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Wissenschaftler empört Familienministerin blamiert sich mit eigener Studie

Eine vom Familienministerium in Auftrag gegebene Studie zu Zwangsverheiratungen sorgt für Wirbel. Nicht etwa wegen der Ergebnisse, sondern weil Ministerin Schröder recht eigentümliche Schlussfolgerungen zieht.
30.11.2011 Update: 30.11.2011 - 19:44 Uhr 92 Kommentare
Kristina Schröder. Quelle: Reuters

Kristina Schröder.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. Und manches Mal kann es peinlich werden oder, wie im Fall von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) sogar gefährlich, wenn Ergebnisse einer pikanten Studie eine komplett falsche Interpretation erfahren. So geschehen mit der von Schröder in Auftrag gegebenen Untersuchung „Zwangsverheiratung in Deutschland – Anzahl und Analyse von Beratungsfällen“. Anfang November wurde das Werk der Öffentlichkeit vorgestellt. Kurz zuvor hatte Schröder jedoch in einem Gastbeitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) bereits einige zentrale Punkte herausgegriffen und auf ihre Weise gedeutet. Das hätte sie besser nicht tun sollen. Denn die Verfasser der Studie toben jetzt.

Aus der Handelsblatt Online vorliegenden Stellungnahme der Wissenschaftler geht hervor, dass sowohl im wissenschaftlichen Beirat als auch im wissenschaftlichen Workshop vor möglichen Fehlwahrnehmungen, stereotypen Interpretationen und etwaigen politischen Instrumentalisierungen der Studie gewarnt wurde. Umso überraschter reagieren nun die Autoren der Expertise, Heiner Bielefeldt, Yildiz Demirer, Nivedita Prasad und Monika Schröttle, auf die Einlassungen Schröders. „Dass ausgerechnet die Auftraggeberin der Studie verzerrende Interpretationen wichtiger Befunde in der Öffentlichkeit verbreitet, ist für alle Beteiligten, die viel ehrenamtliche Arbeit in die Beratung der Studie investiert haben, mehr als bedauerlich“, schreiben sie.

So behaupte Schröder in dem FAZ-Beitrag, dass nach Angaben der von Zwangverheiratung Betroffenen 83,4 Prozent der Eltern Muslime seien. „Diese Behauptung ist schlichtweg falsch, denn Betroffene von Zwangsverheiratung sind zu keiner Zeit im Rahmen dieser Studie direkt befragt worden“, unterstreichen dagegen die Wissenschaftler. Es handele sich bei der genannten Zahl vielmehr um das Ergebnis einer Befragung von Menschen, die in Beratungseinrichtungen tätig seien. Diese hätten Auskunft über Fälle von Zwangsverheiratung gegeben.

Schröder wies Kritik scharf zurück. “Wer den gemachten Angaben die Zuverlässigkeit abspricht und sie als Vermutung abtut, wirft damit praktisch den Beratungsstellen vor, leichtfertig oder vorsätzlich falsche Angaben gemacht zu haben. Gegen diesen Vorwurf nehmen wir die Beratungsstellen ausdrücklich in Schutz", sagte Schröders Sprecher Christoph Steegmans Handelsblatt Online. „Die Bundesfamilienministerin ist nicht bereit, die Ergebnisse der Studie und die Leidensgeschichten der Opfer von egal welcher Seite verharmlosen, verschleiern oder umdeuten zu lassen.“

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    Das Ministerium gehe zudem davon aus, dass die Wissenschaftler alle Daten und Zahlen selbstverständlich wissenschaftlich belastbar erhoben haben. „Dass jetzt einige Beteiligte versuchen, bestimmte Forschungsergebnisse mit Hinweis auf Erhebungsmethoden zu relativieren und den Beratungsstellen unsaubere Dokumentationen vorzuwerfen, wird der menschlichen Tragödie, die hinter jedem dieser Fälle steckt, leider nicht gerecht“, sagte Steegmans.

    Entlassung Schröders gefordert
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    92 Kommentare zu "Wissenschaftler empört: Familienministerin blamiert sich mit eigener Studie"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

    • zu 01.12.2011, 14:27 Uhr felixhenn: das dürfte von dir nur verharmlosend sein. Tatsächlich ist es noch schlimmer: Ein Cem Özdemir (Grüner ) ist Moslem (soweit ich weiß) und hat jetzt gegen Schröder auf die Pauke. Als Moslem und dme Koran zur Folgsamkeit verpflichtet, darf er andersdenkende und andersgläubige anlügen und verarschen.Das ist seine Pflicht als Moslem..Zitate:"9. Die Ungläubigen sollen bei Bedarf getäuscht und belogen werden (taqiyya) Durch die Möglichkeit ja sogar die Pflicht, Ungläubige zu belügen und zu täuschen, wenn es der Expansion der Umma dient, werden folgende Charakteristika der islamischen Doktrin offenbar: ...""► taqiyya: Krieg, Frieden und Täuschung im Islam 10. Ungläubige sind verstandeslos" der Islam, der Koran und Muslime sind vom Hass und Gewalt aus dem Koran und den Ausführungen dazu erfüllt, dass sie Menschenrechte, Grundrechte der anderen bewußt missachten und Andersgläubige und Andersdenkende morden. massakrieren und umbringen."-" Özdemir ist nicht zu trauen, da er lügen darf und muss.






