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Wahlkampf Fernsehduell: Ein bisschen locker geht auch

90 Minuten live ohne Halbzeitpause, Merkel gegen Steinmeier. Der Außenminister beantwortet die erste Frage, die Bundeskanzlerin hat das letzte Wort. So lauten grob die Regeln. Sonst aber bleibt viel Freiraum, wenn die beiden Koalitionspartner am Sonntag ab 20.30 Uhr für ihre Politik werben. 2002 war das noch anders.
Medienauflauf 2005: Journalisten verfolgen das TV-Duell von Gerhard Schröder und Angela Merkel in Berlin. Quelle: ap

Medienauflauf 2005: Journalisten verfolgen das TV-Duell von Gerhard Schröder und Angela Merkel in Berlin.

(Foto: ap)

BERLIN. Ganz gleich, wer das Fernsehduell am Sonntag für sich entscheidet – die CDU-Kanzlerin wird das letzte Wort haben. So sehen es die Regeln vor, die die Unterhändler von Angela Merkel und SPD-Kandidat Frank-Walter Steinmeier mit den Fernsehanstalten ausgehandelt haben. Zur Sicherheit reisten am Donnerstagmittag noch einmal Eva Christiansen, Medienberaterin der Kanzlerin, und Thomas Steg für Steinmeier nach Berlin-Adlershof, um das Studio so gründlich zu inspizieren, als wollten sie dort einziehen.

Stimmt die Pulthöhe? Blenden die Kameras auch nicht eine Totale der Gesichter ein, sondern eher das angriffslustige Halbprofil? 90 Minuten live ohne Halbzeitpause, Merkel gegen Steinmeier, die Bundeskanzlerin gegen den Außenminister. Steinmeier beantwortet die erste Frage, Merkel hat das letzte Wort. So lauten grob die Regeln für diesen Sonntag.

Sonst aber bleibt viel Freiraum, wenn die beiden am Sonntag ab 20.30 Uhr für ihre Politik werben. 2002 war das noch anders: Beim ersten Fernsehduell der deutschen Politikgeschichte zwischen Edmund Stoiber und Gerhard Schröder war das Prozedere minutiös in einem Vertrag festgelegt worden: Antwortzeit, Nachfragerechte der Moderatoren. Ein Notar überwachte alles.

Damals ging es hoch her zwischen dem Medienstar Schröder und dem Holperer Stoiber. Diesmal treten aber mit Merkel und Steinmeier erstmals Koalitionspartner gegeneinander an, die zudem noch besonnen auftreten. Das verspricht eine sachliche Debatte.

„Das TV-Duell ist nicht entscheidend“, heißt es bei der SPD. „Aber ein guter Ausgang stärkt den Rücken.“ Auch für die Union geht es darum, unentschlossene Wähler zu überzeugen und Nicht-Wähler aufzurütteln. Zu keiner Zeit im Wahlkampf erreichen die Kandidaten so viele Zuschauer. ARD, ZDF, Sat 1 und RTL übertragen zeitgleich live.

Beim TV-Duell 2005 schauten 21 Millionen Menschen Gerhard Schröder und Angela Merkel zu – so viele, wie sonst nur bei wichtigen Spielen der Fußball-Nationalmannschaft. So viele könnten es auch am Sonntag wieder werden. Die Parteien jedenfalls werden in etlichen Kneipen, Seniorenheimen und Bürgerhäusern Großleinwände aufstellen.

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