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Warnung vor unehrlichen Zusagen Merkel-Vorstoß löst Renten-Debatte aus

Kurz vor drei Landtagswahlen kündigt Kanzlerin Merkel die vollständige Angleichung des Rentenniveaus in Ost- und West an. Die Sozialdemokraten sind entzückt, der CDU-Wirtschaftsrat warnt vor unehrlichen Zusagen.
14.08.2014 - 19:48 Uhr 10 Kommentare
Ostdeutsche Rentner sollen spätestens mit Auslaufen des Solidarpaktes Ende 2019 genauso viel Rente bekommen wie Westrentner. Quelle: dpa

Ostdeutsche Rentner sollen spätestens mit Auslaufen des Solidarpaktes Ende 2019 genauso viel Rente bekommen wie Westrentner.

(Foto: dpa)

Berlin Nach Ansicht des Präsidenten des CDU-Wirtschaftsrats, Kurt Lauk, erfordert die von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zugesagte Angleichung der Ostrenten an das Westniveau bis 2020 mehr Ehrlichkeit. „Gleiche Renten wie im Westen bedeuten auch eine Angleichung mit den dortigen höheren Lebenshaltungskosten und der größeren Produktivität“, sagte Lauk Handelsblatt Online. „Alles andere wäre unehrlich.“

Merkel hatte eine Angleichung der ostdeutschen Renten an das Westniveau spätestens mit Auslaufen des Solidarpaktes Ende 2019 in Aussicht gestellt. „2020 soll die Renteneinheit erreicht sein“, sagte die CDU-Vorsitzende der „Sächsischen Zeitung“. Die große Koalition werde bis 2017 ein Gesetz verabschieden, „das den Fahrplan zur vollständigen Angleichung der Rentenwerte in Ost und West festschreibt“. In den drei ostdeutschen Bundesländern Sachsen, Thüringen und Brandenburg finden in den nächsten Wochen Landtagswahlen statt.

Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Iris Gleicke (SPD), sieht in der Zusage eine Garantieerklärung. Es sei „gut und wichtig“, dass sich Merkel und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) so „nachdrücklich und eindeutig zu für Ostdeutschland zentralen Aussagen des Koalitionsvertrages bekannt“ hätten, sagte Gleicke der „Sächsischen Zeitung“ vom Donnerstag. Die zugesagte Vereinheitlichung des Rentenrechts in Ost- und Westdeutschland sei ein „echter Prüfstein“ für die große Koalition, sagte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium.

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    Aktuell beträgt der Rentenwert in Ostdeutschland 92 Prozent des Westwertes. Doch nicht in jedem Fall schneiden die vier Millionen Ost-Rentner schlechter ab. Nach der jüngsten Erhöhung vom 1. Juli wird im Westen eine Standardrente von 1287 Euro gezahlt, im Osten sind es 1187 Euro. Ein Rentenpunkt Ost ist 26,39 Euro wert, ein Rentenpunkt West 28,61 Euro.

    Dass die Ost-Renten rechnerisch niedriger ausfallen, liegt auch am unterschiedlichen Lohnniveau, das im Osten knapp 19 Prozent unter dem im Westen liegt. Wer weniger einzahlt, bekommt später weniger Rente. Um dies auszugleichen, werden die Ost-Bezüge bei der Berechnung aufgewertet, derzeit um 18,73 Prozent. Das Problem dabei: Die Aufwertung gilt generell und führt dazu, dass bei gleichen Einkommen Ost-Beschäftigte besser dastehen als ihre West-Kollegen.

    Linke: Renteneinheit kommt zu spät
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    10 Kommentare zu "Warnung vor unehrlichen Zusagen: Merkel-Vorstoß löst Renten-Debatte aus"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • @Herr Ronald Bernard

      Absolut richtig, Sie haben die richtigen Ansätze/Punkte zur einer seriösen Rentenreform aufgezeigt ! Danke !
      Mehr wollte ich nicht !

      Durch die u.a. veränderte Alterspyramide oder Demographie wurde als Vorwand durch die Politik und einige Lobby-Gruppen am unserem Rentensystem erst rum gemurkst !

      Zu den handwerklichen Fehlern, die gemacht worden sind, werden wir nichts mehr ändern können, leider !

      Beispiel: Die zu schnelle Einführung der D-Mark !
      Die Kosten für Aufbau haben sich schlagartig vervierfacht !

      Wie Sie richtig anmerken, die Rente in Ostdeutschland hätte man über Steuern finanzieren müssen !

      Kurzum: Ich bin IHRER Meinung !!!

      Es haben nur die Vorteile am unserem Rentensystem, die in diesem System nicht einzahlen und das muss geändert werden !

    • Herr D. Dino54

      Sie verschleppen das Thema.

      Die Alterspyramide spielt in diesem Context keine Rolle, da sie, wie Sie schreiben seit 30 Jahren bekannt war. Damals waren die heutigen Ostrentner eingemauert und keiner glaubte, dass die Mauer fällt und man Leute durchfüttern muss, die nie in das System eingezahlt haben. Durch die "handwerklichen" Fehler wurde die Situation verschärft.

