Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

What's right? Wo bleibt die Hessenquote?

Die Einführung der Frauenquote ist ein Sieg politischer Korrektheit und eine Niederlage der freien Leistungsgesellschaft. Wer glaubt, dass Deutschland dadurch moderner wird, denkt ziemlich altmodisch.
2 Kommentare
Der Journalist war Chefredakteur der Tageszeitung „Die Welt“, des Politikmagazins „Cicero“ und des „Focus“. Er bezeichnet sich selbst als wertkonservativ.
Wolfram Weimer

Der Journalist war Chefredakteur der Tageszeitung „Die Welt“, des Politikmagazins „Cicero“ und des „Focus“. Er bezeichnet sich selbst als wertkonservativ.

Düsseldorf Wer SPD-Politiker über die Frauenquote schwadronieren hört, der könnte meinen, der Mauerfall von 1989, die Revolution von 1848 und die Kaiserkrönung Karl des Großen seien historische Nebensächlichkeiten. Der wahre Durchbruch deutscher Geschichte sei in dieser Woche gelungen, weil die Bundesregierung einer Handvoll glücklicher und bestbezahlter Frauen nun ein paar Plätze in Aufsichtsräten der Wirtschaft reserviert.

Die SPD-Parteispitze kniet vor sich selbst nieder und stimmt das Oratorium vom „großen gesellschaftlichen Fortschritt“ mit „historischer Dimension“ an. SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann berauscht sich am „gewaltigen Sprung nach vorne“.

Und die Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig predigt: Die Quote werde „unser Land moderner machen“. Und verkündet: „Sie leitet einen Kulturwandel ein.“

Kurz und schmerzhaft: alle Kolumnen

Kolumnenkabinet

Wer tatsächlich glaubt, dass Deutschland durch diese Frauenquote moderner wird, der glaubt auch, dass Manuela Schwesig mit Barbarossa verheiratet ist oder Thomas Oppermann neulich Napoleon besiegt hat.

Diese Quote wird – das sei allen Bedenkenträgern im Altherrenrock gesagt – der deutschen Wirtschaft keinen großen Schaden anrichten. Sie wird gar nichts anrichten, sie wird das Denken bloß ein wenig abrichten. In Wahrheit ist sie ein Triumph altmodischer Verklemmung und billiger politischer Korrektheit.

Wenn Oppermann davon doziert, „Frauen sind keine Belastung für die Wirtschaft, sondern eine Bereicherung“, dann formuliert er damit Binsenweisheiten aus den fünfziger Jahren. Wer in aller Welt behauptet denn das Gegenteil? Niemand, nicht einmal die knorrigsten Machos.

Die Frauenquote dient keinem Fortschritt
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: What's right? - Wo bleibt die Hessenquote?

2 Kommentare zu "What's right?: Wo bleibt die Hessenquote?"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ich fordere auf der Stelle die Einstellung eines Brauereibeauftragten in jeder Firma ab 100 Mitarbeitern!

    Des weiteren sind in der Geschäftsführung und im Aufsichtsrat aller Unternehmen mindestens 10 % Alkoholiker zu beschäftigen bzw. zu bestellen.

    Das ist ungefähr das statistische Mittel der Bevölkerung.

    Ein paar Kiffer und Fixer gehören da natürlich auch rein, schließlich muß ja allen relevanten Gruppen Genüge getan werden!

  • 1.) Frau Schwesig behauptet mit Frauen in den Aufsichtsräten und Vorständen würde die Wirtschaft moderner; dies grenzt schon an Männerdiskriminierung, zweifelsohne lässt sich wohl behaupten, dass nicht alle Männer innovationsfeindlich sind. Männer als Deppen abzustempeln ist zurzeit ja auch im Werbefernsehen die angesagte Masche, wird Zeit Frauenbeauftragte abzuschaffen und Männerbeauftragte zu etablieren.
    2.) die Behauptung in diesem Artikel die Fraunequote würde das Leistungsprinzip unterminieren, ist kaum zu halten, zu zahlreich sind die Beispiele des Versagens von sogenannten Topmanagern.
    3.) soweit ich das beobachten kann, werden die Posten vom Kapital vergeben. Je nach dem wie es dabei geschlechtlich aussieht werden die Schlüsselpositionen mit Söhnen Töchtern etc. besetzt
    4.) die Diskussion um die alten Zöpfe wird vor allem von den Silveragern geführt, die nicht mitbekommen haben, dass sich die Zeit geändert hat. Die Situation in den Gremien ist auch ein reine Zeitfrage.
    5.) wenn einer Frauen diskrimminiert ist es die Politik die Gesetze zur Gleichberechtigung schafft und den Kommunen keine Möglichkeit gibt diese zu realisieren Stichwort: Kindesbetreuung, Herdprämie etc.