Widerstand der SPD Unions-Experte verteidigt Rente mit 67

Unions-Experte Karl Schiewerling verteidigt die Rente mit 67, die von der SPD vorerst gestoppt werden will. Die Situation für ältere Beschäftigte sei inzwischen sehr viel besser, als die Sozialdemokraten vermuten.
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Eine Demonstrantin trägt einen Anstecker gegen die Rente mit 67. Quelle: dapd

Eine Demonstrantin trägt einen Anstecker gegen die Rente mit 67.

(Foto: dapd)

BerlinDer arbeitsmarktpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Karl Schiewerling (CDU), hat die SPD aufgefordert, die Realitäten am Arbeitsmarkt anzuerkennen und ihren Widerstand bei der Rente mit 67 aufzugeben. Die Beschäftigung Älterer sei inzwischen „sehr viel besser, als dies aus den reinen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit hervorgeht“, sagte Schiewerling in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. Eine Änderung der Statistik lehnte er - im Gegensatz zu Kollegen aus CDU und FDP - aber ab.

Schiewerlings Kritik zielt auf die Haltung der Sozialdemokraten. Sie wollen die zu Jahresbeginn gestartete schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters so lange stoppen, bis nicht mindestens 50 Prozent der 60- bis 64-Jährigen in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung sind. Derzeit liegt diese Quote laut Bundesagentur für Arbeit (BA) bei 27,5 Prozent - bei zuletzt stark steigender Tendenz.

Schiewerling wies darauf hin, dass „wesentlich mehr Ältere in Beschäftigung sind als die, die in der Statistik mitgezählt werden“: Beamte und Selbständige seien darin nicht erfasst, wohl aber in den EU-weit vergleichbaren Zahlen von Eurostat. Danach habe die Beschäftigungsquote der 60- bis 64-Jährigen in Deutschland im 2. Quartal 2011 schon bei 44,2 Prozent gelegen.

In Kenntnis dieser Zusammenhänge „muss sich die SPD fragen lassen, ob sie bei ihrer apodiktischen 50-Prozent-Forderung bleibt“, sagte Schiewerling. Im übrigen werde die Rente mit 67 „erst im Jahr 2031 voll wirksam“. Erst dann ist die schrittweise Anhebung des Eintrittsalters für eine abschlagfreie Rente komplett abgeschlossen. Bis dahin werde sich der positive Trend fortsetzen.

Seit dem Jahr 2000 hat sich die Quote der Älteren in sozialversicherungspflichtigen Jobs fast verdreifacht. „Wir haben allen Grund zur Annahme, dass diese Entwicklung anhält“, sagte Schiewerling. Demografische Entwicklung und Fachkräftemangel zwängen „letztendlich die Betriebe dazu, Ältere länger zu beschäftigen oder wieder einzustellen.“ Die Firmen müssten deshalb „alles tun, dass Ältere auch mithalten können“.

Forderungen aus den Reihen der Koalition nach einer Korrektur der BA-Statistik, um rechnerisch zu einer günstigeren Beschäftigungsquote zu kommen, wies der CDU-Politiker zurück. „Wenn wir jedes Mal anfangen, statistische Parameter zu ändern, nur weil uns bestimmte Dinge passen oder nicht passen, dann geraten wir in Teufels Küche.“ Er widersprach damit seinen Fraktionskollegen Michael Fuchs und Carsten Linnemann (beide CDU) sowie FDP-Fraktionsvize Heinrich Kolb.

  • dpa
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7 Kommentare zu "Widerstand der SPD: Unions-Experte verteidigt Rente mit 67"

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  • Schließe mich den Vorrednern an. In welche Rentenkasse hat denn der schlaue "Experte" eingezahlt, und zu welchen Konditionen? Wasser predigen...Wein saufen...nicht unbedingt neu!

  • @ Bietchekoopen,
    auch wenn ich wieder anecke;
    Jeder Bürger wird Beamter. Damit ist offensichtlich eine auskömmliche Alterssicherung auch ohne Beiträge gewährleistet.

  • Hallo,
    Vorschlag; vor 67 wird keine Rente/Pension/Alternatives geleistet!
    An Niemanden!!!

  • Schon wieder ein "Experte" Mein Gott, was sind wir für ein tolles Land, wir haben nur noch Experten.
    Nur leider, leider haben wir keine Fachleute mehr.
    Ein wirklich schlauer Mensch sollte sich nie mehr Experte nennen, auch wenn er wirklich einer ist.
    Das Wort Experte ist mittlerweile negativ besetzt, es ist verkommen, da es von Laien mißbraucht wird

  • Das arme Fußvolk ..... Krass, bis 67 den Lohn- und Arbeitssklaven machen, und ein paar Jahre später bekommt man dann den Deckel drauf.
    Das nenn ich mal ein echt geiles, sinnerfülltes Leben .....

  • Ich bin zwar CDU-Mitglied, kann mich aber dem "Rentenspezialisten" nicht anschliessen. Die Erhöhung des Renteneintrittsalters läuft faktisch auf eine weitere und massive Rentenkürzung bei den jetzt unter 50 jährigen hinaus. Wenn man die Renten wirksam reformieren will, dann muß der Staat mehr Geld in die Hand nehmen. Das heißt auch die heutigen Renten sind schon zu beschneiden und daraus Rücklagen in der Rentenkasse zu bilden. Weiterhin muss jeder in die Rentenkasse einzahlen, auch Beamte, Selbstständige usw., wie dies in der Schweiz praktiziert wird. Dann hat auch die nächste Rentnergeneration eine Chance auf ein menschenwürdiges Rentnerdasein. Machen wir uns nichts vor, die Rentenkassen haben in 15 bis 20 Jahren nicht mehr genügend Geld zu Verfügung um eine Rente zu zahlen, die auch nur annähernd der heutigen Rentenauszahlung entspricht. Hier muß grundlegend etwas getan werden und zwar heute ! Die Diskussion über das Renteneintrittsalter ist nur eine Beruhigungspille und lenkt vom eigentlichen Thema ab. Leider sind alle politischen Parteien mit Blick auf die Wählerstimmen zu feige, das Thema ehrlich zu erörtern und zu lösen.

  • In welchem Betrieb arbeitet denn der Unions-Experte Karl Schiewerling?
    Ich könnte kotzen, wenn ich diese Pseudoexperten- Meinungen lese....

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