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Wahlen in Ostdeutschland Der Frust treibt die Wähler zur AfD

Die Wahlen in Ostdeutschland könnten das Land verändern, denn ein Rechtsruck scheint gesichert. Viele wählen die AfD jedoch weniger aus Überzeugung.
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Besucher beim Wahlkampfauftakt der AfD-Jugendorganisation in Cottbus. Quelle: ZB
Vor den Landtagswahlen

Besucher beim Wahlkampfauftakt der AfD-Jugendorganisation in Cottbus.

(Foto: ZB)

Berlin Die CDU in Sachsen muss es bereits als einen Erfolg feiern, wenn sie es schafft, in einer Umfrage die AfD zu überholen. Als die Christdemokraten Anfang dieser Woche in der Wählerzustimmung in einer Umfrage für die „Bild“-Zeitung von 24 auf 28 Prozent gestiegen waren und die AfD damit erstmals seit Wochen wieder überholt hatten, verkauften Parteistrategen das als Trendwende.

Dabei weiß auch der sächsische CDU-Spitzenkandidat Michael Kretschmer, dass der kleine Vorsprung schnell wieder dahin sein kann. Wenn man die Sonntagsfrage übrigens in ganz Ostdeutschland stellt, liegt die AfD mit 23 Prozent noch immer vor der CDU mit 22 Prozent (siehe Grafik).

In Brandenburg und Sachsen wird am 1. September ein neuer Landtag gewählt, Thüringen folgt am 27. Oktober. Ganz Deutschland blickt mit Spannung auf die beiden Wahlsonntage, die das politische Gefüge nicht nur in Ostdeutschland mächtig erschüttern könnten.

Die Stärke der AfD ist schon lange kein vorübergehendes Phänomen mehr, Möglichkeiten, den Rechtstrend kurzfristig zu stoppen, gibt es nach Überzeugung von Parteienforschern kaum. Die AfD habe sich vor allem im Osten „längst eine Stammwählerschaft zugelegt“, sagt etwa der Bremer Parteienforscher Lothar Probst.

Die Rechtspopulisten würden hier nicht mehr aus Protest, sondern aus Überzeugung gewählt. „Diese Wähler teilen die inhaltlichen Positionen der AfD und wollen, dass die Politik in Deutschland eine grundsätzlich andere Richtung einschlägt“, erklärt Probst. Auch die Unzufriedenheit mit der Lebenssituation treibt der AfD Wähler zu.

Grafik

Wirtschaftliche Perspektivlosigkeit und demografische Entwicklungen führen im Osten zur Verödung ganzer Landstriche. Das Gefühl, abgehängt zu sein und keine Perspektiven zu haben, verstärkt sich mit jedem geschlossenen Provinzbahnhof und jeder geschlossenen Arztpraxis. Die AfD weist auf all diese Schwachstellen hin und sagt Besserung zu.

In Brandenburg und Sachsen will die AfD sogar die Zeit anhalten: Der Braunkohletagebau werde mit der AfD noch über viele Jahrzehnte ungebremst weitergehen, versprechen die Funktionäre der Partei. Die Bundesregierung hatte kürzlich bei der Präsentation des Kommissionsberichts „Gleichwertige Lebensverhältnisse“ in Aussicht gestellt, sich auf die Regionen zu konzentrieren, die unter Abwanderung und Überalterung zu leiden hätten.

Die Arbeit der Kommission sei die Basis für entscheidende Weichenstellungen in Deutschland, so die Ankündigung von Juli. Bis zu den Wahlen im September und Oktober dürften die Effekte dieser Weichenstellung allerdings noch nicht spürbar sein.

Mehr: Die Wahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg werden Deutschland verändern. Der AfD wird ein weiterer Aufstieg prognostiziert.

Der sächsische Ministerpräsident wirbt bei seiner Sommertour bei Bürgern für die CDU. Quelle: dpa
Michael Kretschmer

Der sächsische Ministerpräsident wirbt bei seiner Sommertour bei Bürgern für die CDU.

(Foto: dpa)
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