      Sie müssen schon auf diese "handwerklichen" Fehler eingehen. Falsch war es, dass die Ostrenten von den westdeutschen Arbeitnehmern und Rentnern bezahlt wurden und noch werden und kein Beamter und Pensionär sich daran beteiligte und beteiligt.
      Es handelte sich um eine gesamtstaatliche Aufgabe, die man über Steuern für alle Gruppen hätte lösen müssen.

      Deshalb haben wir auch diese riesigen Unterschiede bei der Altersversorgung - Durchschnittspension 230 % höher als die Durchschnittsrente.
      Da kann der Beamtenbund noch so viel dummes Zeug erzählen.

      Die Frage ist nur, wie lange lässt man sich das bieten?

    • Ich kann die Aufregung gut verstehen, aber IHR greift die falschen an !!!

      Man hat einige handwerkliche Fehler begangen in den verschiedensten Bereichen, bei der Wiedervereinigung.

      ABER, der Bürger in Ostdeutschland, ich mag dieses Wort nicht, hatte keinen politischen Einfluss, wie wir Wessis, ich mag diese Bezeichnung nicht, auch nicht !

      Das Rentensystem wurde hier angesprochen, ja genau das ist der Punkt !

      Das System funktioniert nicht mehr, das wusste man schon seit über 30 Jahren, nur man hat nichts gemacht in Richtung seriöser REFORM !

      Beispiel: Um die sogenannte gesunde Alterspyramide von 1911 wieder zu erreichen, müsste man mehr als 70 Jahre Geduld aufbringen, wenn wir sofort beginnen würden, Kinder dieser schönen Welt zu schenken.

      Mehr als 70 Jahre !!!

      NUR, was machen wir in der Zwischenzeit ?
      Altersarmut, miserable Lebensqualität im Alter ?
      Weiter das Rentenniveau senken ?
      Uns weiter der unrentablen privaten Lobby-Rente ausliefern ?

      Das Rentensystem muss u.a. auf andere Säulen gestellt werden, durch Beitragszahler wird es nicht mehr gehen jetzt und in Zukunft !

      Und ich persönlich bin es leid, ständig der Willkür der Politik und der Lobby ausgesetzt zu sein, in Gesundheit und Rente !

      Eine gemeinsame Forderung an die Politik, endlich eine überfällige, seriöse Reform in Gesundheit und Rente mit neutralen Fachleuten zu erarbeiten !

      Und kein gegeneinander wie : Ossi vs. Wessi oder Jung Vs. Alt !

      Dieses nutzt nur wenigen, aber nicht uns !

    • "der CDU-Wirtschaftsrat warnt vor unehrlichen Zusagen"

      Wenn ich den seinerzeitigen Beitrag und die jetzige Bemerkung richtig verstanden habe, dann wirft ein Teil der CDU der Vorsitzenden Unehrlichkeit vor.

      Was soll man davon halten?

    • Das ist die Zukunft der dt. Jugend. Die Demographie, also die Kinderarmut unserer Eltern und Großeltern, sorgt dafür, dass sie als Wahlvolk immer wichtiger werden und uns jungen Arbeitnehmern immer mehr von unserem Bruttogehalt wegnehmen.

    • Warten wir die 3 Landtagswahlen ab. Die Ossis werden schon wieder die LINKE wählen, die ihnen vor 20 Jahren einen Staatsbankrott beschehrt hat.

    • Richtig. Erhielten die Ost-Rentner aus dem Sozialsystem ihre Bezüge, in das sie eingezahlt haben, hätte sie eine Rente von 0€. Anstatt mehr zu fordern, sollten sie den westdt. Arbeitnehmer danken, dass diese täglich für Ostrentner mit ihren Beiträgen malochen.

    • Die Ostrentner erhalten dafür, dass sie nichts bis wenig, in das bestehende Rentensystem eingezahlt haben, jetzt schon viel zu hohe Renten.

      Wenn diese "Angleichung" kommt, sollte dies der "last exit" für Frau Merkel sein.

    • Gut, dass dies einmal zur Sprache kommt.

      Es wird Zeit, dass diese Handhabung gerichtlich geklärt wird. Vielleicht greift die Afd diesen Skandal einmal auf. Da kann sie sich profilieren.

      Wie Merkel es rechtfertigen will, nun diese Ungleichbehandlung nocn auszuweiten, möge sie bitte einmal erklären.

      Wenn dieser HB-Artikel verbreitet wird, dürfte Merkel zwar die Ostrentner auf ihrer Seite, aber mindestens viermal so viele Westrentner gegen sich haben.

    • Um dies auszugleichen, werden die Ost-Bezüge bei der Berechnung aufgewertet, derzeit um 18,73 Prozent. Das Problem dabei: Die Aufwertung gilt generell und führt dazu, dass bei gleichen Einkommen Ost-Beschäftigte besser dastehen als ihre West-Kollegen

      Das heist, daß 18,73% Hochstufung der Ostrenten nicht genug sind. Wer trägt diese sogenanten Gerechtigkeitsangleichungen? Ich glaube, es wird mal wieder den folgenden Generationen auf den Rücken gepackt.
      Das wurde von der CDU unter Kohl schon sehr nett eingestiel und nun kommt eine neue Fortsetzung.

      Schönen, sorgefreien Tag.

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