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What's right? Sozialisten haben Argentinien ruiniert

Die argentinische Regierung schiebt die Schuld der Staatspleite auf „aasgeiernde“ Hedgefonds aus Amerika. Tatsächlich hat sich die sozialistische und korrupte Regierung Kirchner selber in die Krise manövriert.
10 Kommentare
Der Journalist war Chefredakteur der Tageszeitung „Die Welt“, des Politikmagazins „Cicero“ und des „Focus“. Er bezeichnet sich selbst als wertkonservativ.
Wolfram Weimer

Der Journalist war Chefredakteur der Tageszeitung „Die Welt“, des Politikmagazins „Cicero“ und des „Focus“. Er bezeichnet sich selbst als wertkonservativ.

Cristina Kirchner schimpft auf „Geierfonds“ (Fondos Buitre), wettert gegen die USA, tobt über den Weltkapitalismus. Sie versteigt sich gar zur Behauptung, Hedgefonds seien wie der Gaza-Krieg: „Das ist auch Gewalt. Die Finanzraketen kosten Leben.“ Dunkle Mächte der Wall Street seien für die Staatspleite Argentiniens verantwortlich. Die schillernde Präsidentin „malwinisiert“ mal wieder ein Problem – so nennen es die frustrierten Argentinier, wenn ihre Präsidentin Sündenböcke für eigene Fehler sucht. Auch bei den Malwinen (also den Falklandinseln) poltert Kirchner seit Jahren gegen Großbritannien, um nationalistische Emotionen zu schüren, anstatt sachlich Probleme zu lösen.

Elf Jahre lang haben die Staatspräsidentin Cristina Kirchner und ihr mittlerweile verstorbener Ehemann Néstor die argentinische Politik dominiert. In dieser Zeit hat das Ehepaar persönlich ein beachtliches Vermögen angehäuft, das Land allerdings rutscht immer weiter in die Krise. Mit einer vulgärsozialistischen Politik überziehen die Kirchners das Land, verstaatlichen willkürlich von Flugzeugherstellern bis zu Rentenfonds, führen Handelsrestriktionen ein und schanzen den linken Parteicliquen Aufträge zu. Inzwischen überzieht ein korruptes Netzwerk das Land und um das zu verbergen, wird eine anti-westliche Ideologie gepflegt, wie es die Links-Despoten in Kuba und Venezuela seit Jahren vormachen.

Kirchner hat sich systematisch von Europa und den USA abgewandt und die Nähe von Hugo Chávez ebenso gesucht wie die des chinesischen Präsidenten Xi Jinping. Dafür wurden Europäer und Amerikaner brüskiert, so etwa als man die gewaltigen Investitionen des spanischen Ölkonzerns Repsol kurzerhand verstaatlichte – das Investitionsklima für westliche Unternehmen wurde regelrecht vergiftet.

Das Entwestlichungskonzept wird wie weiland im Sowjetreich auch propagandistisch ausgelebt. So demontierte man die Kolumbusstatue hinter dem Präsidentenpalast, der „Casa Rosada“, und ersetzte sie durch ein aus Bolivien stammendes Guerillera-Standbild aus dem Unabhängigkeitskampf. Das linksnationalistische Programm führte sogar – George Orwell lässt grüßen – zur Schaffung eines eigenen Ministeriums „zur strategischen Koordinierung des nationalen Denkens“ (Secretaria de Coordinación Estratégica para el Pensamiento Nacional).

Wie in Venezuela werden kritische Medien regierungsamtlich attackiert, und stattdessen ein sozialistischer Heldenkult zelebriert. So lässt die Präsidentin scharenweise Bauwerke und Institution nach ihrem verstorbenen Mann und Vorgänger Néstor Kirchner benennen. Von Busterminals über Schwimmbäder und Sozialeinrichtungen bis zu Fußballplätzen.

Wie immer in sozialistischen Despotien kommt es dabei zu allerlei Grotesken. So darf die Turnhalle in Palpalá nicht einfach nur „Néstor Kirchner“ heißen, sondern „Olympisches Gemeindestadion Präsident Néstor Kirchner“. Ein Journalist der oppositionellen Zeitung Clarín macht sich mittlerweile den Spaß, im Internet unter „Benenne alles nach Nestor“ massenhaft Beispiele zusammenzutragen.

