What's right? Der CDU droht ein Debakel

Eigentlich wäre die anstehende Hamburg-Wahl nur örtlich von Bedeutung. Doch dieses Mal geht es um mehr. Die SPD wird wohl glanzlos gewinnen, die AfD wird punkten, sogar die FDP darf hoffen – und die CDU hat ein Problem.
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Der Journalist war Chefredakteur der Tageszeitung „Die Welt“, des Politikmagazins „Cicero“ und des „Focus“. Er bezeichnet sich selbst als wertkonservativ.
Wolfram Weimer

Der Journalist war Chefredakteur der Tageszeitung „Die Welt“, des Politikmagazins „Cicero“ und des „Focus“. Er bezeichnet sich selbst als wertkonservativ.

Die Bürgerschaftswahl in Hamburg wäre für die Geschicke Deutschlands normalerweise so wichtig wie eine Hafenrundfahrt des Rotary-Cubs Blankenese. Eine gediegene Sache von örtlicher Bedeutung, für die Republik aber reichlich egal. Doch diesmal ist das anders. Das Land ist nach EZB-Geldflut und Griechenextremismus, nach Pegida-Märschen und islamistischen Attentaten aufgewühlt, und es wird 2015 keine wichtigere Wahl mehr geben, denn nur Bremen darf noch an die Urnen.

Der 15. Februar ist also plötzlich wichtig geworden – als ein Gradmesser der politischen Temperatur im Land. Dabei bahnen sich Überraschungen an. Die SPD hatte gehofft, dass sie mit einem triumphalen Wahlsieg des beliebten Bürgermeisters Olaf Scholz die CDU endlich einmal rundherum düpieren und ihre bundespolitische Dauer-Verzwergung bei 25 Prozent Umfragewerten vergessen machen kann.

Doch ganz so triumphal wird der Wahlsieg wohl nicht ausfallen. Scholz drohen deutliche Verluste und die absolute Mehrheit vom vergangenen Mal dürfte ihm entgleiten. Im Rennen um die Kanzlerkandidatur 2017 wirft ihn das zurück, und Gabriel wird am Wahlabend wohl auch deshalb strahlen. Aber der Eindruck, dass die SPD insgesamt brav stagniert, vertieft sich.

Vor allem das wahrscheinlich solide Ergebnis der Linken und deren Wiedereinzug in ein Westparlament dürfte die SPD schmerzen. Denn die Linken schienen bereits auf dem Rückzug aus Westdeutschland; in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen sind sie aus den Landesparlamenten abgewählt worden.

Ähnliches wäre auch in Hamburg denkbar gewesen, doch Thüringen hat die SED-Nachfolgepartei wieder ins politische Spiel der Republik zurück gebracht. Strategen der SPD ahnen inzwischen, wie nachhaltig der Fehler gewesen ist als Juniorpartner in Erfurt den Linken das bundespolitische Überleben zu sichern.

Wirklich spannend aber wird die Hamburg-Wahl im bürgerlichen Lager. Gleich drei Signalüberraschungen könnte der Urnengang bringen. Erstens hat die schon mausetot geglaubte FDP eine echte Comeback-Chance. Das liegt nicht nur daran, dass Christian Lindner seiner schwer verwundeten Partei neue Farben und – deutlich wichtiger – ein gutes Stück Würde zurück verliehen hat. Auch die ungewöhnlich sichtbare und umtriebige Spitzenkandidatin Katja Suding spielt dabei eine Rolle.

Vor allem aber könnte die FDP davon profitieren, dass einige CDU-Wähler bei dieser Wahl taktisch FDP wählen, weil die CDU ohnedies nicht gewinnen kann, aber das Überleben der FDP für die politische Kultur für wichtig gehalten wird. Am Ende könnte dieser Leihstimmen-Trend sogar dazu führen, dass Olaf Scholz eine sozial-liberale Koalition bildet – was gut zu Hamburg passt.

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16 Kommentare zu "What's right?: Der CDU droht ein Debakel"

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  • Hamburg wird schwierig für die AfD! Es ist zu einem großen Teil ein Klientel aus linkschaotischen und anarchotypischen Wählern, und es war kein Zufall, daß gerade hier die Attentäter von 9/11 jahrelangvöllig unauffällig gelebt (und auf Kosten des Steuerzahlers) studiert haben. Tip: 6%+X (Bei KORREKTER Stimmenauszählung auch mehr).

  • die FDP darf hoffen? so ein Blödsinn! die kommen auf 0,9% wenn der Bürger wüßte dass die bereits die Gesetze zur zwangsenteignung aller Sparer schon haben schreiben lassen.

  • Herr Weimar unterschlägt mit seinem Loblied auf die FDP einiges. So mögen konservative Wähler sich mehr konservatives Profil bei der CDU wünschen.
    Nur: Dieses konservative Profil finden sie bei der internationalistisch angehauchten und Homoehe und Haschischfreigabe das Wort redenden FDP nun wahrlich noch viel weniger. Familienwerte symbolisiert die Spitzenkandidatin Suding, die von Ehemann und Kinder getrennt lebt, des Weiteren auch nicht. Die eitle Schaumschlägerei mit vermeintlich sexy Damenbeinen und Werbeplakaten wie "Herr" Katja Suding dürften im wertkonservativen bürgerlichen Milieu auch nicht verfangen. Und wenn die Hamburger FDP innerlich so toll ist, warum verlässt dann eingeweihtes Spitzenpersonal exodusartig die Partei. Hamburg ist in vielerlei Hinsicht eine eitel-nichtige Glitzerstadt. Eine manchmal substanzlose Stadt des schönen Scheins. Möglich, dass die eitel Glitterkandidatin Suding die FDP in einer solchen Stadt retten kann. Mit Substanz und ehrbar sozial-konservativen Werten hätte dies gegebenenfalls aber nun wirklich nichts zu tun. Möge diese FDP-Rettung deshalb nie stattfinden!

