Wirtschaft der Länder Bayern ist Deutschlands Wachstumschampion

Neue Zahlen zeigen: Der Freistaat Bayern wächst in diesem Jahrzehnt bislang so stark wie kein anderes Land. Auch Berlin entwickelt sich gut. Düster sieht es dagegen ausgerechnet in Nordrhein-Westfalen aus.
3 Kommentare
Seehofer: „Bis 2030 will Bayern als erstes Bundesland schuldenfrei sein.“ Quelle: dpa picture alliance
Bayrische Alphornbläser

Seehofer: „Bis 2030 will Bayern als erstes Bundesland schuldenfrei sein.“

(Foto: dpa picture alliance)

BerlinWenn Horst Seehofer über sein Bundesland spricht, gerät der bayerische Ministerpräsident schnell ins Schwärmen. „Bayern kann vor Kraft kaum laufen“, sagt der CSU-Chef dann voller Stolz. In weiten Teilen des Freistaats herrsche Vollbeschäftigung. Im Landeshaushalt fielen so hohe Überschüsse an, dass die Landesregierung Schulden abbauen kann. „Bis 2030 will Bayern als erstes Bundesland schuldenfrei sein“, so Seehofer.

Wie sehr Bayerns Wirtschaft besser da steht als die anderer Bundesländer, zeigen neue Zahlen der Statistischen Landesämter, die Handelsblatt Online vorliegen. Der Freistaat ist demnach vor Berlin und Baden-Württemberg in diesem Jahrzehnt bislang klar am stärksten gewachsen. Düster sieht es dagegen ausgerechnet in einem Land aus, in dem bald entscheidende Wahlen anstehen: in Nordrhein-Westfalen.

Diese Bundesländer wachsen am stärksten
Platz 16: Sachsen-Anhalt
1 von 16

Das malerische Schloss in Werningerode zeugt von deutlich glanzvolleren Epochen in Sachsen-Anhalt: das Bundesland liegt beim Bruttoinlandsprodukt auf dem deutschlandweit letzten Platz. Seit 2010 wuchs das BIP lediglich um 9,5 Prozent, am gesamtdeutschen Bruttoinlandsprodukt macht Sachsen-Anhalt nur 1,9 Prozent aus. In Zahlen betrug es zuletzt 56,2 Milliarden Euro.

Platz 15: Mecklenburg-Vorpommern
2 von 16

Ebenfalls auf den hinteren Plätzen landet Mecklenburg-Vorpommern. Der Tourismus ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige in dem nordostdeutschen Bundesland. Zwar konnte das Bruttoinlandsprodukt hier seit 2010 um 14 Prozent zulegen, allerdings macht die mecklenburg-vorpommerische Wirtschaftskraft nur 1,3 Prozent des bundesweiten Bruttoinlandsprodukts aus. Das macht rund 40 Milliarden Euro.

Platz 14: Nordrhein-Westfalen
3 von 16

Deutschlands einwohnerstärkstes Bundesland Nordrhein-Westfalen liegt zwar mit einem Bruttoinlandsprodukt von über 645 Milliarden Euro an der Spitze der 16 deutschen Bundesländer, allerdings wuchs die Wirtschaftskraft 2015 im Vergleich zum Vorjahr lediglich um zwei Prozent – 2014 waren es noch 3,6 Prozent. Betrachtet man den Zeitraum von 2010 bis 2015, stellt sich ein Wachstum von 14 Prozent ein. Am bundesweiten BIP hat Nordrhein-Westfalen einen Anteil von 21,3 Prozent.

Platz 13: Rheinland-Pfalz
4 von 16

Auch das Nachbarland Rheinland-Pfalz steht im bundesweiten Vergleich nicht besonders gut da. Seit Jahren stagniert der Anteil am bundesweiten Bruttoinlandsprodukt. Zwar konnte das BIP im Zeitraum von 2010 bis 2015 um 15,4 Prozent wachsen, dieser Wert ist in den meisten anderen Bundesländern aber deutlich besser. Im direkten Vergleich zum Vorjahr wuchs die rheinland-pfälzische Wirtschaftskraft 2015 nur um 3,4 Prozent. Das Gesamt-BIP betrug knapp 132 Milliarden Euro.

Platz 12: Hamburg
5 von 16

Ganz so romantisch, wie dieses Bild vermuten lässt, sind die Zahlen in Hamburg nicht. Das Bruttoinlandsprodukt lag im Jahr 2015 bei 109 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutete dies ein Wachstum von 3,9 Prozent, betrachtet man den Zeitraum von 2010 bis 2015 wuchs Hamburgs Wirtschaftskraft um 15,5 Prozent. Am gesamtdeutschen BIP hat Hamburg einen Anteil von 3,6 Prozent.

