Wende in der Atompolitik Merkel plant Schnellausstieg aus der Atomkraft

Merkel will den Turboausstieg: Die Bundesregierung will für die Abschaltung der Atomkraftwerke feste Jahreszahlen festlegen, Reststrommengen soll es nicht mehr geben - damit wird die Abschaltung unvermeidlich.
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Berlin

Bundeskanzlerin Angela Merkel will den Ausstieg aus der Atomkraft mit einer festen Jahreszahl verbinden und vom System der Restlaufzeiten abrücken. Darauf habe sich Merkel mit Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) und Kanzleramtsminister Ronald Pofalla bei einem Treffen Ende vergangener Woche geeinigt, erfuhr das Handelsblatt aus Regierungskreisen. Für die Energiekonzerne bringt das Nachteile mit sich.

Die Zuteilung von Restlaufzeiten ist Bestandteil des Atomaustiegs, den die damalige rot-grüne Bundesregierung im Jahr 2000 mit den Betreibern ausgehandelt hatte. Schwarz-Gelb hatte bei der Verlängerung der Laufzeiten Ende vergangenen Jahres an dieses System angeknüpft. Dabei werden jedem Meiler Strommengen zugewiesen. Hat der Reaktor diese Mengen produziert, erlischt die Betriebserlaubnis.

In der Praxis birgt das Verfahren für die Betreiber erhebliche Spielräume. Wenn sie etwa einen Meiler nur mit reduzierter Kapazität fahren oder längere Pausen für Revisionsarbeiten einlegen, verschiebt sich das Aus für den jeweiligen Meiler nach hinten.

Merkel, Röttgen und Pofalla seien übereingekommen, diesen Spielraum zu beschneiden und statt dessen auf feste Termine zu setzen, hieß es weiter. Dabei gilt es als sicher, dass eine Jahreszahl gewählt wird, die dem rot-grünen Ausstiegskonzept nahe kommt. Nach den Plänen von Rot-Grün wäre der letzte Meiler wahrscheinlich 2022 oder 2023 vom Netz gegangen

Die Festlegung auf eine feste Jahreszahl für das Ende Atomkraft stößt in der von Merkel berufenen Ethik-Kommission "Sichere Energieversorgung" auf Zustimmung. Zugleich soll es eine strikte Kontrolle geben: "Es muss ein jährliches Monitoring eingeführt werden. Die Bundesregierung muss eine Institution damit beauftragen, den Umbau der Energieversorgung zu überwachen", sagte Kommissionsmitglied Reinhard Hüttl dem Handelsblatt.

Hüttl ist zugleich Präsident der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (Acatech). Es müsse sichergestellt sein, dass die einzelnen Schritte der Energiewende auch tatsächlich erfolgten, sagte Hüttl.

Die SPD nennt neue Bedingungen für den Ausstieg
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36 Kommentare zu "Wende in der Atompolitik: Merkel plant Schnellausstieg aus der Atomkraft"

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  • Du hast da schon wieder was falsch verstanden.

    FAZ, 2. Mai 2011:

    "Wir brauchen die acht bis zehn Kohlekraftwerke, die sich derzeit im Bau befinden", sagte Gabriel. Mehr Kohlekraftwerke werde es aber wohl nicht geben, weil den Betreibern dann der Kohlendioxid-Emissionshandel zu teuer werde.

  • Schön, dass Frau Merkel aussteigen will. Wissen wir schon wohin?

  • 02.05.2011, 11:39 Uhr
    huensche
    An der Sicherheit sparen rechnet sich immer!!!
    -------------------------------------
    Eine erstaunliche Erkenntnis , sie haben sicher ein Diplom für diesen Satz bekommen !

  • Welche Konzerne wurden herabgestuft? Quellen bitte.

    nach kurzer Scue habe ich das nur für Tepco gefunden

  • WER SCHAFFT UNS ENDLICH DIESE UNQUALIFIZIERTE PERSON

    VOM HALS U.DEN VIERRÄDRIGEN GLEICH MIT

  • An der Sicherheit sparen rechnet sich immer!!!

  • "Der größte Energieversorger der USA, der ursprünglich zwei Atomkraftwerke bauen wollte, hat die Pläne trotz hoher staatlicher Subventionen wegen hoher Kosten und unkalkulierbarer Risiken verworfen"

    Trotz hoher Subventionen hohe Kosten???? Glauben Sie denn selbst, was Sie da schreiben?
    Warum werde ich den Verdacht nicht los, daß hier von Ökopriestern propagandistisch völlig verschiedene Ursache-Wirkung-Zusammenhänge vermengt werden?
    Warum können Sie einfach nicht sachlich bleiben?

  • Das ist eine andere Form von Tranferunion. Wir exportieren unsere Gelder über Umwege ins Ausland und das noch über höhere Strompreise. Am besten unsere Industrie wird gleich mit entsorgt, damit wir einheitliche Bedingungen schaffen in unserem schönen Europa. Unsere Aussenhandelsdefizit ist einfach zu groß und wir müssen dafür bestraft werden. Warum subventioneren wir denn noch Innovationen??? Mir fehlt einfach der Zusatz, das wir auch nachweislich keinen Atomstrom importieren....;)

  • "Kernenergie ist ein Europäisches Problem."

    Immerhin haben Sie erkannt, dass Kernenergie ein Problem ist. Das ist doch schon mal was. Vielleicht besteht ja doch noch Hoffnung bei Ihnen. Darum ist ja auch so wichtig, dass Deutschland vorangeht und beweist, dass eine moderne Energieversorgung problemlos möglich ist.

    Richtig ist aber auch: Die schlimmsten Auswirkungen gibt es in der Umgebung eines havarierten Atomkraftwerks. Wenn ein Gebiet im Umkreis von 50 km um die strahlende Atomruine umgesiedelt werden muss, macht es für den Bürger Hamburgs einen ganz gewaltigen Unterschied, ob die Atomruine in den Niederlanden oder vor den Toren Hamburgs liegt.

  • Polen Plant an der Oder eine Anlage ,die sie mit blick auf das zu erwartende Geschäft mit den Deutschen auch bauen wird , Die Oder ist keine 200 km von Hamburg entfernt !
    Aber egal ,für Hamburg stellt sich diese Frage nicht in Holland gibt es auch Kernkraft ,Holland ist Westlich von Hamburg und die Vorherrschende Windrichtung ist von West nach Ost .
    Kernenergie ist ein Europäisches Problem mein Freund !

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