What's right? zur CDU-Krise CDU wird zum Kanzlerinnenwahlverein

Die CDU ist unter Kanzlerin Merkel nach links gerückt. Damit gewinnen die Christdemokraten keine neuen Wähler, sondern verlieren bloß ihre alten. In der CDU macht ein Schreckensbeispiel aus Italien die Runde.
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Die CDU wird zum Kanzlerinnenwahlverein. Sie verliert zusehends ihre Basis. Quelle: AP
Angela Merkel

Die CDU wird zum Kanzlerinnenwahlverein. Sie verliert zusehends ihre Basis.

(Foto: AP)

Die Krise der CDU ist größer als sie scheint. Das jüngste Wahlergebnis hat die Volkspartei erdbebenhaft tief erschüttert. In ihrem Stammland Baden-Württemberg hat die CDU in der Merkel-Ära jeden dritten Wähler verloren. Ein Wähleranteil von 27 Prozent markiert das schlechteste Ergebnis der Geschichte. Auch im Heimatland Helmut Kohls sackt die CDU auf historische Tiefstwerte ab. Eine Analyse der Adenauer-Stiftung warnt, dass man inzwischen sogar in der Stammwählerschaft einbreche. Es gebe überdurchschnittliche Verluste bei Älteren, Katholiken, Selbständigen und Landwirten.

Die Krise der CDU ist durch die Migrationspolitik der Bundesregierung dramatisch beschleunigt worden – doch sie zeichnete sich schon länger ab. Bei den letztjährigen Bürgerschaftswahlen in Bremen und Hamburg - also noch vor der Offentor-Politik Merkels – brachte sie es schon nurmehr auf peinliche 22,4 und 15,9 Prozent. Die Partei schlittert seit vielen Landtagswahlen auf abschüssigem Terrain. Sie hat in der Merkel-Ära ein halbes Dutzend Landesregierungen verloren – und gewinnt sie nicht mehr zurück. Sie wirkt inzwischen wie ein Scheinriese im Zaubermantel einer Kanzlerin, die nurmehr auf den Stelzen ihrer selbst umher stakst.

Der Journalist war Chefredakteur der Tageszeitung „Die Welt“, des Politikmagazins „Cicero“ und des „Focus“. Er bezeichnet sich selbst als wertkonservativ.
Wolfram Weimer

Der Journalist war Chefredakteur der Tageszeitung „Die Welt“, des Politikmagazins „Cicero“ und des „Focus“. Er bezeichnet sich selbst als wertkonservativ.

Nun kommt der Niedergang der CDU zusehends einem Achsbruch gleich, denn die Partei verliert ihre magische Autorität selbstverständlicher Macht und Mehrheit. Ihre Akzeptanz und ihr Selbstbewusstsein erodieren in einer Geschwindigkeit, die man ansonsten nur von Bundesliga-Absteigern kurz vor Saison-Ende kennt. Der spektakuläre Aufstieg der neo-konservativen AfD ist daher für die Union brandgefährlich, denn er trifft die Union im Moment großer Schwäche und könnte die Machtarchitektur der CDU an ihren Pfeilern brechen.

Die CDU ist unter Angela Merkel – was vielfach gelobt wird – „modernisiert“ worden, sie habe sich „neuen Milieus und Themen geöffnet“, sie habe „alten Ballast abgeworfen“ und sei für „metropolitane, junge Wählerschichten anschlussfähig“ gemacht worden. In Wahrheit ist die CDU unter der Kanzlerin bloß nach links gerückt – und sie gewinnt damit keine neuen Wählerschichten sondern verliert ihre alten.

Die Union hat derzeit keinen konservativen Flügel mehr, auch ihr wirtschaftsliberaler ist weitgehend verschwunden. Der Partei fehlen profilierte Köpfe wie Friedrich Merz oder Roland Koch. Einzig Wolfgang Bosbach ist wie ein letzter Herold des Traditionsbürgerlichen tapfer unterwegs und wird vom Kanzleramt nurmehr geduldet wie ein Hofnarr seiner Majestät.

