Wirtschaftspolitik des US-Präsidenten Ex-Finanzstaatssekretär Flassbeck: „Trump hat Recht“

Der ehemalige Finanzstaatssekretär Heiner Flassbeck verteidigt Trumps Wirtschaftskurs und warnt Deutschland, nicht zur nächsten Zielscheibe zu werden.
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„Deutschland muss mehr investieren.“ Quelle: dpa
Heiner Flassbeck (Archivfoto)

„Deutschland muss mehr investieren.“

(Foto: dpa)

DüsseldorfUS-Präsident Donald Trump fährt in seinem protektionistischen Wirtschaftskurs schwere Geschütze auf: Gegen China will Trump Strafzölle erheben. Das Freihandelsabkommen Nafta will er neu verhandeln. Und auch Deutschlands Handelspolitik ist schon zur Zielscheibe seiner Kritik geworden.

Unterstützung für seine Wirtschaftspolitik erhält der amerikanische Präsident nun ausgerechnet vom ehemaligen deutschen Staatssekretär für Finanzen, Heiner Flassbeck. „Trump hat Recht damit, dass die USA schon seit 40 Jahren ein Handelsdefizit haben, das schon wieder steigt, und dass etwas dagegen getan werden muss“, sagte er dem Nachrichtensender CNBC. Ob Strafzölle die richtige Strategie seien, sei ein offene Frage, mit der sich letztendlich jedoch die betroffenen Staaten befassen müssten.

Europäische Länder sollten aufpassen, nicht zum nächsten Ziel des US-Präsidenten zu werden – insbesondere Deutschland mit seinem hohen Handelsüberschuss. Dieser sei verglichen am Bruttoinlandsprodukt nämlich noch höher als Chinas.

„Die deutsche Regierung ist stolz auf den ausgeglichenen Haushalt“, sagte Flassbeck. „Dabei muss Deutschland mehr investieren.“ So seien beispielsweise die Löhne im Land zu niedrig.

„Ich hoffe sehr, dass Deutschland begreift, was auf dem Spiel steht“, fuhr Flassbeck fort. Wenn Angela Merkel Trump versichern würde, dass Deutschland an der Lösung des Problems arbeite, könnte sie die Spannung zwischen den Ländern verringern. Der Kanzlerin stünden dabei jedoch zwei Hürden im Weg: Den Koalitionspartner SPD könnte sie sicher davon überzeugen, den Abbau des Handelsüberschusses anzugehen. Bei ihrer eigenen Partei, der CDU, wäre das hingegen schwieriger. Und vor allem aus der deutschen Industrie erwartet Flassbeck großen Widerstand.

Nach Medienberichten fliegt die Bundeskanzlerin Ende April in die USA. Wie bereits beim ersten Treffen Merkels mit Trump im März 2017 dürften auch diesmal die Handelsbeziehungen einen Schwerpunkt bilden.

Heiner Flassbeck war von 1998 bis 1999 Staatssekretär im Bundesministerium für Finanzen unter Oskar Lafontaine. Von 2003 bis 2012 war er Chefs-Volkswirt bei der UNO-Organisation für Welthandel und Entwicklung in Genf.

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  • WIRTSCHAFTSPOLITIK DES US-PRÄSIDENTEN
    Ex-Finanzstaatssekretär Flassbeck: „Trump hat Recht“
    Der ehemalige Finanzstaatssekretär Heiner Flassbeck verteidigt Trumps Wirtschaftskurs und warnt Deutschland, nicht zur nächsten Zielscheibe zu werden.

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    GANZ EUROPA IST LÄNGST ZIELSCHEIBE GEWORDEN.

    Fehlt nur noch daß CHINA zur EU auch sagt :

    " AUCH IHR EUROPÄER SEID BEI UNS IN DER KREIDE ! "

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