Der Kirchnersozialismus umfasst selbst Staatsunternehmen wie die Fluglinie Aerolineas Argentinas, die nach der Verstaatlichung in der Hand der kirchnerschen Parteijugendclique La Cámpora sind. Mitarbeiter zahlen einen Teil ihres Gehalts in die Parteikasse. Vor Großkundgebungen von Kirchners Parteiformation „Front für den Sieg“ ziehen Parteifunktionäre mit Essensgutscheinen durch die Elendsviertel und sammeln Teilnehmer mit Schulbussen ein. Zugleich durchsetzen Korruption und Klientelismus den sozialistischen Staatsapparat. So wird dem Vizepräsidenten vorgeworfen, sich mal eben persönlich an der Verstaatlichung einer Geldscheindruckerei zu bereichern.

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10 Kommentare zu "What's right?: Sozialisten haben Argentinien ruiniert"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wahrnehumungsstörung? Nicht die "Sozialisten" haben Argentinien ruiniert, sondern die Neoliberalen Kapitalisten. Wie verkommen der Kapitalismus schon geworden ist, zeigen die Kommentare der westlichen Medien. Wie sagte man schon sehr früh: " Einen nackten Mann, kann man nicht mehr in die Taschen greifen. Wo nichts mehr ist, hat der Kaiser sein Recht verloren.

    Es scheint mittlerweile so, wenn Gesetze nicht passen werden sie passend gemacht. Ein Imperium der Schande.

  • Argentinien und die Aasgeier auf den Finanzmärkten und in den Redaktionsstuben?

    Was für eine verquere Sichtweise. Wenn man einem Aasgeier" 1600% Rendite zuspricht, statt hier einen Schnitt zu machen, dann wird das eines Tages jedes Land, an den Rand einer Pleite bringen.

    Wenn 93% dem Schuldenschnitt zugestimmt hatten, dann wären hiermit die Minderheit von 7% überstimmt. Was beim privaten und Firmeninsolvenzrecht gilt, sollte gerade auch und besonders für Staaten gelten.

    Im Übrigen die Schreiberlinge, die das richtig finden? Was wäre wohl passiert, wenn man Deutschland einen Schuldenschnitt nachdem Zusammenbruch, (und noch selbst verschuldet)einen Schuldenschnitt verweigert hätte?

    Nachdem ein New Yorker Gericht dem Staat Argentinien in der letzten Woche untersagte, seine Gläubiger zu bedienen, steht Argentinien vor dem technischen Staatsbankrott. Dies geschah alles vor dem Hintergrund, dass einige Hedgefonds (sog. Vulture-Fonds (auf deutsch: Aasgeier-Fonds)) das große Geschäft mit argentinischen Ramschanleihen aus der Zeit vor 2001 witterten und den südamerikanischen Staat durch skurrile Gerichtsurteile in die Knie zwingen wollen. Eigentlich sollte dies doch ein Paradebeispiel für die Auswüchse eines zerstörerischen Finanzkapitalismus sein und dementsprechend kommentiert werden.

    Eigentlich. Ein großer Teil der deutschen Medien schlägt sich jedoch „erwartungsgemäß“ auf Seiten der Aasgeier. Quelle NDS

  • Rene Weiß@ "Wenn ich jemanden einen Kredit leihe"
    Es geht hierbei um den Zinseszins, dieser ist auf Dauer nicht leistbar. Auch Deutschland kann den Zinseszins auf seine Schulden nicht leisten. Die Pleite kommt nur verzögert zu Griechenland und den anderen Staaten. Im Übrigen sind die Privatschulden das Problem.

  • Wenn ich jemanden einen Kredit leihe, will ich mein Geld auch wieder haben. Was daran versteht Argentinien nicht. Dumm, wer dem Land nach wie vor Geld leiht.

  • Alle Staaten sind verschuldet.

    Bei wem eigentlich?

    Staaten verschulden sich zu 97% bei Banken und Versicherungen!!!
    ( Die Versicherungs AGs gehören auch den Bankstern )

    Wieso sprechen die gleichgeschalteten Konzernmedien immer von "Investoren" und nicht Banken?

    Von "Kapitalmärkten" und nicht Banken?

    Von "Rendite" und nicht Zinsen?

    Woher haben die Bankster das ganze Geld um es den Staaten zu leihen, wenn sie doch selbst angeblich alle pleite sind bzw. gerettet werden müssen?

    Bankster schaffen ( Was viele nicht wissen ) Geld aus dem nichts ( per Kredit ) und verschulden/versklaven damit die ganze Menschheit!!!

    Die wichtigste Frage lautet: Wie entsteht Geld?

    Geld entsteht nur über Kredit!!!

    Geld = Schuld

    Jedem Euro/Dollar Guthaben steht ein Euro/Dollar Schulden gegenüber!!