    • walknau: etwas verwirrt , oder. Ich mag die Frau zwar auch nicht, aber wo sie recht hat hat sie recht.deshalb solltest du dich mit den fakten befassen und dann erst reden.Warum darf man eigentlich gegen Muslime nichts sagen,auch wenn es hundert Mal richtig ist . Hier noch einige Zitate:". Der Prophet war ein Kriegsverbrecher , hat eine 9-Jährige geheiratet, hat 27 (?) Kriege geführt, nach heutigen Massstäben ein höchst Krimineller und größter Verbrecher ! --- "."Iran will Konvertiten töten"-"Mohammed-Karikaturisten"-"9. Die Ungläubigen sollen bei Bedarf getäuscht und belogen werden (taqiyya)"-"??":„Auch wenn es die meisten Muslime nicht wahrhaben wollen, der Terror kommt aus dem Herzen des Islams, er kommt direkt aus dem Koran. Er richtet sich gegen alle, die nicht nach den Regeln des Korans leben und handeln, also gegen Demokraten, abendländisch inspirierte Denker und Wissenschaftler, gegen Agnostiker und Atheisten. Und er richtet sich vor allem gegen Frauen.“ (Zafer Senocak, türkischer Schriftsteller) Ungläubige (Menschen zweiter Klasse) Untermenschen (Ungläubigen).;14. Alle Juden sind Affen und Schweine" Alles Zitate aus Koran und Exegese Der Islam und Muslime sind im Grunde Lügner und Terroristen, wenn man den Koran und die Exegesen als Hauptquelle hernimmt. " Ich kann dir noch tausende Zitate bringen, die die Gewaltverherrlichung , Hass und Hetzerei gegen Andersgläubige, Andersdenkende des Korans und der Muslime belegen.

    • Da sagt einmal eine Ministerin die Wahrheit, wird sie nieder gemacht.Scheinheilige, pharisäerhafte Wissenschaftler und Politiker wie Özdemir reißen jetzt den Mund weit auf. Sie sollten zuerst denken."armselig, verheerend und beschämend“, sagte Edathy. Solche Politiker die jetzt alles verharmlosen wollen, (Edathy/Özdemir,u.a.) sind geistig wahrscheinlich etwas (viel) zurückgeblieben. Und dies jetzt mit den NSU(?)-Morden zu verbinden oder vergleichen, zeigt die geistige Zurückgebliebenheit. Und so etwas sitzt im Bundestag. Diese beiden z.B. sollten sich erstmal mit der Materie und dem Islam/Koran/ Muslimen beschäftigen, bevor sie solchen Dünnschiss von sich geben.
      Zitate:". Der Prophet war ein Kriegsverbrecher , hat eine 9-Jährige geheiratet, hat 27 (?) Kriege geführt, nach heutigen Massstäben ein höchst Krimineller und größter Verbrecher ! --- "."Iran will Konvertiten töten"-"Mohammed-Karikaturisten"-"9. Die Ungläubigen sollen bei Bedarf getäuscht und belogen werden (taqiyya)"-"??":„Auch wenn es die meisten Muslime nicht wahrhaben wollen, der Terror kommt aus dem Herzen des Islams, er kommt direkt aus dem Koran. Er richtet sich gegen alle, die nicht nach den Regeln des Korans leben und handeln, also gegen Demokraten, abendländisch inspirierte Denker und Wissenschaftler, gegen Agnostiker und Atheisten. Und er richtet sich vor allem gegen Frauen.“ (Zafer Senocak, türkischer Schriftsteller) Ungläubige (Menschen zweiter Klasse) Untermenschen (Ungläubigen).;14. Alle Juden sind Affen und Schweine" Alles Zitate aus Koran und Exegese Der Islam und Muslime sind im Grunde Lügner und Terroristen, wenn man den Koran und die Exegesen als Hauptquelle hernimmt." Wenn jetzt beide behaupten, diese Zitate seien unwahr, muss man beide als Lügner und Kriminelle nennen.
      Mehr ist wohl nicht dazu zu sagen.Und wenn mich jetzt jemand in die rechte Ecke stellt,ist er ein großes Arschloch.

