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Wahlverlierer Der Wunsch nach mehr Merz in der CDU bleibt

Friedrich Merz hat die Wahl um den CDU-Parteivorsitz knapp gegen Annegret Kramp-Karrenbauer verloren. Die neue Chefin würde ihn gerne einbinden. Doch Merz bleibt vage.
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Merz hatte prominente und wichtige Unterstützer, etwa Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble. Doch am Ende hat es nicht gereicht. Quelle: AFP
Friedrich Merz

Merz hatte prominente und wichtige Unterstützer, etwa Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble. Doch am Ende hat es nicht gereicht.

(Foto: AFP)

Hamburg In der Niederlage zeigt Friedrich Merz Größe. Als einer der ersten eilt er zu Annegret Kramp-Karrenbauer, um ihr zu gratulieren. Mit 517 zu 482 Stimmen war sie kurz zuvor zu neuen Vorsitzender der CDU gewählt worden, hatte knapp gewonnen, gegen ihn, gegen Merz.

Dann tritt Merz noch einmal an das Rednerpult. „Liebe Annegret, herzlichen Glückwunsch“, setzt er an. Er wünsche der neuen Parteichefin „viel Erfolg und Gottes Segen“.

Merz bedankt sich für den fairen Wettbewerb der vergangenen Wochen. In acht Regionalkonferenzen und weiteren Parteiveranstaltungen hatten Merz, Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn diskutiert und jeweils versucht, die Partei von sich zu überzeugen.

Am Ende hat sich Kramp-Karrenbauer beim Parteitag in Hamburg durchgesetzt. Zurück bleibt nicht nur eine glückliche neue Parteivorsitzende, sondern auch eine Partei, die sich vor einer Spaltung fürchtet angesichts des knappen Ergebnisses.

Nicht nur die Siegerin Kramp-Karrenbauer versucht das zu verhindern, indem sie verspricht, künftig für alle Flügel da zu sein. Auch Merz tut, was er kann, um die Partei nach dem Wahlkampf zu einen.

Diejenigen, die ihn unterstützt und gewählt haben, bittet er „herzlich“, dass sie „ihre ganze Kraft und volle Unterstützung unserer neuen Parteivorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer zu geben“.

Merz wird von den Delegierten bejubelt, gerade auch nach seiner Niederlage. Viele wissen, dass es seine Kandidatur war, die die Partei elektrisiert hatte und für Aufbruch sorgte. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther, der durch den Parteitag führt, fragt Merz und Spahn, ob die für Präsidium oder Parteivorstand kandidieren wollen. Spahn will. Merz nicht.

So direkt sagt Merz das nicht. Er hört den lauten und langen Applaus, als er ans Rednerpult tritt, um sich nach seiner Niederlage zu äußern. Er spürt den Wunsch vieler Delegierter, dass er, der Vertreter der Konservativen und Wirtschaftsliberalen weiter aktiv in der Partei bleiben sollte. Dass seine Bewerbung um den Parteivorsitz nicht ein Ausflug von wenigen Wochen zurück in die Politik und in die CDU bleiben.

Merz weiß um all die Sehnsüchte und Erwartungen, die er mit seiner Kandidatur geweckt hat. Und doch kommt für ihn ein Parteiamt ganz offensichtlich nicht infrage. Der frühere Fraktionschef geht nicht direkt auf das Angebot ein. Er lässt es einfach unbeantwortet.

Merz sagt, er sei „gerne bereit, dort, wo es gewünscht ist, der Partei zu helfen“. Was das genau bedeutet, das verrät er nicht. Für Präsidium und Vorstand jedenfalls kandidiert er nicht.

Merz war in den vergangenen Tagen sehr siegesgewiss gewesen. Er hatte prominente und wichtige Unterstützer, etwa Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble. Doch am Ende hat es nicht gereicht.

Merz hielt auf dem Parteitag eine vergleichsweise schwache Rede. In den Ohren einiger Delegierter klang er eher wie ein Professor, der über Deutschland und die Weltpolitik dozierte, und weniger wie ein künftiger Parteichef, der begeistern und mitreißen will.

Möglicherweise lag es auch an dieser Rede, dass es am Ende nicht reichte. Knapp jedenfalls war es. Und umso größer ist die Enttäuschung seiner Anhänger auf dem konservativen und wirtschaftsliberalen Flügel. Viele sahen in Merz die Chance, der CDU nach 18 Jahren unter Angela Merkel wieder ein schärferes Profil zu geben.

Was Merz nun vorhat, dazu äußerte er sich vorerst nicht. Möglichkeiten gibt es viele. Schon nach seinem ersten Rückzug aus der Politik vor neun Jahren hat er bewiesen, dass er als Anwalt Erfolg in der Wirtschaft haben kann. Möglicherweise zieht es ihn nun wieder zurück in der Wirtschaft. Dann wäre die Bewerbung um den CDU-Vorsitz nur eine kurze Rückkehr in die Politik gewesen.

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