What's right? Huch, das Ozonloch ist weg!

Waldsterben und Ozonloch waren die ersten großen Angstmacher der Öko-Bewegung. Heute weiß man – der Wald stirbt nicht. Und nun verschwindet auch das Ozonloch. Es wird Zeit, Öko-Apokalypsen kritischer zu hinterfragen.
19 Kommentare
Der Journalist war Chefredakteur der Tageszeitung „Die Welt“, des Politikmagazins „Cicero“ und des „Focus“. Er bezeichnet sich selbst als wertkonservativ.
Wolfram Weimer

Der Journalist war Chefredakteur der Tageszeitung „Die Welt“, des Politikmagazins „Cicero“ und des „Focus“. Er bezeichnet sich selbst als wertkonservativ.

Den ersten Weltuntergang habe ich in Frankfurt überlebt. Als am Flughafen die Startbahn West gebaut wurde, da weinten Klassenkameradinnen in lila Latzhosen, weil Kerosin uns nun sicher die Luft zum Atmen nehmen würde. Linke Lehrer wussten zudem „hundertprozentig“, dass die Startbahn nur für Nachrüstungs-Amis und Nato gebaut werde, um den Dritten Weltkrieg anzuzetteln. Sie waren sich sicher, dass das Ende nah war. Ich war da eine Spur optimistischer.

Den zweiten Weltuntergang überlebte ich im Wald. Der sollte nämlich sterben. Diesmal waren sogar die Konservativen in meiner Kirchengemeinde überzeugt: „Erst stirbt der Wald und dann der Mensch!“ Der Regen sei sauer, das Schwefeldioxid tödlich, der Borkenkäfer im Anmarsch, der Schwarzwald schon kahl. Der Spiegel schrieb 1981, im Wald „tickt eine Zeitbombe“ und „wenn das so weitergeht, dann gnade uns Gott“, um schließlich sicher zu prognostizieren: „Die ersten großen Wälder werden schon in den nächsten fünf Jahren sterben. Sie sind nicht mehr zu retten.“ Waren sie doch, die Menschheit auch. Heute ist der Wald in Deutschland so gesund wie seit Generationen nicht mehr, seine Fläche wächst sogar, das Gegenteil der Apokalypse aus den Achtzigern ist eingetreten.

Die fünf Paradoxien der Energiewende
Was Verbraucher gegen die steigenden Stromkosten tun koennen
1 von 5

Ökostrom-Umlage

Sie wurde vollgepackt mit immer weiteren Industrierabatten - die Bürger müssen dies über ihren Strompreis schultern. Sie steigt 2014 auf bis zu 6,5 Cent je Kilowattstunde, obwohl laut des Internationalen Wirtschaftsforums Regenerative Energien 2,6 Prozent weniger Wind- und Solarstrom produziert wurden. Der Zubau neuer Anlagen macht nur 0,2 bis 0,3 Cent des Anstiegs um bis zu 1,2 Cent aus. Hauptgrund sind die massiv gefallenen Börsenstrompreise - sinkt der Verkaufserlös für Ökostrom, wächst die Differenz zu den festgelegten Vergütungssätzen für den Grünstrom.

Drei bayerische Bezirke senken Umlage
2 von 5

Stromversorger

Sie profitieren von niedrigen Einkaufspreisen, während die Versorger durch diverse Energiewende-Umlagen immer mehr bezahlen, auch die Netzentgelte steigen. Das Beratungsunternehmen Energy Brainpool hat für die Grünen-Fraktion errechnet, dass sich für 2014 eine mögliche Senkung der Beschaffungskosten zwischen 0,57 und 1,97 Cent je Kilowattstunde abzeichnet. Damit könnte womöglich der gesamte Anstieg der Ökostrom-Umlage kompensiert werden, wenn die Versorger diese Ersparnisse im Stromeinkauf weitergeben würden.

Braunkohlekraftwerk Jänschwalde
3 von 5

Klimaschutz ade?

Gaskraftwerke stehen still und sollen vom Netz genommen werden. Alte, klimaschädliche Braunkohlekraftwerke laufen hingegen oft durch, da der Preis für CO2-Verschmutzungsrechte extrem niedrig ist. Trotz immer mehr Ökostrom sind daher im vergangenen Jahr die CO2-Emissionen in Deutschland um 2,2 Prozent gestiegen. Ohne Reformen - etwa einer Verteuerung der CO2-Ausstoßrechte - könnte der Kohleanteil weiter steigen und diese Kraftwerke den Atomausstieg kompensieren. Eigentlich sollen dies CO2-ärmere Gaskraftwerke tun.