    • Zwangsehen? Bedarf es wirklich einer empirischen Erhebung, um den Zusammenhang mit der Herkunft und Religion darzulegen? Ich würde mal sagen, dass hier Vorurteilen nicht Vorschub geleistet, sondern einfach nur schlichtweg bestätigt werden. Ganz gleich, wo diesen zahlen nun erhoben wurden. Ist ja auch nichts Neues...Ich schalte mal wieder um auf "Wir retten den Euro"

    • Einzig aufgrund der Feststellung
      "So behaupte Schröder …, dass nach Angaben der von Zwangsverheiratung Betroffenen 83,4 Prozent der Eltern Muslime seien. „Diese Behauptung ist … falsch, denn Betroffene von Zwangsverheiratung sind … [nicht] direkt befragt worden“, … . Es handele sich … vielmehr um das Ergebnis einer Befragung von Menschen, die in Beratungseinrichtungen tätig seien."
      behauptet Neuerer, dass die "Ergebnisse … [der] Studie eine komplett [!] falsche Interpretation erfahren".
      In seiner Stellungnahme (Webseite Deutsch Türkische Nachrichten) übt der wiss. Beirat Formulierungskritik:
      "Daher wäre die richtige Formulierung „Beraterinnen und Berater gaben an, dass sie davon ausgehen, dass 83,4% der Eltern der Betroffenen vermutlich muslimischer Herkunft sind“."
      Wissenschaftlich okay, politisch bedeutungslos. Selbst bei 5 Punkten rauf oder runter besteht eine hohe Korrelation zwischen moslemischer Religionszugehörigkeit und Zwangsheiraten.
      Der wahre Skandal ist der Satz
      "Die Problematik des Missbrauchs und der Instrumentalisierung des Themas … für … antiislamische Propaganda ist … im Beirat diskutiert worden. Mehrere Personen … hatten sich daher gegen die Aufnahme der Frage nach der vermuteten Religionszugehörigkeit … ausgesprochen."
      Warum haben sich die "Wissenschaftler" nicht auch gegen eine Erfassung der Nationalitäten ausgesprochen? Könnte ja die NPD zur Hetze gegen Türken missbrauchen?
      Und warum nicht gleich ganz gegen derartige Studien?
      Interessant auch, welche substanzhaltige (!) Kritik der vorliegende Artikel NICHT referiert (weil kein "Islam" vorkommt):
      Es wurden „3.443 Personen … in insgesamt 830 Beratungsstellen erfasst“. „Hiervon sind „60% angedrohte und 40% vollzogene Zwangsverheiratungen. … Wir … [beanstanden], dass dies von einer Ministerin wie folgt zusammenfasst wird: ‚3443 Fälle von Zwangsverheiratungen haben die Beratungsstellen … registriert‘ Hierbei werden angedrohte Straftaten mit tatsächlich stattgefundenen gleichgesetzt.“

    • "dass nach Angaben der von Zwangverheiratung Betroffenen 83,4 Prozent der Eltern Muslime seien."
      Wenn die Ministerin keine direkten Daten hat und durch Drittbefragung eine Prozentzahl mit Nachkomma angibt ist das ein bewusster Betrug. Nach wissenschaftlichen Kriterien würde eine solche Arbeit durchfallen und der Schreiberling wegen Betrugsversuches entsprechende Konsequenzen tragen müssen. nicht in der Politik. Dort werden derartige Politikdarsteller noch mit horrenden Steuergeldern alimentiert. Solche PolitikerInnen brauchen wir wahrlich nicht.

    • wenigstens eine studie die sinn hat. in deutschland sollte jeder mensch frei nach dem grundgesetz leben dürfen, aber es gibt viel zu viele einwandererfamilien (und deren nachkommen!) die das einfach nicht respektieren und zu schätzen wissen. sie ziehen ihre alten bauernregeln ("traditionen") durch und verblöden unser land. und da kann sich jeder noch so tolerante mensch dagegen sträuben zu akzeptieren, dass die meisten solcherlei probleme durch den islam bzw. seiner ausübung entstehen. tatsache ist nun mal tatsache, augen schließen hilft da auch nicht. p.s. ich bin selber keine deutsche ;)

    • Es hat sich im deutschen Journalismus eine schlimme Unart breit gemacht die es früher so nicht, bzw. nur bei Politikern gab: Es wird einfach behauptet, das stimmt so nicht. Niemand macht sich die Mühe zu recherchieren, welche Zahlen denn warum stimmen oder nicht stimmen.

      Für mich gilt, wie wohl für jeden anderen denkenden Leser auch: So lange man Frau Schröder nicht klar mit Zahlen widerlegt, so lange hat sie recht.

      Und eins sollte ja wohl klar sein, Zwangsehen gab es vor der moslemischen Einwanderung bei uns nahezu nicht mehr.

    • Ist das noch Journalismus? Kann das Handelsblatt nicht zuerst berichten und seine eigenen Kommentare zurückhalten?
      Was soll dieser Artikel, der doch eigentlich eher in ein Wahlkampfflugblatt gehört?

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