Platz 11: Saarland
6 von 16

Hinter diesen Mauern wird auch die Wirtschaftspolitik des Saarlandes gemacht – und die Zahlen lassen noch Luft nach oben. Im Jahr 2015 betrug das Bruttoinlandsprodukt des Saarlandes etwa 35 Milliarden Euro, ein Plus von 4,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Seit 2010 wuchs das BIP um 15,6 Prozent. Am bundesweiten BIP hat das Saarland einen Anteil von 1,2 Prozent – das ist nach Bremen der zweitniedrigste Wert.

Platz 10: Schleswig-Holstein
7 von 16

Auch Schleswig-Holstein liegt in der zweiten Hälfte des Rankings der wachstumsstärksten Bundesländer. Im Jahr 2015 betrug das BIP im nördlichsten deutschen Zipfel 85,6 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr wuchs die Wirtschaftskraft um 3,4 Prozent, im Vergleich zu 2010 sind das 15,8 Prozent. Am bundesweiten Bruttoinlandsprodukt hat Schleswig-Holstein somit einen Anteil von 2,8 Prozent.

Auch in Berlin, das als neues europäisches Start-up-Mekka gefeiert wird, lief in den vergangenen Jahren die Konjunktur rund. Seit Beginn des Jahrzehnts erzielte der Stadtstaat ein Plus von 20,2 Prozent. Damit ließ Berlin sogar noch Baden-Württemberg hinter sich, das als das Bundesland mit den meisten „Hidden Champions“ gilt. Trotz der vielen wenig bekannten mittelständischen Weltmarktführer musste sich das Ländle mit einem Plus von 19,7 Prozent mit Platz drei begnügen.

Wachstums-Schlusslicht unter den 16 Bundesländern ist Sachsen-Anhalt, dessen Wirtschaftskraft zwischen 2010 und 2015 nur um 9,5 Prozent zulegte. Auf dem vorletzten Platz liegen gemeinsam Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen, die jeweils auf 14 Prozent Wachstum kommen und damit deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt von 17,3 Prozent liegen. ayern hat den Zahlen zufolge zwischen 2010 und 2015 sein Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 22 Prozent gesteigert.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Schlechte Nachrichten für die NRW-Regierung
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Wirtschaft der Länder - Bayern ist Deutschlands Wachstumschampion

3 Kommentare zu "Wirtschaft der Länder: Bayern ist Deutschlands Wachstumschampion"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • "Auch Berlin entwickelt sich gut."?

    Klar.

    Hängen ja am Länderfinanzausgleichs-Tropf, der vorwiegend von Bayern gestemmt werden muss.

  • "Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

    @ Herr Hoffmann

    ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
    Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

    "Herr Fritz Porters23.12.2016, 12:25 Uhr
    Liebe komödiantische Kommentatorengemeinde,

    es ist mal wieder ein Fest wie lustig hier kommentiert wird ...was wäre mein Tag ohne diese wunderbaren Geistesblitze, die hier gepostet werden. Herrlich :-)"


    @Porters

    VIELEN DANK Herr Porters,
    es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
    Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
    Schön das Sie das zu schätzen wissen.

    Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
    Paff, von Horn, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke, Eibel,Ebsel, Dirnberger,Trautmann....

    ohne sie wäre ich hier sehr einsam !

    Aber besonders erwähnen möchte einen, der wirklich den ganzen Tag, und damit meine ich von morgens bis abends, aber auch wirklich jeden Artikel kommentiert (er ist fleisiger als ich), und auch die meisten Artikel mehrmals kommentiert.....

    das ist unser geliebter

    SPIEGEL

    Danke

  • NRW ist als grösstes Bundesland nicht mit dabei. Welch ein Zufall?

    Wer Augen im Kopf hat und noch klar denken kann und halbwegs mit etwas emotionaler Intelligenz -im Gegensatz vieler Politker -innen- ausgestattet ist, dem dürfte die Logik der Quatradur klar und verständlich sein, wenn er sich die Städte vor Ort anschaut. Duisburg, Gelsenkirchen, Bochum, Bielefeld, Wuppertal, Köln u.v.a. sollten nur ein Beispiel für Integration sein.

    Und wen dann noch etwas wundert, wenn er sich die Problemviertel angeschsut hat, dem ist nicht mehr zu helfen.

    So sieht also Multikulti aus?

    Okay, gut. Die Stadtobersten und die Landes -u. Bundespoitiker brauchen sich aber nicht zu wundern, wenn dsr Schuss nach hinten los geht.

    2016 waren es mehr als ein Schuss. Und die Munitionskiste ist jetzt schon voll.

    Manmdarf sich warm anziehen, wenn der Wirtschaftsmotor Deutschlnad mal zu stottern beginnt.

    Deutschland ein Land für Soziales, Gutmenschen, Migranten, Terroristen und sonstige Straftäter.

    Herzlich willkommen im Lnad der Gutmenschen!



Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%