Westafrika Deutlich mehr Bundeswehrsoldaten für Mali

Das Kabinett legt verstärkt den Fokus auf die Friedenssicherung und Rettung der Verletzten im gefährlichen Mali. Nicht zuletzt wegen der enormen Verluste an Soldaten im letzten Jahr.
4 Kommentare
Wo deutsche Soldaten weltweit im Einsatz sind
Afghanistan: Isaf/Resolute Support
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Als Teil der Isaf (International Security Assistance Force) war die Bundeswehr 13 Jahre lang in Afghanistan, um das Land beim Wiederaufbau nach dem Krieg gegen die Taliban zu unterstützen. Bis zu 4900 deutsche Soldaten waren in Afghanistan stationiert. Der Einsatz endete am 31. Dezember 2014. Seitdem sind für die Isaf-Folgemission Resolute Support nur noch 850 deutsche Soldaten im Land, um die afghanischen Armee zu beraten und auszubilden. Bis zu 980 können es laut Mandat sein.

Afghanistan: Unama
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Auch die Unama (United Nations Assistance Mission in Afghanistan) unterstützt das Nachkriegs-Afghanistan, allerdings mit einem geringeren personellen Umfang und mit einem anderen thematischen Schwerpunkt: Der demokratischer Wiederaufbau, die Schaffung rechtsstaatlicher Strukturen und die Wahrung der Menschenrechte sind seit 2002 Fokus der Uno-Friedensmission. Der Bundeswehreinsatz ist bei diesem Afghanistan-Einsatz personell allerdings auf einen Mann beschränkt.

Syrien
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Techniker kontrollieren auf dem Fliegerhorst in Jagel ein Tornado-Aufklärungsflugzeug. Seit kurzem beteiligt sich die Bundeswehr am internationalen Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien. Deutschland stellt Tornado-Aufklärungsjets, ein Tankflugzeug und eine Fregatte. Eine Beteiligung an Kämpfen ist nicht vorgesehen. Aktuell sind etwa 420 Soldaten beteiligt, bis zu 1200 können es laut Mandat werden.

Kosovo
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Nach Ende des Kosovo-Krieges 1999 verabschiedete der Uno-Sicherheitsrat eine Resolution, die den Einsatz der Nato-Sicherheitstruppe Kfor (Kosovo Force) ermöglichte. Die Kfor sollte zunächst den Abzug jugoslawischer Truppen und die Entmilitarisierung des Kosovo überwachen. Nach der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo 2008 änderten sich die Aufgaben der Kfor: die Entwicklung von Sicherheitsstrukturen, die Hilfe für Flüchtlinge und Vertriebene sowie die Unterstützung internationaler Hilfsorganisationen steht nun im Mittelpunkt. 2010 wurde die gesamte Kfor-Einsatztruppe reduziert. Mit derzeit fast 700 Soldaten ist der Kfor-Einsatz momentan noch die zweitgrößte Auslandsmission der Bundeswehr. Aufgabe der ausländischen Streitkräfte im Kosovo ist weiterhin die Stabilisierung des Landes.

Irak
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Eine internationale Allianz, an der sich auch Deutschland beteiligt, stellt sich im Irak der Terrormiliz „Islamischer Staat“ entgegen. Im Januar 2015 erteilte der Bundestag erstmals das Mandat für diesen Einsatz. Rund 105 Soldaten bilden aktuell in der nordirakischen Kurdenmetropole Erbil einheimische Kämpfer aus – kurdische Peschmerga, Jesiden und Kakai. Das neue Mandat sieht bis zu 150 Soldaten vor. Für den Kampf gegen den IS liefert Deutschland zudem Waffen und Militärmaterial in den Irak.

Mittelmeer
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An der EU-Mission „Sophia“ zur Rettung von Flüchtlingen und zum Kampf gegen Schleuser im Mittelmeer beteiligt sich die Bundeswehr laut Mandat mit einer Obergrenze von 950 Soldaten. Zur Teilnahme an der Nato-geführten Operation Active Endeavour zur Sicherung der Seewege sind höchsten 500 Soldaten vorgesehen.

Bundeswehr im Anti-Terror-Einsatz in Mali
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Bald 650 deutsche Soldaten werden in Mali künftig für unabsehbare Zeit im Rahmen einer Uno-Mission vor allem aufklären, etwa mit Spähpanzern oder Drohnen. Die offensive Bekämpfung der Terroristen überlässt die Uno den Franzosen, die dafür 3500 Soldaten in der Sahelzone stationiert hat. Aber in Gefechte können auch die Deutschen verwickelt werden.

BerlinDie Bundesregierung will die Zahl der Bundeswehr-Soldaten im westafrikanischen Mali deutlich erhöhen. Das Kabinett beschloss am Mittwoch eine Ausweitung des Einsatzes. Bis zu 1000 deutsche Soldaten sollen künftig im Rahmen der UN-Mission Minusma mit Hubschraubern und Drohnen bei der Friedenssicherung in dem Krisenland mithelfen. Damit werden in Mali wohl bald so viele Bundeswehr-Soldaten stationiert sein wie in keinem anderen Land.

Die Zustimmung des Parlaments gilt als sicher. Derzeit sind 530 Soldaten im Einsatz. Sie sind in der ehemaligen Rebellenhochburg Gao unter anderem für die Aufklärung der Lage mit Drohnen zuständig. Jetzt kommen Kampf- und Transporthubschrauber für die Rettung von Verletzten dazu.

Minusma ist derzeit die gefährlichste Blauhelm-Mission. Gruppierungen wie Al-Kaida terrorisieren den Norden des afrikanischen Staats schon lange. Bis Oktober wurden 70 Blauhelmsoldaten und andere UN-Kräfte bei Anschlägen und Angriffen von Aufständischen getötet.

Zudem beschloss das Kabinett die Verlängerung der Ausbildungsmission im Nordirak. Etwa 150 Bundeswehrsoldaten bilden dort vor allem kurdische Soldaten für den Kampf gegen die Terrororganisation Islamischer Staat aus.

  • dpa
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4 Kommentare zu "Westafrika: Deutlich mehr Bundeswehrsoldaten für Mali"

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  • Herr Mark Hoffmann11.01.2017, 15:09 Uhr
    Es langt schon, wenn wir mit der Grün-Sozialistischen Merkel wieder in einen grün-linken"Nazi-Deutschland" wieder angekommen sind.

  • Man muss das pragmatisch sehen !

    Es können neu entwickelte Drohnen getestet werden, ist ja dort rechtsfreier Raum.
    Zum anderen müssen praktische Beispiele vorgelegt werden, wenn die
    Schilda-Rüstungsindustrie ihre frieden- stiftenden Produkte in andere Krisen-Zonen exportieren will.

    Die aktuellen Drohnen sind jetzt zwar von Israel geleast,
    eine davon wurde bedauerlicherweise von den Experten schon geschrottet.

    Ich bin immer wieder hocherfreut, wenn ich sehe, wie meine Steuern für wirklich sinnvolle Aktivitäten eingesetzt werden

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Welche "enormen Verluste an Bundeswehrsoldaten" in Mali?

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