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What's right? Weniger Herz, mehr Verstand

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Zeit für unangenehme Wahrheiten

Über 70 Leichen aus Schlepper-LKW geborgen

Es ist also an der Zeit, unangenehmen Wahrheiten ins Auge zu sehen. Der Wahrheit zum Beispiel, dass das deutsche Asylrecht für die Bewältigung globaler Ungleichheiten und einer Völkerwanderung völlig ungeeignet ist. Es muss präzisiert, mindestens ehrlich gemacht werden mit der sofortigen und entschiedenen Benennung vieler sicherer Herkunftsländer.

Zu den unangenehmen Wahrheiten gehört auch die, die Großbritannien vertritt – eine wilde Massenimmigration kann schlichtweg nicht geduldet werden, sie würde Europa zerstören. Und die Wahrheit, die Polen, Ungarn, die Slowakei und Tschechien erklären – dass man auf verfolgte Christen ein besonders fürsorgliches Auge haben sollte, weil keine Religionsgruppe auf der Welt so brutal und massenhaft verfolgt wird wie gerade Christen.

Und die Wahrheit, die die europäischen Geheimdienste vermelden – dass die Türkei die Massenflucht von Muslimen nach Europa aus politischem Kalkül befördert. Und dass über den „Dschihad-Highway“ potentielle Terroristen nach Europa einsickern.

Der Tod vor der Haustür
Grenzzaun in Ceuta
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Ein Mann steht an einem Grenzzaun in der spanischen Exklave Ceuta in Nordafrika: Die Außenposten der Europäischen Union auf dem afrikanischen Kontinent sind zum Ziel Zehntausender Flüchtlinge geworden. Oft stürmen sie in großen Massen gleichzeitig auf den haushohen und militärisch gesicherten Grenzzaun zu – mit dramatischen Folgen...

(Foto: Reuters)
Grenzzaun in Melilla
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Ein afrikanischer Migrant versucht sich vor dem Schlagstock eines spanischen Grenzpolizisten zu schützen: Die zweite spanische Exklave auf afrikanischem Boden gilt als gelobtes Land für viele Flüchtlinge. Schließlich gilt: Wenn ein Flüchtling einmal europäischen Boden betreten hat, darf er nicht ohne abgeschlossenes Asylverfahren ausgewiesen werden. Die Praxis weicht allerdings oft von den Gesetzen ab...

(Foto: ap)
In Reih' und Glied
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Afrikanische Flüchtlinge an der spanischen Grenze in Melilla: Sogenannte „Pushbacks“, unrechtmäßig angeordnete und gesetzliche nicht legitimierte Abschiebungen von Flüchtlingen, nehmen Menschenrechtsorganisationen zufolge wieder zu. Den Migranten wird dadurch eine der letzten, der ohnehin verzweifelten, Fluchtoptionen verwehrt.

(Foto: ap)
Hotspot Libyen
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Die verzweifelte Lage der Migranten treibt sie ihn Bürgerkriegsländer wie Libyen. Dort erwarten sie Rechtlosigkeit, Willkür und Gefängnis. In Libyen sitzen viele Flüchtlinge grundlos über Monate und Jahre hinweg hinter Gittern. Da erscheint jede noch so gefährliche Fluchtmöglichkeit als sicherer Ausweg – zumal es in den Herkunftsländern oft noch schlimmer zugeht...

(Foto: dpa)
Kampf um Brot
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In einem Flüchtlingslager für Jesiden im Nordirak wird die Brotverteilung zum Überlebenskampf: Nicht nur die armen Länder der Subsahara-Länder sorgenmit Leid, Hunger und Unrecht für einen steten Flüchtlingsstrom, auch die vielen Krisen im Nahen Osten vertreiben die Menschen aus ihrer Heimat. Oft bleibt ihnen nur der Seeweg ins gelobte Land Europa...

(Foto: ap)
Flüchtlingsboot im Mittelmeer
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Mindestens 200 Flüchtlinge in einem überfüllten und seeuntauglichen Boot vor der italienischen Insel Lampedusa: In der Hoffnung auf Arbeit und Frieden haben sich im vergangenen Jahr mehr Menschen denn je zuvor auf den gefährlichen Weg über das Mittelmeer gemacht. Die Route nahmen Angaben des UN-Menschenrechtsrats zufolge mehr als 207.000 Menschen. Dabei starben Tausende...

