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Wissenschaft und Wirtschaft FDP fordert Transfergemeinschaft für Forschung

Forschungsministerin Karliczek hatte sich gegen eine eigene Organisation für den Transfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft ausgesprochen. Die FDP widerspricht.
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Die Wirtschaft möchte mehr von universitärer Forschung profitieren. Quelle: obs
Forschung im Labor

Die Wirtschaft möchte mehr von universitärer Forschung profitieren.

(Foto: obs)

BerlinDie FDP kritisiert die Aussage von Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU), dass es keiner Transfergemeinschaft für den besseren Austausch zwischen Forschung und Praxis bedarf, scharf. „Anja Karliczeks pauschale Absage an eine Deutsche Transfergemeinschaft irritiert in höchstem Maße“, sagte Thomas Sattelberger, forschungs- und innovationspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion dem Handelsblatt.

„Auf der einen Seite nörgelt sie ständig und verlangt formelhaft mehr Transfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft“, so Sattelberger. Auf der anderen Seite tue sie nichts. „Ja, jetzt stellt sie sich mit ihrer Absage sogar auch noch auf die Bremse und erledigt das Thema mit einem Satz.“

In einem Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“  hatte Karliczek die Forderung nach einer „Deutsche Transfergemeinschaft“ abgelehnt mit den Worten: „Ich bin nicht dafür, ständig neue Strukturen aufzubauen.“ Auch die Hochschulallianz für den Mittelstand, ein Zusammenschluss aus zwölf anwendungsorientierten Hochschulen, der sich für eine solche Transfergemeinschaft einsetzt, hatte Karliczek für ihre Aussage kritisiert. 

„Was sie offenbar völlig übersieht“, sagte Sattelberger: „Man muss nicht immer neue Strukturen schaffen. Man kann auch bestehende optimieren.“ Die FDP-Fraktion hat nun einen Antrag beschlossen, der den Aufbau einer Deutschen Transfergemeinschaft fordert. Sattelberger will den Antrag, der dem Handelsblatt vorliegt, in Kürze in den Bundestag einbringen. 

Der Transferkanal aus der Wissenschaft in Wirtschaft und Gesellschaft sei „deutlich unterentwickelt“ heißt es darin. Dies gelte sowohl für Forschung an den außeruniversitären Forschungseinrichtungen und an den Universitäten als auch für den Transfer angewandter Forschung aus allen Hochschulen in die häufig mittelständisch geprägten Regionen hinein. Zu oft werde in Deutschland noch für die Erkenntnis an sich geforscht, die dann im Regal lande.

Zwar gebe es bereits transferorientierte Programme von Bundeswirtschaftsministerium und Bundesforschungsministerium, aber keine übergreifende Struktur. Die FDP-Fraktion will mit der Deutschen Transfergemeinschaft „eine dauerhafte Institution mit personeller und finanzieller Substanz“ schaffen, wie es in dem Antrag heißt. Sie soll als Selbstverwaltungseinrichtung den Erkenntnistransfer aus der Wissenschaft in die praktische Anwendung fördern durch Kooperationen mit Partnern aus der Wirtschaft, insbesondere kleinen und mittelständischen Unternehmen.

Die Fraktion spricht sich allerdings gegen eine komplette Neugründung einer solchen Transfergemeinschaft aus, sondern plädiert stattdessen in einem ersten Schritt für die Gründung einer Organisationseinheit unter gemeinsamer Federführung des Bundesforschungsministeriums und des Bundeswirtschaftsministeriums. Darin sollen dann die bereits bestehenden Transfer-Förderprogramme der Ministerien integriert werden, etwa ZIM und IGF. 

Wenn die Strukturen stehen, „kann eine Ausgründung und damit die unabhängige Organisationsform der sinnvolle nächste Schritt sein“. 

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