Wahlkampf Steinbrück will zwei TV-Duelle

Nach dem rot-grünen Erfolg in Niedersachsen glaubt Peer Steinbrück an seine Chance. Er will wissen, wofür Merkel steht und hofft, dass er nicht nur einmal die Chance zum Duell mit ihr vor einem Millionenpublikum bekommt.
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Peer Steinbrück möchte gleich mehrere TV-Duelle mit Kanzlerin Merkel austragen. Quelle: dpa

Peer Steinbrück möchte gleich mehrere TV-Duelle mit Kanzlerin Merkel austragen.

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BerlinSPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zu mindestens zwei TV-Duellen im Bundestagswahlkampf aufgefordert. „Ich plädiere dafür, dass es mindestens zwei Duelle mit Frau Merkel gibt“, sagte er am Mittwochabend vor Journalisten in Berlin. Er sei gespannt, ob Merkel sich dem stelle oder ob sie kneife. Merkel werde sicher versuchen, weiter auf roten Teppichen und Gipfeln zu glänzen und die heiße Wahlkampfphase so weit es geht nach hinten zu schieben, meinte Steinbrück.

Im Bundestagswahlkampf 2009 hatte es nur ein Fernsehduell zwischen Merkel und dem damaligen SPD-Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier gegeben.

Steinbrück warf Merkels Union vor, sie versuche SPD-Themen zu kopieren. „Man merkt, die hecheln uns hinterher.“ Nach dem rot-grünen Wahlerfolg in Niedersachsen sei eine Distanzierung der Union von der FDP zu erkennen. Aber „großkoalitionäre Anwandlungen“ werde die SPD nicht erwidern. Er bekräftigte, nicht für eine große Koalition unter Merkels Führung zur Verfügung zu stehen. Die CDU sei schwer getroffen, dass ein beliebter Ministerpräsident wie David McAllister abgewählt worden sei. „Die Chance der SPD ist real“, sagte der frühere Bundesfinanzminister mit Blick auf die Bundestagswahl im September. Die Partei sei hochmotiviert.

Der Wahlkampf werde wahrscheinlich weniger von der Europa-Politik dominiert, sondern von sozialen Themen und der auseinanderdriftenden Gesellschaft. In den letzten 15 Jahren habe es eine massive Umverteilung gegeben - „und zwar stramm von unten nach oben“, sagte der SPD-Politiker. Merkel versuche wie schon 2009 mit einem Konzept der „asymmetrischen Demobilisierung“ die Wähler einzulullen. Aber eine Flexi-Quote sei keine Frauen-Quote und eine Lohnuntergrenze kein Mindestlohn. „Da werden viele Etiketten auf Flaschen geklebt, in denen nichts drin ist“, sagte Steinbrück.

„Frau Merkel versucht jetzt wieder einen Neustart mit der Lohnuntergrenze und plötzlich spielt auch das Thema Mieten eine Rolle.“ Und nun diskutierten auch CDU/CSU sogar über ein Trennbankensystem, betonte der 66-Jährige.

Bis zum Wahlprogrammparteitag am 14. April in Augsburg werde er nun mehrere EU-Staaten besuchen und bundesweit viel herumreisen. Anschließend sei eine Mobilisierungsphase mit einer Sommerreise geplant. Nach dem Deutschland-Fest der SPD zum 150-jährigen Bestehen im August in Berlin starte die heiße Wahlkampfhase. Die SPD plant dazu bis zu fünf Millionen Hausbesuche. Für die letzten drei, vier Tage versprach Steinbrück einen ordentlichen Endspurt, „vor dem Hintergrund eines zunehmend volatilen Wählerverhaltens“.

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13 Kommentare zu "Wahlkampf: Steinbrück will mindestens zwei TV-Duelle mit Merkel"

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  • Tja, das war zu erwarten: Frau Dr. Merkel möchte dem Wähler nur kurz in einem TV-Duell erklären wie sie die nächsten 4 Jahre regieren möchte. Das reicht aus ihrer Sicht. Sie bezieht somit den Wähler in keinster Weise ein.
    Ich würde gern zwei TV-Duelle sehen wollen. Nur so kann ich einigermaßen umfassend informiert werden. In einem TV-Duell nimmer!
    Sie ist einfach feige wie S...!

  • Steinbrück will mindestens zwei TV-Duelle mit Merkel!
    Frage an H. Steinbrück, a. wer bezahlt diese Auftritte im Fernsehen?
    B. wie viel erhalten sie für ihr Auftreten?
    C. wollen die mündigen Bürger überhaupt so einen verlogenen (US) Auftritt? Mir reicht jetztschon ihre kapriolen in allen Medien.
    Es hat sich doch nun herausgestellt, alles was Politiker dem Wahlvolk vor der Wahl versprechen, ist unaufrichtig und kann hinterher nicht eingeklagt werden.
    Weiter muss gefragt werden, ist dies mit der EU-Kommission und den Siegermächten sowie den Bilderberg abgeklärt???
    Ich bitte den Zensor des HB, meine Meinung so zu Akzeptiren.