Während Helmut Kohl immer darauf achtete, dass eine Volkspartei wie ein Vogel nur mit breiten Flügeln fliegen können (er darum von Kanther bis Blüm die Lager gezielt einband), wirkt die CDU heute wie ein stromlinienförmiger Flugrumpf des manisch Mittigen.

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29 Kommentare zu "What's right? zur CDU-Krise: CDU wird zum Kanzlerinnenwahlverein"

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  • @Herr Old Harold

    Sehr schön beschrieben, danke.

    Zu den Hinterbänklern:
    Wenn man mit dem Wahlzettel die Hinterbänkler und Mitläufer vertreiben kann, dann ist das gut so.

  • Frau Merkel hat nie für Deutschland und die EU gearbeitet, Die selbst verursachte Okkupanten-Krise hat den Verdacht bestätigt. Tun wir alles um diese Dame aus ihren Amt zu vertreiben.

  • Die Analyse ist korrekt außer in einem Punkt:
    Merkel ist NICHT links!

    Nur wenn man reflexhaft alles links oder rechts einordnet kann man auf diese Idee kommen.
    Sie hat mit der Troika-Politik Abertausende Unschuldige vor die Hunde gehen lassen, ohne dass ich jemals von einem Solidar- oder Sozialfond gehört hätte. Ein bisschen trauriges Geblubber im TV, vor Jahren, dass "ihr Herz schmerzt" war das Einzige, was diese Menschen von ihr zu erwarten hatten.
    Die "Hartzer" in Deutschland wurden in all den Jahren auch noch enger an die Kandare genommen, und durften ansonsten unbeachtet vor sich hin vegetieren.

    Nur weil sie nach dem TV-Talk mit Reem eine ihrer Wenden hingelegt hat (zuvor war noch "Multikulti ist total gescheitert" die Parole) , wird sie jetzt von den einen als "links" kritisiert und von anderen als Ikone der Humanität verehrt.
    Man fasst es nicht.
    (Die neue Humanität ist übrigens nur so lustvoll weil ihr Objekt diese Exoten sind an denen man so schön seinen weltoffenen Antirassismus raushängen lassen kann.Einfache biodeutsche Arme bieten das nicht.)

    Die Dame steht schlicht für NICHTS. Sie ist eine Hülle und Projektionsfläche wie es Soap-Opera-Stars sind.

    Dass sie und die CDU ganz erheblich von einer Art magischem Nimbus zehrten ist richtig. Der verblasst glücklicherweise. Alles auf dieser Welt hat nun mal ein Ende.
    Schröder hat die SPD zerstört und sie schafft das mit der CDU. Beide weil sie meinten sich neu "aufstellen" zu müssen, statt Werte zu vertreten. Das kommt davon wenn Marketing-Fuzzis und Selbstdarsteller, statt echter Menschen alles kontrollieren.

  • Vor allem würde Franz Josef Srauss mal gehörig auf den Tisch schlagen, dass die Gläser nicht nur klirren, sondern runter fallen

  • Wieder mal, Herr Weimar, bestens auf den Punkt gebracht.
    So ähnlich habe ich gesten versucht, es jemandem klar zu machen.
    Man muß aber auch die Frage stellen, wie diese DDR-Frau mit mehr als unklarer Vergangenheit Kanzlerin werden und was ist mit der CDU los?
    Aber wenn ich mir die so anschuae, ist eben da auch ein großer Teil eher grün als konservativ.