(Foto: dpa)
Gefahr im Verzug
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20 Seemeilen nördlich der libyschen Küste: Ein überfülltes Flüchtlingsboot. Mindestens 3419 Flüchtlinge starben Angaben der Vereinten Nationen zufolge 2014 bei dem Versuch, das Mittelmeer in Richtung Europa zu überqueren. Die Dunkelziffer dürfte weitaus höher liegen. Das Mittelmeer wird damit zum Massengrab.

(Foto: ap)

Und die Wahrheit, die die schwache Regierung Libyens beklagt – dass die IS-Islamisten mit dem Schleppergeschäft ihren Terrorismus finanzieren und Europa besser vor Ort eingreifen sollte.

Und die Wahrheit, die im Nahen Osten kursiert, dass Saudi-Arabien das Flüchtlingsdrama als Migrationswaffe missbraucht und selber – obwohl superreich und unmittelbar benachbart – statt den Menschen zu helfen lieber schmutzige Kriege befeuert.

Und die Wahrheit, die der Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen, Antonio Guterres, verkündet – dass es endlich Registrierungs-Zentren an den Außengrenzen der EU geben sollte.

Und die Wahrheit, die die CSU seit Wochen fordert – dass EU-Flüchtlingszentren gleich in Nordafrika eingerichtet werden sollten, um den Exodus übers Meer zu verhindern.

Und die Wahrheit, dass Deutschland mehr Flüchtlinge aufnimmt als die meisten anderen EU-Staaten zusammen – es nach der ersten Million keine zehn oder 20 oder 30 weitere Millionen mehr werden können, ohne Deutschland selbst zu zerstören – es also eine Politik der klugen und humanitären Begrenzung geben muss. Kurzum: Die Politik des großen Herzens wird durch eine Politik des größeren Verstandes ergänzt werden müssen.

Wolfram Weimer war Chefredakteur der Tageszeitung Die Welt, des Politik-Magazins Cicero und des Focus. Er bezeichnet sich selbst als wertkonservativ.

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Mehr zu: What's right? - Weniger Herz, mehr Verstand

157 Kommentare zu "What's right?: Weniger Herz, mehr Verstand"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wenn man als normaler Bürger vor 3 Monaten das Wort Völkerwanderung in den Mund genommen hat, weil man sich unwohl fühlte mit "Willkommenskultur" und ähnlichen Floskeln in Verbindung mit der Flüchtlingsfrage, wurde als Rassist und Nazi tituliert.
    Ein Einwanderungsgesetz darf nicht als falsches Willkommenssignal an die vielen verstanden werden, die man nicht einladen kann, ohne die eigene Gesellschaft, das eigene Volk ( ja, das gibt es auch noch ) zu gefährden. Wir sind offen, aber nicht für alles und jeden, sonst wird diese BRD spätestens 2020 nicht mehr regierbar sein.

  • Zur unangenehmen Wahrheit gehoert auch, dass Europa und Deutschland mit seiner Wirtschaftspolitik und seinen Waffenlieferungen diese den Fluechtlingsstrom ausloesenden Konflikte befeuert.
    Ferner wird das deutsche Asylrecht wahrlich nicht wahllos und massenhaft angewandt. Fast alle Asylsuchenden aus den Balkanlaender werden nicht anerkannt.
    Mit manchen Ihrer Statements bin ich durchaus einverstanden aber andere wie die Einstellung humanitaerer Hilfe an den Aussengrenzen der EU (z.Bsp Mittelmeer) oder die Bevorzugung christlicher Asylanten gegenueber Muslimen erscheinen mir nicht wertkonservativ sondern eher aus der Kiste der geistigen Brandstifter zu stammen.

  • Sehr geehrter Herr Weimer,

    haben Sie herzlichen Dank für Ihren kritischen Beitrag, der den Finger wirklich in die Wunde legt und nicht alles durch die rosarote Brille betrachtet, sondern Fragen an unsere Verantwortlichen aus Politik und Medien aufwirft, die endlich ehrlich beantwortet werden müssen.

