Wahlkampf Südwest-FDP stemmt sich gegen das Desaster

Die FDP setzt im Südwesten voll auf ihr Zugpferd Guido Westerwelle. Sein neunter Wahlkampfauftritt führte ihn am Donnerstag nach Stuttgart. Seine Partei steht mit dem Rücken zur Wand – und damit auch er.
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FDP-Chef Westerwelle auf Wahlkampfmission im "Ländle". Quelle: dapd

FDP-Chef Westerwelle auf Wahlkampfmission im "Ländle".

(Foto: dapd)

StuttgartDer FDP-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Baden-Württemberg, Ulrich Goll, redet nicht lange herum, sondern kommt am Donnerstagabend in der Stuttgarter Liederhalle direkt zur Sache. „Bei der Wahl am 27. März geht es um viel. Es droht ein Politikwechsel, bei dem das Land in die ganz falschen Finger kommen könnte“, sagt der stellvertretende Ministerpräsident. „Das müssen wir verhindern.“ Applaus. Er hat das Publikum im Hegel-Saal gleich auf seiner Seite. Das Parkett ist gut gefüllt, laut FDP mit 500 Menschen, aber der erste und zweite Rang sind gar nicht erst für das Publikum geöffnet worden. So groß ist das Interesse für die Veranstaltung dann doch nicht.

Wenn eine Partei bei der letzten Wahl wie die FDP 10,7 Prozent der Stimmen auf sich vereinigte und diesmal um den Einzug in den Landtag bangen muss, ist etwas gründlich schief gelaufen. In den aktuellen Umfragen liegen die Liberalen im Südwesten zwischen fünf und sechs Prozent – und zittern deshalb, ob sie die Fünf-Prozent-Hürde meistern werden.

Fliegen die Liberalen in ihrem Stammland aus der Landesregierung und vielleicht sogar aus dem Stuttgarter Landtag, wird das die Partei in eine Krise stürzen und könnte Guido Westerwelle sein Amt als FDP-Chef kosten.

Handelsblatt-Reporter Tino Andresen berichtet vom Wahlkampf in Baden-Württemberg.

Handelsblatt-Reporter Tino Andresen berichtet vom Wahlkampf in Baden-Württemberg.

Der Donnerstag ist kein guter Tag für die Großveranstaltung in der Landeshauptstadt. Denn den ganzen Tag über hatten Äußerungen von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) zum Atomausstieg die Nachrichten beherrscht und der Glaubwürdigkeit der schwarz-gelben Bundesregierung geschadet.

Darauf wird der Stargast des Abends, Vizekanzler und Bundesaußenminister Guido Westerwelle, vor der Veranstaltung auch gleich von Medienvertretern angesprochen. Er versucht das abzubügeln: „Der Bundesverband der deutschen Industrie hat das längst dementiert.“ Bei einer Veranstaltung des Verbands hat Brüderle die streitbaren Aussagen laut Protokoll getroffen, der BDI sprach später von einem Aufzeichnungsfehler. Für Westerwelle ist es „eine Kampagne der Opposition“.

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6 Kommentare zu "Wahlkampf: Südwest-FDP stemmt sich gegen das Desaster"

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  • aber der erste und zweite Rang sind gar nicht erst für das Publikum geöffnet worden. So groß ist das Interesse für die Veranstaltung dann doch nicht.

  • aber der erste und zweite Rang sind gar nicht erst für das Publikum geöffnet worden. So groß ist das Interesse für die Veranstaltung dann doch nicht.

  • Wähler in BW schmeisst Schwarz/Gelb aus dem Landtag .
    Definitiv wird nur noch gegen das Wahlvolk regiert.
    Abrechnung für Euro-Wahnsinn ,Röslers Lobbyreform der
    überzogenen Zusatzbeiträge .Aus wahltaktischen Gründen
    will Rösler nach den L-Wahlen die Pflegereform der
    überhöhten Beiträge durchpeitschen -arme Rentner.
    Merkel muss im Bundestag wie Basta Schröder das Handtuch
    werfen .Basta !

  • "...Ein Bündnis der Grünen mit den Sozialdemokraten und möglicherweise der Linken ist nach seiner Lesart nicht nur in dieser Frage eine Gefahr, sondern insgesamt." Interessant. Wenn einem die Argumente abhanden kommen, dann muß man halt auf die DDR verweisen, obwohl etliche Politiker in den eigenen Reihen auch daher stammen, und nicht unbedingt Regiemekritsch waren, sondern allen möglichen "Gesetzen" zugestimmt haben.

  • O man...wenn Baden-Württemberg fällt und nach links rutscht kann es nur bergab gehen. Im Zweifel wird rot grün mit den Kommunisten zusammenarbeiten. Mir wird schlecht...

  • Die FDP sollte ihr Wahlergebnis einfach mal locker nehmen, sie weiß doch wie's geht: Gewinne werden privatisiert, Verluste übernimmt der Staat ...

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