Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Wirtschaft, Verkehr, Arbeitsmarkt Das sind die Auswirkungen der Coronakrise: NRW macht seine Daten offen zugänglich

Nach Bayern verzeichnet NRW die höchste Zahl an Corona-Infizierten. Welche Spuren das im Land hinterlassen hat, zeigt das neue Statistik-Dashboard.
30.06.2020 - 18:58 Uhr Kommentieren
Der NRW-Ministerpräsident hat das Corona-Dashboard für NRW am heutigen Dienstag in seiner Pressekonferenz vorgestellt. Quelle: dpa
Armin Laschet

Der NRW-Ministerpräsident hat das Corona-Dashboard für NRW am heutigen Dienstag in seiner Pressekonferenz vorgestellt.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Insolvenzen, Kurzarbeiter, Ängste und Sorgen: Das neue Corona-Dashboard in Nordrhein-Westfalen zeigt nicht nur aktuelle Infektionszahlen, sondern auch Informationen zu ökonomischen und sozialen Aspekten der Krise. Aus verschiedenen Quellen wurden Daten zur Wirtschaft und zu sozialen Themen zusammengetragen.

Das bevölkerungsreichste Bundesland steht für rund 20 Prozent der Gesamtbevölkerung Deutschlands und für einen ebenso großen Anteil der Wirtschaftsleistung. Das sind die wichtigsten Erkenntnisse aus den Daten:

Die meisten Soforthilfen flossen in den Dienstleistungssektor

Über 200.000 Anträge auf Soforthilfen wurden im Dienstleistungssektor in NRW genehmigt. Knapp die Hälfte davon entfiel auf Freiberufler. Zweitgrößter Bezieher von Soforthilfen war der Einzelhandel mit mehr als 45.000 genehmigten Anträgen, gefolgt vom Handwerk.

Solo-Selbstständige konnten bis zu 9.000 Euro nicht-rückzahlungspflichtiger Hilfen von der Landesregierung erhalten. Bei Antragstellern bis zehn Mitarbeitern waren es 15.000 Euro, bei bis zu 50 Beschäftigten gab es sogar 25.000 Euro.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Sechs Milliarden Euro an KfW-Krediten gingen an NRW-Firmen

    Nebst Soforthilfen konnten Firmen auch Kredite durch die Förderbank KfW beantragen. Das Geldhaus zahlte 6,4 Milliarden Euro an insgesamt 13.435 Antragsteller aus. Im Schnitt verschuldeten sich die Unternehmen also in Höhe von 476.000 Euro bei der Förderbank.

    Jedoch erhielt allein Ceconomy, die Muttergesellschaft von Media Markt und Saturn mit Sitz in Düsseldorf, rund 1,7 Milliarden Euro aus dem Topf der KfW. Auch Thyssen-Krupp erhielt rund eine Milliarde Euro. Die Förderbank hatte Stand Ende Mai insgesamt 24 Milliarden Euro in ganz Deutschland an Krediten genehmigt.

    Leichte Übersterblichkeit

    Ein Blick auf die Sterbestatistik zeigt, dass die Todesfälle im Frühjahr 2020 etwas über dem Niveau der letzten Jahre liegt. Während im Jahresdurschnitt von 2016 bis 2019 im Monat April rund 16.000 Todesfälle verzeichnet wurden, waren es im April mehr als 17.700. An das gravierende Grippe-Jahr 2018 kommt das Coronavirus allerdings nicht heran: Damals waren im März mehr als 24.000 Menschen verstorben. Das sind rund 5.000 Menschen mehr als in diesem Jahr.

    So viele Mitarbeiter wie noch nie von Insolvenzen betroffen

    In der Zeitreihe von Januar 2017 bis heute zeigt sich in der Coronakrise ein deutlicher Anstieg bei den Mitarbeitern, die von einer Insolvenz betroffen sind: Über 7.000 waren es im März 2020.

    Zum Höhepunkt der Coronakrise, im April 2020 stellten Arbeitgeber in NRW für 1,6 Millionen Beschäftige Anträge auf Kurzarbeit. Gleichzeitig wurden im April rund 27.000 Stellen gestrichen, während nur 15.700 neue Stellen geschaffen wurden. Die Anzahl der offenen Arbeitsstellen sackte demnach im Mai auf 119.000 ab. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der Zeitreihe im Januar 2017.