    Wir wünschen uns mehr von diesen kritisch-sachlichen Stimmen in der Debatte - insofern auch Kompliment an das Handelsblatt für die Veröffentlichung dieses Kommentars - das hätten wir gar nicht geglaubt! Weiter so!

    Dr. Christian Hubatsch und Familie

  • Hallo Herr Weimer,
    auch von mir nochmal: DANKE für diesen Artikel !!
    MfG
    P.S. Ich hoffe Sie arbeiten heute noch beim HB... !? ):

  • Dazu passend ein Artikel aus den Weinheimer Nachrichten,
    vom 28.08.2015, überschrieben mit „Stellen-Kampagne nur bedingt
    erfolgreich“
    Der Kreis Schwäbisch Hall (Regionaldirektion der Bundesarbeitsagentur)
    hatte ab 2012 gezielt versucht, in Portugal Arbeitnehmer anzuwerben.
    Daraufhin wurden die Behörden mit 10.000 – 15.000 Bewerbungen
    überflutet, woraufhin die (regionale?) EDV teilweise zusammenbrach. Einige
    Portugiesen hätten sich sogar kurzerhand ins Auto gesetzt und wären ohne
    konkretes Jobangebot nach Schwäbisch Hall gereist.
    So seien viele Jobsuchende mit dem Qualifikationsniveau von Helfern
    gekommen.
    Die seien aber nicht benötigt worden, zumal deutschsprachige Helfer bei
    Firmen bevorzugt wurden.
    Einige Portugiesen hätten eine positive Perspektive und sie seien gut
    integriert. Auch Hochzeiten mit Deutschen hätte es gegeben. Zugleich
    räumte der Sprecher aber ein:“ Es wurden auch Hoffnungen
    enttäuscht.“

    Man merke somit:
    a) selbst wenn „gezielt“, also aktiv (was in meinen Augen einen Bedarf
    voraussetzt) gesucht wird, bricht bei 10-15.000 Bewerbungen die EDV der
    Bundesarbeitsagentur zusammen. Warum man nicht versucht den Bedarf
    inländisch zu decken bleibt mir, solange es auch „offiziell“
    Arbeitslose gibt, schleierhaft.
    b) Wenn wir von der kleineren Zahl ausgehen, wurden von 10.000 Bewerbern
    (innerhalb von ~DREI Jahren !!) nur 100 in Jobs vermittelt. Da entspricht
    einer Quote von sagenhaften 1% oder 9.900 Bewerber gingen „leer“ aus.
    Sollten man die höhere Zahl von 15.000 zugrunde legen, bleibt eine
    „Erfolgsquote“ von 0,666% oder 14.900 Bewerber gingen „leer“ aus.
    c) Das Qualifikationsniveau hat in vielen Fällen nicht „gepasst“
    d) Die Firmen brauchen Mitarbeiter, die zumindest der deutschen Sprache
    mächtig sind.
    e) man hat den Leuten „Hoffnungen“ gemacht, die man nicht erfüllen
    konnte.

    Wer will uns da ernsthaft erzählen, dass 800.000 erwartete
    „Flüchtlinge“ / "Facharbeiter" (Großteils Moslems und Afrikaner) gebraucht werden UND integriert werden können?

  • Natürlich, Zustimmung und Dank+Aufmunterung an Hr. Beimer:

    "!!!! der erste vernünftige Artikel zu dem Thema seit langem !!!!"

    Wir alle hier freuen uns wie kleine Kinder, dass im HB mal eine Stück Wahrheit seinen Weg gefunden hat. Ist das nicht schlimm?! Vor 10 Jahren hätte das HB als Ganzes eine nüchterne Analyse und Lösungsalternativen vertreten, statt unlogischen, planlosen linken Unsinn.

    Selbst die "Bild" ist seit 3 Tagen auf den Harakiri-Kurs eingeschwenkt. Da wird wohl Angela mit ihrer Freundin Friede gesprochen haben. "Wut" und Kommentar-Buttom sind wohlweislich abgeschafft.

  • !!!! der erste vernünftige Artikel zu dem Thema seit langem !!!!

    Es stellt sich die Frage, wann sich der erste Gutmensch meldet und sich "empört" zeigt.
    Ist der Herr Weimer ein Rechtspopulist oder schlimmer noch - ein N_zi?