  • Es spielt gar keine Rolle, ob der Brief wirklich von Tsipras stammt. Der Brief beschreibt akkurat eine Situation, wie sie von vielen aufmerksamen Beobachtern schon vor 2010 gesehen wurde und vielfach hier im Handelsblatt kommentiert wurde.

    Bei Ueberschuldung gibt es nur eine vernuenftige Loesung: die Insolvenz. Der Glaeubiger verzichtet auf einen Anteil seiner Schulden (Schuldenschnitt, Kreditverlaengerung, Zinssenkung). Dadurch wird der Schuldner in die Lage versetzt, seine Restschulden zu bedienen. Der Schulner kann einen Neuanfang machen, auch wenn es nicht leicht sein wird, frische Kredite zu bekommen. Er wird sparen muessen.

    Warum war es fuer uns Leser ueber all die Jahre so schwer, auch nur eine einzige verlaessliche Zahl ueber die Verschuldung Griechenlands zu bekommen? Erst seit Kurzem wissen wir, dass es gigantische 340 Milliarden fuer ein 11 Millionen Voelkchen sind. Griechenland ist absolut und in Relation zum Volkseinkommen hoeher denn je verschuldet. Griechenland ist voellig ueberschuldet und seine Wirtschaft ohne Hoffnung.

    Warum hat es die Presse nicht geschafft, uns ueber den Fluss des Geldes zu informieren? Bei der griechischen Bevoelkerung ist nichts davon haengen geblieben als nur die Schulden. Wo ist das Geld jetzt?

    Warum hat uns die Presse verschaemt unterschlagen, dass faule Kredite von den Banken in oeffentliche Portfolien gewandert sind? Waere es den Journalisten nicht moeglich gewesen einmal die Zahlen der Bank fuer Internationalen Zahlungsausgleich zu interpraetieren?

    Entweder erkennt die Presse nicht die gigantischen Umverteilungen zulasten der Buerger Europas – einschliesslich der Griechen – oder sie singen bewusst den Song der Nutzniesser.

  • Die AfD wird nicht an der Fünfprozent-Hürde scheitern, denn sie erreicht heute in Umfragen schon 6%. Wer nach [Thüringen AfD Meinungsumfrage] googelt bekommt interessante Ergebnisse: Wenn am nächsten Sonntag Landtagswahl wäre … hätte die AfD demnach zwischen 3% und 8% bekommen - bei BILD sogar nur 5%. Genauso ein Artikel in der ZEIT (Holtzbrinck Gruppe) vom 5. Juni 2014: "Die jüngsten Umfragen machen einen Einzug der AfD in alle drei Parlamente, in Erfurt, Dresden und Potsdam, wahrscheinlich. Überall steht die Partei bei etwa fünf Prozent." - Tatsächlich erzielte die AfD in Brandenburg 12,2%, in Sachsen 9,7% und in Thürinegn 10,6 Prozent. Und daher können wir für die AfD in Hamburg getrost mit 10-15% rechnen.

  • @ Redaktion Handelsblatt

    • Ist der Brief von Tsipras an die Deutschen echt?
    • Wenn ja, warum hat die Presse nicht darueber berichtet?

    @ Forenmitglieder

    Lassen Sie uns auf Antworten beharren. Warum wird uns die Wahrheit vorenthalten? Fragen an die Redaktion stellen!

  • Zitat:
    "Auch die Reaktion der Kanzlerin („Der Islam gehrt zu Deutschland“) auf die Pegida-Demonstrationen und die islamistischen Aggressionen wird unter den konservativen CDU-Anhängern missmutig betrachtet."

    Missmutig betrachtet.....? Dann soll die Basis mal auf den Tisch haun. Gibts bei der CDU keine gestandenen Männer mehr? Aber bei Widerspruch ist ja die eigene Polit-Karriere gefährdert, oder?

    Wer als Kanzlerin dem Stimmenfang eine höhere Bedeutung zumisst, als der Beachtung von grundlegenden bürgerlichen Rechten (Religionsfreiheit, Recht auf körperliche Unversehrtheit, Meinungsfreiheit usw. alles im Islam nicht gegeben), der zeigt, wess´Geistes Kind sie ist. Und genau deswegen ist es Zeit für eine politische Erneuerung in D.

    Drücke der AfD die Daumen!

  • Zitat:

  • Zitat:

  • Nachtrag zur FDP:

    Der FDP-Vorsitzende Lindner steht nicht nur für die Energiewende, die Jahr für Jahr Milliarden von Euros, Arbeitskraft und menschliche Intelligenz verschwendet und ganze Landschaften verschandelt, sie steht nicht nur für die Konkursverschleppung in Sachen Eurorettung - siehe den offenen Brief des neuen griechischen Ministerpräsidenten Tsipras an die Deutschen

    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/europa/tyler-durden/alexis-tsipras-offener-brief-an-deutschland-was-ihnen-ueber-griechenland-verschwiegen-wurde.html;jsessionid=AB7A591E78A4956467F4446F31FB5343 -

    sie steht ganz aktuell auch für den NATO-ergebenen Kurs der Kriegstreiberei in der Ukraine. Nachdem Kubicki es gewagt hatte, die Wahrheit zu sagen, hat in der Parteivorsitzende Lindner prompt zurückgepfiffen.

    Die einzige Partei, von der Linken einmal abgesehen, die nicht zur sozialistischen Einheitspartei Deutschlands bzw. zur Neuauflage der Nationalen Front gerechnet werden kann, ist die AfD.

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