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Weiterbildung CDU testet Bildungsplattform Milla erst mal in der eigenen Partei

Das Weiterbildungsprojekt scheiterte an Finanzminister Olaf Scholz. Nun probiert die CDU eine Mini-Version an den eigenen Parteimitgliedern aus.
1 Kommentar
Die CDU-Chefin nimmt ein Video für Milla auf. Quelle: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH
Annegret Kramp-Karrenbauer

Die CDU-Chefin nimmt ein Video für Milla auf.

(Foto: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH)

Berlin Das Ganze sieht aus wie Netflix – aber die Protagonisten sind Annegret Kramp-Karrenbauer, Peter Altmaier, Jens Spahn und andere CDU-Granden. Sie erklären – unterstützt von echten Experten – in einfachen Worten, was man in Sachen Digitalisierung wissen muss, was eine Blockchain ist oder warum Big Data bei der Krebsbekämpfung helfen kann.

Die Plattform, auf der sie agieren, heißt „Milla“ – Modulares interaktives lebensbegleitendes Lernen für alle. Und sie wird beim Bundesparteitag der CDU am 22. November freigeschaltet. Zunächst sollen dann die rund 500 Delegierten die Angebote ausprobieren: zehn Stunden Material zu Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz, aufgeteilt in kleine und kleinste Häppchen von maximal sieben, acht Minuten. Wenn es gut läuft, soll das Angebot dann allen circa 400.000 Parteimitgliedern angeboten werden.

„Und wo hätte AKK gelernt, wie sie dem Youtuber Rezo effektiv begegnen könnte?“, will bei der Milla-Präsentation ein Journalist wissen. Rezo hatte im Mai dieses Jahres mit seinem Video „Die Zerstörung der CDU“ die Partei sehr alt aussehen lassen. „Na unter dem Punkt soziale Medien“, schmunzelt Stefan Peukert von der Firma Masterplan, die die Plattform für die Christdemokraten produziert hat.

Eigentlich wollte die CDU Milla im Rahmen der nationalen Weiterbildungsstrategie der GroKo als große nationale Plattform etablieren – eine Art kostenlose digitale Volkshochschule für jedermann. Der Plan sah vor, dass Anbieter digitaler Kurse danach entlohnt werden, wie sehr diese genutzt werden. Erfolgreiche Nutzer sollten Prämien erhalten, wenn sie einen Kurs erfolgreich absolviert haben.

Doch der Plan scheiterte am Veto von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD). „Er saß auf dem Geld“, sagte der Antreiber des Projekts, Thomas Heilmann, Bundestagsabgeordneter und Ex-Justizsenator in Berlin. Der Plan, den die CDU 2018 auf ihrem Parteitag verabschiedet hatte, sah vor, rund drei Milliarden Euro jährlich vor allem für Prämien und die Entlohnung der Anbieter auszugeben. Weil daraus erst mal nichts wurde, „testen wir jetzt eine Pilotversion innerhalb der Partei“, sagte CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak.

Betreiber Masterplan ist generell in der Weiterbildung in Unternehmen aktiv. Zu den Kunden gehören nach Angaben von Peukert Siemens, die Deutsche Bahn, die Lufthansa, aber auch viele Mittelständler wie die Stadtwerke Herne. Die Otto-Gruppe werde ab Oktober 50.000 Mitarbeiter mithilfe von Masterplan schulen.

Während die CDU das Mini-Milla an den eigenen Leuten testet, schreibt das CDU-geführte Bundesbildungsministerium fürs Erste einen Wettbewerb aus, wie eine nationale Plattform aussehen kann – die dann gegebenenfalls später Realität wird. Ziel wäre, die niedrige Weiterbildungsquote von unter 50 Prozent der Deutschen deutlich zu erhöhen. „Man soll bequem auf dem Sofa ein paar Einheiten durchsehen können – und es soll Spaß machen“, sagt Heilmann.

Die Teilnahme an Milla wäre für Nutzer kostenlos. Eine staatliche Agentur sollte die angebotenen Kurse zwar zertifizieren, aber keine Qualitätskontrolle durchführen, sondern lediglich Kriminelles und Abseitiges aussortieren. „Es wird auf Milla keine Kurse zum Anzünden von Flüchtlingsheimen und auch keine Fortbildung für Prostituierte geben“, hatte Heilmann bei der Vorstellung im vergangenen Jahr gesagt.

Arbeitgeber sollten die Möglichkeit erhalten, sich gezielt an Arbeitnehmer zu richten, die über Milla eine von ihnen gesuchte Qualifikation erworben haben – natürlich ohne dass sie deren Daten erhalten.

Mehr: Die FDP träumt von der Weiterbildungsrevolution in Deutschland.

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1 Kommentar zu "Weiterbildung : CDU testet Bildungsplattform Milla erst mal in der eigenen Partei"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • CDU testet Bildungsplattform Milla erst mal in der eigenen Partei.
    Es ist Richtig, dort wo die Not am Größten ist sollte man beginnen.
    Ob's hilft, man wird sehen, glaube aber eher nicht.