Gaskraftwerk
4 von 5

Kraftwerks-Probleme

Insgesamt funktioniert der Strommarkt bei 25 Prozent massiv gefördertem Ökostrom nicht mehr richtig. Soll es Sonderprämien dafür geben, dass Kraftwerke, die sich nicht mehr rechnen, am Netz gehalten werden? Denn gerade im Winter wird deren Leistung gebraucht. Doch ein solches System - für das hochmoderne Gaskraftwerk Irsching in Bayern (im Bild) wurde das bereits eingeführt - würde die Strompreise noch weiter steigen lassen. Daher muss eine Reform der Ökoenergie-Förderung zusammen mit einer Strommarktreform angegangen werden. Einzige Gewissheit: Es wird nicht billig.

Windkraftanlage wird gewartet
5 von 5

Verheddert im Interessendickicht

Jeder will etwas anderes. Die Länder im Norden und Osten wollen die Windkraft massiv ausbauen, Bayern träumt von einer weitgehenden Energieautarkie. Auch die Parteien haben unterschiedliche Ansätze, zudem kämpfen die großen Versorger gegen immer mehr dezentrale Akteure. Ein gemeinsamer Konsens ist bisher nicht in Sicht. Das macht Reformen so schwer. Gerade das Kostenproblem droht die Akzeptanz der Energiewende zu gefährden - über die mittelfristigen Vorteile redet kaum noch jemand.

Der dritte Weltuntergang kam von oben. Über unseren Köpfen wurde ein Ozonloch gesichtet, das nun aber wirklich das Ende bedeutete, den „letzten Akt für das Leben auf diesem Planeten“. So ultimativ verkündete völlig ernsthaft Greenpeace 1992 die neue Bedrohung. Die Nasa brauchte Forschungsgelder und spielte im Ozonloch-Drama die starke Rolle des apokalyptischen Warners. Reporter berichteten aus Chile, dass Schafe bereits auf den Weiden erblindeten, dass Lachse gar unter Wasser ihr Augenlicht verlören und Bäume Mutanten-Knospen trieben. Diesmal war der Bösewicht nicht Kerosin oder Schwefeldioxid, sondern FCKW. Die unsichtbare Gefahr aus dem All bedrohte uns alle mindestens mit Hautkrebs und grauem Star, eigentlich aber mit dem Massentod im globalen Solarium. „Mit Millionen von zusätzlichen Toten“, rechnete das Worldwatch Institute in Washington. Ich rechnete eher nicht damit, schließlich hatte ich schon zwei andere Weltuntergänge überlebt.

Und es sollten mehr werden: Ob Tschernobyl oder Fukushima, ob Atomkrieg oder Vogelgrippe, ob Schweinegrippe oder BSE, ob Aids oder Ebola oder die Klimakatastrophe – immer wieder gab es jede Menge Leute, die vom Weltuntergang profitierten, obwohl der nie kam. Medien zum Beispiel haben ein professionelles Interesse am Alarmismus. Angst verkauft sich, also wird sie geschürt. Und so vermutet die mediale Panikmache hinter jedem Tropensturm das „Wetterchaos“, entlarvt jeden schwülen Sommertag als „Klimaschock“, jedes fiebrige Huhn als „Pestboten“.

Der Weltuntergang ist ein Wachstumsmarkt
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

19 Kommentare zu "What's right?: Huch, das Ozonloch ist weg!"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Der Spiegel schrieb 1986 in seiner Ausgabe 44, dass der Kölner Dom bald 70 m unter Wasser steht.

    Daraufhin trat ich in den Ruderclub ein und legte mir sicherheitshalber ein Ruderboot zu. Ich konnte dieses Boot bisher nicht auf dem Domplatz einsetzen, geschweige denn, den Glockenturm umrunden, jetzt noch der heiße Sommer, wieder nichts.

  • @Herr Michael Kirsch

    ..keine Rechtfertigung für Ihre Gesinnung suchen..

    Phrasendreschen können Sie.

  • @Herr Michael Kirsch

    Nicht nur Klimaexperte, sondern auch noch Hellseher.

    Da es so viele Menschen gibt, wissen sie auch welche?

  • @Herr Michael Kirsch

    Kleingeister?

