Handelsblatt Online. Die deutsch-französische Initiative von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) und seinem Pariser Amtskollegen Claude Guéant für einen Rückfall in die Schlagbaumzeit sei der erste Schritt hin zum Ende des Projekts eines gemeinsamen Europas. Mit diesen „durchschaubaren Wahlkampfaktionen“ werde Rechtspopulisten der Weg geebnet. Sarkozy habe mit seiner Haltung zu den offenen Grenzen im Schengen-Raum und anderen Aussagen bereits die Kandidatin der rechtsextremen Front National, Marine Le Pen, gestärkt „und es besteht die Gefahr, dass er für die Stichwahl noch weiter nach rechts rückt“. Merkel dürfe diesen Schritt nicht mitgehen.

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12 Kommentare zu "Wahl in Frankreich: Merkel in der Sarkozy-Falle"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Bundesbürger
    Die Aussage von Sarkozy teile ich. Er hat Recht
    Und was die Chinesen betrifft, so ist Deutschland mit Schuld an deren Aufstieg und unserem Untergang.
    Die Deutsche Wirtschaft konnte doch in der Vergangenheit nicht schnell genug ständig nach China eilen. Dann haben die Chinesen bestens abgekupfert und machen es nun selbst.
    Wir haben die Spielzeugfirmen geschlossen und via Brüssel kommt jetzt Spielzeug zu uns was mit Giftstoffen belastet ist.
    Wer solche Importe zuläßt, der gehört vor Gericht
    Wann wird das in Berlin eigentlich endlich mal begriffen?
    Warum wird denn das eigene Land durch die Politik zerstört?

  • wollt Ihr ein starkes Europa ?

    dann wählt CDU!

    zum Preis, das ihr verarmt und abgeschafft werdet.

  • Gutes Leadership zeigen heißt, auf die zielführende Option für die gemeinsame Lösung zu setzen, und nicht auf das populistische Sozialistengeschwafel.

    Der Schwätzer Hollande, sollte er das Rennen machen, wird sowieso schnell von der politischen und wirtschaftlichen Realität eingeholt und eingenordet werden.

  • Für Merkel gehts vorrangig nur um eines, und dass ist die Festigung ihrer eigenen Macht und vielleicht noch die Interessen von Lobbys.
    Politische Inhalte werden da fast beliebig, und was das Volk will ist nur vor Wahlen interessant. Es hat ja bisher immer geklappt, das Volk mit leeren aber schön klingenden Worthülsen zu besänftigen und zu beeinflussen.
    Ich bin gespannnt wielange das Volk da noch mitspielt.

  • Monsieur Le Président, mit ihrem für Sie "folgenschweren" Untergang in Frankreich, wird weder Frankreich, Deutschland, noch EUropa am Ende sein. Eher hat die Stunde der Totenglocke einer ungezügelten Globalisierung mit all ihrem Schaden, den sie bereits auf den Weg brachte, regelrecht eingeläutet. Wer früher in Kolonien für die eigene Rohstoffversorgung unterwegs, der sollte sich weniger darüber aufregen, daß "ungezügelter Zuzug von Nachfolgegenerationen", auch auf Umwegen Schengen sprengen mag (schade um die Kleinstadt an der Mosel in Luxembourg).

    Das Problem des "ungebremsten Zuzugs" in Deutschland, darf sich die "Wirtschaft" selbst zuschreiben. Sie haben es im Rahmen einer vom Volk so nicht gewollten "Wende" zur Globalisierung dahingehend fertiggebracht, nur die positiven Auswirkungen zu sehen. Für sich. Die Probleme haben die BürgerINnen in den Völkern.

    Was EUropa anbelangt, da sind mittlerweile nur noch Menschen ohne Visionen an den Schalthebeln, die den Ursinn von EUropa, nach Deutschlands verlorenem Krieg nach 1945 einzubinden. Bewußt konnte man das im Freudentaumel der "Deutschen Einheit" erleben. Ein Wort, das richtig angewandt, seinerzeit und heute galt und gilt: "Wahnsinn".

  • So kurz nach Ostern werde ich bei dem gezeigten Bild immer wieder an die österliche Liturgie erinnert.

    Zufall?

  • Diese Parteinahme ist zumindest äußerst riskant gewesen. Da sie sich ja auf einen Politiker außerhalb Deutschlands bezog (wir haben bekanntlich noch keine gemeinsame EU-Regierung, auch wenn sich einige das wünschen mögen und auch die Fiskalunion ist bisher nur eine Schimäre) wirkt sie außenpolitisch sehr plump, ja, man könnte fast sagen dumm...

  • Selbst wenn es für die Gutmenschen nicht politisch korrekt ist: Wenn 20% der Bevölkerung rechts wählt und Frankreich vor Überfremdung schützen will, was ist daran schlecht ? Gut dass es in FR keine Nazikeule gibt, sehr gut. Aber leider schafft sich Deutschland mit seinen Gutmenschen ab.
    Jedes halbwegs vernünftige Land begrenzt die Einwanderung. Ich will ja auch nicht, dass jeder in mein Haus kommt. Wenn das mit dem Gutmenschentum in D so weiter geht, dann werde ich als eingefleischter Liberaler (nicht FDPler) auch bald rechts wählen.

  • Sarkozy: "Das Europa, das die Migrationsströme nicht reguliert, das seine Grenzen nicht verteidigt und das gleichzeitig seine Märkte ohne Gegenleistung öffnet, ist am Ende“, sagte er bei einer Kundgebung in Saint-Cyr bei Tours.

    Was ist insbesondere an der Aussage mit den Märkten rechts?

    Heute in der FTD zum Thema Windkrafträder: "Die chinesische Konkurrenz für die deutschen Hersteller von Windturbinen wird ähnlich übermächtig wie die der Solarindustrie. Den Anbietern hierzulande droht der Absturz........Chinesische Hersteller wie Sinovel und Goldwind sowie Dutzende Kleinanbieter haben sich bislang auf ihren Heimatmarkt konzentriert. Für ausländische Hersteller ist er weitgehend verschlossen....".

    Genau so ist. Wir verlieren nicht nur unsere alten Industrien sondern auch die neuen und sinken zu einem reinen Finanzdienstleister herab wie man an GB bereits sehen kann.

    Es wird Zeit der regellosen Globalisierung Einhalt zu gebieten!

  • Im Interview auf France 2 ließ Marine Le Pen gestern eine Schimpftirade auf Sarkozy und seine Politik ab. Auch wenn die "Empfehlung" von FN für die Stichwahl erst am 1. Mai erwartet wird, waren ihre Aussagen klar Anti-Sarkozy und Anti-Europa. Die Zeit von Merkozy scheint zu Ende zu gehen und damit steht unsere Bundeskanzlerin mit ihrer Europa-Politik alleine im Regen.

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