  • Kann man die TV Duelle dann wenigstens auf einem Pay-TV Sender ausstrahlen, damit ich nicht mal beim durchzappen drauf komme? Mir reichts schon, dass die Politclowns in den Nachrichten gezeigt werden, da muss ich mir Lügenmärchen der Politkaste nicht noch in einer extra Show ansehen. Dann lieber eine Wiederholung vom Schungel Kämp, da versuch ich auch immer dran vorbei zu zappen, ist aber ehrlicher und niveauvoller als Lügenmärchen der herrschenden Politgauner.

  • Die interessierten Wähler brauchen keine TV-Duelle für ihre Wahlentscheidung, diese Wähler wissen jetzt schon was auf dem Spiel steht und wo sie ihr Kreuz zu setzen haben.

    Die Wähler, die bis jetzt noch nicht wissen, was die Uhr geschlagen hat und somit unentschlossen sind, sind oft auch noch immer in der Erwartung, dass demnächst die Ehefrau vom Pabst zu Besuch nach Deutschland kommt.
    Selbst mit mehr als 5 TV-Duellen kann man diese Wählerkreise nicht erreichen.

    Aus einer Partei kommt der Hilferuf, die Jugendlichen schon ab 16 Jahren zu Wahl zuzulassen. Sollte dies ernsthaft erwogen werden, brauchen wir gleichzeitig eine Reform des Jugendstrafrechts und der Führerschein sollte dann ab 16 Jahren -ohne begleitendes Fahren- möglich sein.

    Jeder normal denkende Mensch merkt, dass hier einige Politiker aus dem letzten Loch pfeifen.


  • Der soll doch zuerst mal ein TV-Duell mit den Bankern machen, um herauszufinden wofür er selbst steht. Danach kann er es dann gerne mit der Merkel probieren.

    Es wird dann aber keinen größeren Erkenntnisgewinn bewirken. Erfüllungsgehilfen der Banken, Superreichen und Groindustrie. Ein mal korrupt und ein mal aus undurchsichtigen Motiven. Es macht in der Sache keinen großen Unterschied. Warum sollten die Wähler etwas ändern wollten? Korruption und Gier sind per se keine demokratischen Werte.

  • Schon richtig. Das Thema Steinbrück ist inzwischen dermaßen ausgelutscht und der Mann selber so langweilig geworden, dass es überflüsssig ist sich hier in Kommentaren zu äußern, was auch die mäßige Anzahl derselben beweist.
    Der Kandidat hat "fertig"...

  • Ich finde es lustig, wie Steinbrück Merkel zu zwei oder mehreren "Duellen" motivieren will... besser: Muss.
    Sie kann es sich eigentlich leisten, ihn damit abblitzen zu lassen, denn nach seinen bisherigen Geniestreichen in der Öffentlichkeitsarbeit (mir ist der liebst das falsch aufgestellte Schachbrett unseres Top-Strategen, auch wenn man da vielleiht nicht so direkt dran denkt) ist er echt unter Zugzwang - sie hingegen absolut nicht...

  • Merkel hat sogar das Duell gegen Jauch verloren. Dabei war das nicht mal eines.
    Außerdem werden Kommentare NIE von Politikern und NIE von Journalisten gelesen. Lediglich der Zensor guckt hier rein. Vor allem, wenn's so langweilig zugeht.

  • Überragende Erkenntnis "In den letzten 15 Jahren habe es eine massive Umverteilung gegeben - „und zwar stramm von unten nach oben“, sagte der SPD-Politiker"
    Daß er selbst eine der großen Ursachen dafür ist, hat er, schwachsinnigerweise, dabei übersehen. ER ist der Umverteiler schlechthin. Irgendwann merkt er es, spätestens wenn er mal einen Schicksalsschlag erlebt wie "Fallschirm hat sich nicht geöffnet" oder "kreuzte die Bahn eines Messers" oder "mußte mal längere Zeit baden". Dann doch besser rechtzeitig kleinere, wirkungsvolle Handlungen, die moralisch gesegnet sind und einen, morgens beim Spiegelschauen, geradewegs in die eigenen Augen sehen lässt.

  • Warum sollte sich Merkel mit dem Multimillionär Steinbrück auf ein Duell einlassen? Der Hokuspokus-Mann wird sich da einiges fragen lassen müssen s.z.B. < wo sind die hunderte Milliarden Euros an Schrott aus der Pleite 2008 abgekommen? St. wird nicht sagen, dass alleine die Malocher und Rentner für den Betrug aufzukommen haben, während die Beamtenkaste aussen vorbleibt.

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