    Verkehr bricht Ende März um über 60 Prozent ein, bis heute kaum Normalisierung

    Zum Höhepunkt des Infektionsgeschehens Ende März hieß es vor allem: Zuhause bleiben. Daran haben sich viele Bewohner NRWs offenbar gehalten. In der Spitze ging der Verkehr von PKWs in der letzten Märzwoche um 64 Prozent zurück im Vergleich zum selben Zeitraum im Jahr 2018. Seitdem normalisiert sich das Geschehen auf den Straßen mit einer Ausnahme Mitte April, was an einem erneuten starken Anstieg der Infektionszahlen im selben Zeitraum liegen könnte.

    Noch immer ist es deutlich ruhiger auf den Straßen: In der letzten Juni Woche lag das Verkehrsgeschehen 28 Prozent unter dem Vergleichswert aus 2018. Seit Beginn der Krise fahren im Mittel 45 Prozent weniger Autos auf NRWs Straßen.

    Kaum Fluggäste im Drehkreuz Düsseldorf im April

    Der Balken der Fluggastzahlen ist im April soweit abgesackt, dass man ihn kaum noch ablesen kann: Nur 19.000 Passagiere sind demnach durch das Drehkreuz Düsseldorf gereist. Im März waren es immerhin noch 707.000 und im Vorjahreszeitraum, also im März 2019, mehr als zwei Millionen Passagiere. Am wenigsten zu tun hatte der kleine Flughafen Münster-Osnabrück. Hier wurden im April nur 29 Passagiere abgefertigt.

    Ausbildungsmarkt noch immer ungesättigt

    Seit Jahren finden Ausbildungsbetriebe und Lehrlinge kaum noch zusammen. Seit September 2017 gibt es monatlich stets mehr offene Stellen als Bewerber. In der Spitze im Oktober 2019 waren über 11.000 Stellen unbesetzt. Daran hat auch die Coronakrise wenig geändert. Im gesamten ersten Quartal 2020 lag der Stellenüberhang bei etwa 8.000. Im Mai sank die Differenz dann auf 5.000 Stellen, allerdings werden im Frühjahr klassischerweise die Ausbildungsverhältnisse geschlossen, die nach den Sommerferien starten sollen.

    Grundschüler fast vollständig in die Schulen zurückgekehrt

    Erst seit dem 27. April können Schülerinnen und Schüler wieder in die Schulen zurückkehren. Wirklich gelungen ist das bis Ende Juni allerdings nur bei den Kleinsten: Grundschüler sind fast vollständig an die Schulen zurückgekehrt und werden dort im Präsenzunterricht unterrichtet. Ein deutlicher Unterschied zu allen anderen Schulklassen: Unabhängig von der Schulform hat es keine Schule bis Mitte Juni auf einen Schüleranteil von mehr als 30 Prozent gebracht. Seit dem 15. Juni sind Förderschulen wieder zur Hälfte besetzt. Aber auch nur kurz: Seit dieser Woche sind in NRW Sommerferien.

    Weniger Angst vor einer Infektion, wachsende Existenzängste

    Besonders ökonomische Sorgen bleiben eine unveränderte Belastung: Unter rund 8.000 Befragten hat sich der Anteil derer, die sich große (oder sehr große) Sorgen über ökonomische Kollateralschäden machen, seit April kaum verringert: Nämlich von 50 (29) auf 46 Prozent (30 Prozent). Auch gehen im Mai mehr Befragte davon aus, dass sich ihre wirtschaftliche Situation etwas oder deutlich verschlechtern wird: Nämlich 34 Prozent (12 Prozent), im Gegensatz zu 31 Prozent (10 Prozent) im Vormonat.

    Vor einer Infektion mit dem Coronavirus sorgen sicher allerdings weniger Menschen: Nur noch 23 Prozent fürchten das Virus im Mai. Im April bereitete eine mögliche Infektion nur 31 Prozent der Befragten große Sorgen.

    Mehr: Alle Entwicklungen in der Coronakrise lesen Sie im Newsblog.

    Startseite
    Mehr zu: Wirtschaft, Verkehr, Arbeitsmarkt - Das sind die Auswirkungen der Coronakrise: NRW macht seine Daten offen zugänglich
    0 Kommentare zu "Wirtschaft, Verkehr, Arbeitsmarkt: Das sind die Auswirkungen der Coronakrise: NRW macht seine Daten offen zugänglich"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%