Weltklimakonferenz Deutsche Klimaschutzdebatte soll nicht auf die Kohle reduziert werden

Im Zuge der Weltklimakonferenz in Bonn hat Entwicklungsminister Müller dazu aufgerufen, im deutschen Klimaschutz nicht nur einen Schwerpunkt im Segment der Kohlekraft zu setzen, um das Pariser Abkommen umsetzen zu können.
5 Kommentare
„Wir halten Paris ein. Wir rütteln nicht daran.“ Quelle: dpa
Bundesentwicklungsminister Gerd Mueller (CSU)

„Wir halten Paris ein. Wir rütteln nicht daran.“

(Foto: dpa)

Bonn Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat dazu aufgerufen, die deutsche Klimaschutzdebatte nicht auf Kohlekraft zu reduzieren. „Jeder hat seinen Beitrag zu bringen“, sagte Müller am Montag zu Beginn der Weltklimakonferenz in Bonn. Dies stehe keineswegs in einem Widerspruch zu den Interessen der Wirtschaft. „Klimaschutz schafft Millionen von Arbeitsplätzen in der Welt und Hunderttausende in Deutschland“, sagte Müller. Mit Blick auf die derzeitigen Sondierungsgespräche in Berlin sagte der CSU-Politiker: „Wir halten Paris ein. Wir rütteln nicht daran.“

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks sagte zu ihren Erwartungen an die Konferenz, sie hoffe, dass sich die Länder darauf einigen könnten, wie genau der CO2-Ausstoss künftig gemessen, angegeben und verglichen werde. Man benötige hier einheitliche Standards, damit kein Land schummeln könne. „Wenn wir in Paris eine Art Grundgesetz des Klimaschutzes verabschiedet haben, dann geht es jetzt um die Richtlinien zur Umsetzung“, sagte Hendricks.

Zudem kündigte Hendricks an, dass Deutschland seine finanzielle Hilfe für die vom Klimawandel besonders bedrohten Inselstaaten verstärken werde. Deutschland werde weitere 50 Millionen Euro in den sogenannten Anpassungsfonds der Vereinten Nationen einzahlen. Bisher hatte Deutschland schon 190 Millionen Euro in den Fonds eingebracht, so dass sich die Gesamtsumme dann auf 240 Millionen Euro beläuft. „Wir senden damit ein klares Signal“, sagte Hendricks. „Deutschland steht den Menschen, die besonders vom Klimawandel betroffen sind, solidarisch bei.“

Von den USA erwarte sie trotz des angekündigten Ausstiegs aus dem Klimaabkommen konstruktive Verhandlungen. Es würden im übrigen sehr viele amerikanische Klimaschützer zur Konferenz anreisen, darunter der kalifornische Gouverneur Jerry Brown, der ehemalige New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg und Friedensnobelpreisträger Al Gore.

Noch vor ein paar Monaten hätten viele nach der Ausstiegs-Entscheidung von Präsident Donald Trump einen Domino-Effekt befürchtet. „Wir haben alles darangesetzt, dass das nicht geschieht, und bisher sind ja auch alle zusammengeblieben“, sagte Hendricks. Auch die Trump-Regierung könne die internationalen Klimaschutz-Anstrengungen nicht aufhalten.

Die Weltklimakonferenz in Bonn soll in den nächsten zwei Wochen die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens wesentlich voranbringen. Es geht unter anderem darum, konkrete Regeln aufzustellen, um zu verhindern, dass Länder geschönte Angaben zu ihrem CO2-Ausstoß machen. Außerdem muss sich zeigen, ob die Ausstiegsentscheidung der USA auch die Anstrengungen anderer wichtiger Länder erlahmen lässt.

Der Klimapakt von Paris sieht vor, die gefährliche Erderwärmung in einem weltweiten Kraftakt in den nächsten Jahrzehnten zu bremsen und so dramatische Folgen wie Dürren und einen Anstieg der Weltmeere zu mildern. Einzigartig ist der Pakt, weil sich fast alle Länder beteiligen wollen - bis auf die USA und Syrien.

  • dpa
Startseite

Mehr zu: Weltklimakonferenz - Deutsche Klimaschutzdebatte soll nicht auf die Kohle reduziert werden

5 Kommentare zu "Weltklimakonferenz: Deutsche Klimaschutzdebatte soll nicht auf die Kohle reduziert werden"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Seit dem Ausstieg aus der emissionsfreien Atomkraft steht fest, daß es zumindest in Deutschland gar nicht um "Klimaschutz" geht sondern um die alte grüne Idee "zurück zur Natur" zu gehen und Technik zunehmend abzulehnen. Wenn man ehrlich wäre würde man das als Ziel verkünden und sich nicht hinter angeblichen Klimaproblemen verstecken.

  • „Klimaschutz schafft Millionen von Arbeitsplätzen in der Welt und Hunderttausende in Deutschland“, sagte Müller. (Zitat)
    ... endlich sagt ein Politiker mal die Wahrheit.
    Klimaschutz dient dazu:
    - unser System am Laufen zu halten (besonders bei den Wahlen)
    - das Volk von anderen Wahrheiten abzulenken
    - all den NGOs und deren vielen Helferlein ihren Sinn des Lebens zu schenken
    ... wir könnten uns genauso sinnvoll global auf einen drohenden Angriff aus dem Weltall vorbereiten.

  • Europa ist für das Fake-Klima ohnehin unwichtig, da es hier kaum noch Industrie gibt.

  • Der Grund, dass es mit der offenen Ablehnung des "Klimaabkommens" durch die USA nicht zu einem Dominoeffekt gekommen ist, liegt darin dass sich jedes Land eigene Ziele setzen konnte, Beispiel Indien Vervielfachung der Kohleverstromung, China voraussichtliches CO2 Maximum 2030 und diese auch unverbindlich sind. So können die aussereuropäischen Staaten dieser ökoreligiösen Show der Westeuropäer beiwohnen ohne Schaden für Wirtschaft und Gesellschaft zu erleiden.

    In Deutschland würde es sich anbieten die "Klimaziele" eher symbolisch zu verfolgen als realen Schaden anzurichten.

  • Bevor man über die Reduktion der Kohleverstromung nachdenkt, sollte man Lösungen für die Stromlücke haben. Außerdem müssen wir ja noch den Belgiern helfen, wenn wir Tihange abgeschaltet haben wollen. Es weht nicht immer Wind, die Stromtrassen aus Norddeutschland sind auch nicht fertig und die Sonne scheint nicht immer. Also...???

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%