    Jeder Euro/Dollar der im Umlauf ist, wurde den Staaten, Unternehmen und Menschen nur geliehen, und muss plus Zinsen an die internationalen Bankster zurückgezahlt werden!!
    ( Privatbanken bzw. deren EIGENTÜMER haben das Geldmonopol! )

    "So ist unser Geldsystem. Gäbe es keine Schulden, gäbe es kein Geld!" (Marriner Eccles, Präsident des privaten Federal Reserve Systems, am 30. September 1941)

    Warum erfahren wir in den gleichgeschalteten Massenmedien nie etwas über das Schuldgeldsystem bzw. Geldmonopol der internationalen Bankster?

    Da sollte man sich mal die Frage stellen, wem gehören eigentlich die Medien?

    Jeder der das nicht versteht, sollte im Internet nach "Schuldgeldsystem" bzw. "Das Zwangsgeldsystem Mario Fleischmann", "Prof. Bernd Senf - Tiefere Ursachen der Krise" oder "Goldschmied Fabian" suchen.

  • "Cristina Kirchner schimpft auf „Geierfonds“ (Fondos Buitre), wettert gegen die USA, tobt über den Weltkapitalismus. Sie versteigt sich gar zur Behauptung, Hedgefonds seien wie der Gaza-Krieg: „Das ist auch Gewalt. Die Finanzraketen kosten Leben.“ Dunkle Mächte der Wall Street seien für die Staatspleite Argentiniens verantwortlich."

    Stimmt das denn nicht?

    Käme ein Journalist auf den Gedanken, dass auch die deutsche Buchführung unseres Finanzministers nicht stimmt, wo kämen wir denn hin.

    Man stelle sich vor, dass die unterlassenen Reparaturarbeiten an der deutschen Infrastruktur in der Erfolgsbilanz unseres Bundesfinanzministers tatsächlich kein Erfolg wäre, wo kämen wir denn mit solchen Zweifeln hin.

    Natürlich könnte man behaupten, wie in Unternehmen auch, dass in den jeweiligen Bilanzen entsprechende Vorsorge zu treffen ist, Rückstellungen zu bilden sind. Wenn Unternehmenslenker dies nicht vornehmen würden, würden sie wegen Falschmeldung in den Knast gesteckt. Aber bei unserem Bundesfinanzminister ist das normal und er geht nicht in den Knast.

    Wer will es deshalb der argentinischen Präsidentin verdenken, dass sie ebenfalls wie unser Herr Schäuble denkt und gegen alles, was eigene Unfähigkeit aufdeckt, wettert. Ist doch hier nicht anders.

    Das unsere Bundesregierung auch noch vom Bundesverfassungsgericht Rückendeckung erhielt - ich denke an den ESM - ist wohl mehr als sonderbar. Aber nicht erstmalig.

    Unsere Judikative hat Vergangenheit. Wer einmal die Zeit aufbringen möchte, der sollte sich mit unserer Judikativen im Dritten Reich einmal beschäftigen und den Abgleich wagen.

  • Und im ARD-Nachrichtenkanal "Tagesschau24" wird von "den Folgen neoliberalen Kapitalismus" als Grund für die Staatspleite gesprochen...

    Vor zwei Tagen wurde im gleichen Kanal ein Nachrichten-Beitrat darüber gesendet, wie Europa in "menschenverachtender Weise" die illegale Einreise nordafrikanischer Flüchtlinge (durch hohe Zäune in der nordafrikanischen Exklve Spaniens names Melilla...) verhindert. Im gleichen Beitrag wurde u.a. ein Asylrecht auch aus Armutgründen gefordert! Bedeutet: 75% der Erdbevölkerung dürften dann in die EU immegrieren...

    Das nur so nebenbei als weiteres Beispiel, was so an linker Propaganda tagtäglich durch die von uns zwangsfinanzierten GEZ-Medien passiert. Von den Euro-Lügen fange ich erst garnicht an...

  • Experten nennt man das heute. Interessant.

  • Nix Raubkapitalisten. Das Volk respektive der kleine Mann ist faul ... die Regierung korrupt.
    Jetzt wird das Land finanziell von Experten filetiert. Das ist gut so!

  • Die Raubkapitalisten werden auch irgendwann feststellen dass auf dem Bankcomputer gespeicherten mit viel Mühe gesammelten vielen Nullen und Einsen eines Tages in Luft auflösen. Dann werden sie feststellen dass alles nur eine schöne Illusion war.

    Während die Anderen auf der Strasse singen, tanzen und lachen werden sie sich aus ihren gläsernen Türmen stürzen.