    Geistige Kleingärtner, die sich darauf verlassen, dass sie bei Gesetzesbrüchen nicht eingesperrt werden, es sei denn sie bewegen sich in Russischen Gewässern.

  • OZONLOCH schliesst sich und das Waldsterben findet ein jaehes Ende, weil wir alle fette Fleischwurst und saftgen Schinken essen auf Roggenbrot mit Bauernbutter!

    Steaks, so gross wie Toilettendeckel auf dem Grill braten und geniessen...mit veganen Beilagen !

    Ausblick:

    Ab morgen qualme ich wieder Zigarren in meinem Leibgerichtsrestaurant und rolle mit meinem Wohnmobil in die Altstadt trotz fehlender Umwelt Palette, damit ich nicht immer besoffen nach Hause fahren muss, (mit dem UBER-TAxi)!


  • Waldsterben, Ozonloch ... waren nur Probeläufe.

    Aktuell geht es um eine angeblich menschengemachte Klimakatastrophe. Nur zur Erinnerung: Für diese "Klimakatastrophe gibt es auch nicht die Spur eines wissenschaftlichen Beweises. Es gibt lediglich einen starken Konsens ("we are very confident") der von den Regierungen entsandten und ihren Anweisungen gehorchenden, also politisch gelenkten "Wissenschaftler" IPCC.

    Noch einmal im Klartext: Das IPCC ist kein wissenschaftliches Institut und keine naturwissenschaftliche Fakultät, sondern ein politisch gesteuerter Manipulierclub der Regierungen.

    Die Strategie ist in allen Fällen immer dieselbe: Ziel ist es, unter Schüren von pseudowissenschaftlich begründeten Horrorszenarien die Staaten und die Völker der Welt so weit in Angst und Schrecken zu versetzen, daß sie am Ende bereit sind, ihre demokratischen Regierungen und Parlamente unter internationale, von den UNO-Autokraten gesteuerte, übernationale, aber keinerlei demokratischer Kontrolle unterliegende Befehlsgeber unterzuordnen.


    Es geht um die auch vom Potsdaminstitut für Klimafolgenforschung erträumte, propagierte und erstrebte "Große Transformation".

    Weltherrschaft ohne Demokratie unter dem Diktat von angeblich gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen wie der längst wissenschaftlich im Sinne Poppers falsifizierten These von CO2 als Erwärmungsofen der Erde, das wird angestrebt.

    Nicht das Klima ist bedroht - seit 18 Jahren gibt es keine Erhöhung des Durchschnitts der global gemessenen Temperaturen - sondern unsere Freiheit.





  • Kleingeister? Sie sehen also alle Umweltaktivisten als Kleingeister!? Mutig und zugleich naiv!

  • Ob es so ist oder nicht kann ich als Laie nicht abschließend beantworten. Was ich aber mit Sicherheit weiss ist dass die Menschen auf kurz oder lang schon dafür sorgen werden dass dieser Planet brennt. Und diese Tatsache kann niemand leugnen!!!

  • Herr Ramsauer... Das hat nichts mit Nazi zu tun. Sie müssen also hierin keine Rechtfertigung für Ihre Gesinnung suchen.

  • Bravo, ein fast echter Weimer.
    Dieses mal in der gemäßigten Variante als Mahner vor Hysterikern, nicht mit dem Vorschlaghammer gegen alles, was sich für Umweltbelange einsetzt. Auch sind keine krassen Pauschalisierungen und Stereotypen am Start. Wird da der Saulus zum Paulus, zum Retter der Rechtschaffenheit, des Wohlstands und der Umwelt?

    Nein, wird er nicht. Er beschäftigt sich hier lediglich mit dem was in den Medien ablief. Egal welche dieser Medien, sie wollen alle die spektakulärste Schlagzeile liefern und wo Nachfrage ist, gibt es auch einen der sie bedient. Der Autor wertet dieses Symptom immer mit der gleichen Systematik: "Das sind von der Öko-Industrie bezahlte Lobbyisten". Dabei vertritt er selbst Positionen, die sich auf Erkenntnissen von nachweislich bezahlten Wissenschaftlern stützen.

    Die wahrlich existierenden Hysterisierung unserer Gesellschaft durch die Medien, der "Wachstumsmarkt Weltuntergang" dient als Vehikel alle in Misskredit zu bringen, die sich für Umweltbelange einsetzen.

    Der Focus wäre für diesen Artikel die bessere Adresse.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%