  • Sehr geehrter Herr Weimer,

    auch diese Woche wieder ein Artikel aus Ihrer Hand, der sich wohltuend hervorhebt.
    Was ich allerdings nicht nachvollziehen kann ist: "Dafür freilich müsste die AfD erst einmal ihre Demokratiefähigkeit beweisen."
    Warum ist die AfD in Ihren Augen offenbar "demokratieunfähig"?
    Die AfD ist eine zugelassene Partei, von daher kann sie gar nicht "undemokratisch" sein.
    Somit erklären Sie alle Wähler, die in Hessen und bei den Landtagswahlen in BW / RLP / SA die AfD gewählt haben, ebenfalls zu "Undemokraten".
    Aber schlimmer: andere Parteien erklären freie Bürger zu "Ratten", weil ja nur eine sogenannte "Rattenfängerpartei" auch "Ratten" fangen kann.
    Warum Bürger, die früher CDU/SPD/FDP/Grüne oder Linke gewählt haben plötzlich zu "Ratten", "Pack", "Dunkeldeutschen" o.ä. werden, nur weil Sie sich von den vorgenannten Parteien offenbar nicht mehr vertreten fühlen und sich einer Alternative zuwenden, damit automatisch "undemokratisch" werden, bleibt mir ein Rätsel.
    Dass die Altparteien nun wieder Ihre, in alle Richtungen offenen, prinzipienlosen "Koalitionen" im elitären Kreis den selbsternannten "demokratischen Kräften" ausmachen, sagt nur etwas darüber aus, dass hier Macht über Moral / Überzeugung steht.

    Die AfD ist die einzige Partei, die sich vehement für Volksabstimmungen auf allen Ebenen einsetzt. Mehr Demokratie geht nicht.

    Trotzdem freue ich mich schon auf nächsten Freitag…….

  • Frau Merkel arbeitet nur gegen Deutschland, Deutsche und die Christen weltweit. Hat jemand einmal eine Verurteilung der Frau Merkel der Christenermordungen und Christenverfolgungen wahrgenommen? Hat jemand eine Verurteilung des Islams = Tötet Andersgläubige gehört? Ich nehme nur wahr: Alles muß lt. Frau Merkel islamistischj werden. So handelt Sie auch. Der Islam ist friedlich, so Frau Merkel! Warum bringen uns alle Medien nur das absolute Gegenteil? Wieso herrschen überall nur Armut und Morde, kein Frieden zwischen den Nachbarn, wo der Islam ist?


  • Horst Seehofer hat in den ARD-Tagesthemen am Montag klipp und klar gesagt, dass es eine bundesweite CSU nicht geben wird. Verständlich, nach dem fehlgeschlagenen Versuch von Franz-Josef Strauss vor 50 Jahren, der Unmengen von Parteiaustritten zur Folge hatte. Strauss wollte jedoch damals nur die Macht im Kanzleramt. Heute geht es um die Frage, ob ein Kanzler das Vermögen, welches sich eine Nation in 70 Jahren erarbeitet hat, einfach so auf 3,5 Milliarden Menschen anderer Nationen verteilen darf, die mit ihrer Regierung unzufrieden sind.

    Horst Seehofer ist jedoch kein Macher wie Strauss, sondern nur ein Verwalter. Strauss würde heute, schlau geworden, seine Parteimitglieder vorher befragen, ob sie jetzt mit einer Ausdehnung der CSU auf Deutschland einverstanden wären.

    Für Angela Merkel bedeutet der Zauderer Horst Seehofer, dass sie seine Kritik an ihrer Zuwanderungspolitik so ernst nehmen muss, wie das Gekläff eines lästigen, aber harmlosen Zwergpinschers.

    Für Frauke Petry bedeutet das, dass sie sich völlig ungestört der Aufgabe widmen kann, im Deutschen Bundestag Verhältnisse wie in Ungarn und Polen zu schaffen.

    Für die Hinterbänkler in der großen Koalition bedeutet das, sich schon mal bei ihren ehemaligen Kollegen von der Klientelpartei nach gebrauchten Umzugskartons zu erkundigen.

  • "Eine Regierung ist nicht der Ausdruck des Volkswillens,
    sondern der Ausdruck dessen, was ein Volk erträgt."
    Zitat: Kurt Tucholsky
    Dies gilt übrigens auch für Kommentatoren.
    Allen ein schönes Wochenende.

  • In der Hitler Zeit würde die Antifa unter SA laufen. Die Antifa und SA haben eines gemein...Sie sind die Schlägertrupps die die Poltiik der jeweiligen Parteien auf den Straßen und in der Gesellschaft mit Gewalt, Einschüchterungen und Denunzierung durchsetzen.

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