    Aber mit der Wahrheit ist es eben "schwierig"

  • 2/2 (Fortsetzung):

    Die Entwicklung bzw. der strukturelle Aufbau eines ganz neuen, den Anforderungen der heutigen Zeit genügenden Demokratiemodells (unter Nutzung der vorhandenen Infrastrukturen), das jeden einzeln Bürger quasi zur Mitarbeit bzw. zum Selbstinformieren und -denken "zwingt" - also eines Modells, das auf dem "Wenn/Dann-Prinzip" beruht (wir sind hier schließlich nicht bei "Wünsch Dir was, sondern bei "So isses!" - und müssen wirklich(!) demokratisch gemeinsam entscheiden, wie die anstehenden Herausforderungen bewältig werden können!) ist dringender denn je.

    Die "Vorreiterrolle" der Bürger jener Staaten, die die Freiheiten und die Mittel dafür haben auch.

    Gestern war im ARD-Weltspiegel folgender Beitrag zum Thema „Meinungsfreiheit im Netz“ zu sehen:

    http://www.tagesschau.de/ausland/weltspiegel-blogger-bangladesch-101.html

    Es ist so verrückt: Am einen Ende der Welt hat man alle Freiheiten – und missbraucht sie oft nur für dummes Zeug, und am anderen muss man sie sich regelrecht nehmen – und zahlt dafür nicht selten den höchstmöglichen Preis.

  • Aus aktuellem Anlass würde ich gerne einen früheren Kommentar von mir (unter http://www.handelsblatt.com/politik/international/tsipras-varoufakis-und-co-die-erpresser-aus-athen/11488968.html) ergänzen:

    Damit der Anteil der Bevölkerung mit extremistisch-menschenfeindlicher Einstellung, der in den Foren derzeit den Ton angibt (und das, obwohl sein Anteil an der Gesamtbevölkerung - noch??! - im unteren einstelligen Prozentbereich liegt), sich nicht irgendwann auch im „richtigen Leben“ durchsetzt, wird’s langsam höchste Zeit, die Ressourcen (Zeit, Geld, Energien), von denen ein Großteil heute offenbar fürs gegenseitige Anpöbeln in den Foren und sozialen Medien aufgewendet könnten endlich dafür einzusetzen, dafür zu sorgen dass endlich auch die restlichen weit über 90% der Bevölkerung zu Worte kommt.

    Mit unserem heutigen altehrwürdig-musealen Demokratiemodell ist heute jedenfalls kein Blumentopf mehr zu gewinnen.

    Na klar gibt’s auch ehrliche Politiker. Ich will sogar schwer hoffen, dass die – zumindest hierzulande – in der Überzahl sind.

    Sie kämpfen aber auf verlorenem Posten.

    Schon deshalb, weil ein einzelner Politiker in unserer heutigen hochkomplexen Welt längst den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr erkennen kann.
    Und außerdem, weil sie im täglichen Politbetrieb gefangen sind und dadurch irgendwann zwangsläufig „betriebsblind“ werden.

    Politiker, die sich ganze Nächte über Problemen wie das x-te „Rettungspaket“ um die Ohren schlagen müssen, haben schlicht keine Ressourcen mehr übrig, um sich auch noch um die anderen – weit wichtigeren! – Themen kümmern zu können.

    Das kann und muss die "Zivilbevölkerung" heute selbst!!

    (1/2 - Fortsetzung folgt)

  • @Wolfram Weimer/HB: Danke für diesen Artikel!!!

    Das ist seit sehr langer Zeit das erste Mal, dass ich wieder etwas Vernünftiges zum Thema Aysl gelesen habe. Die Öffentlich-Unrechtlichen Medien übertrumpfen sich selbst in Gutmenschlichkeit, die klassisch rot-grüne Presse (Spiegel, Zeit etc.) singen natürlich auch das Flüchtlingsloblied und selbst ehemals konservative Zeitungen wie die FAZ verbieten und zensieren inzwischen brutal alle Kommentare zum Thema.

    Sie, Herr Weimer und ich und ganz viele andere hier im Forum, wir sind keine Nationalisten - wir sind Realisten!!!

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