Wolfgang Schäuble – der Europäer „Europa bewegt sich nur in Krisen voran“

Als stolzer Europäer, Kommissionskritiker und sturer Politiker gab sich Finanzminister Wolfgang Schäuble bei der NRW School of Governance. Zur Frage „Wie steuert man den Tanker Europa?“ hat er überraschende Antworten.
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„Ich bin gegenüber der Kanzlerin gern loyal“: Finanzminister Wolfgang Schäuble. Quelle: Reuters

„Ich bin gegenüber der Kanzlerin gern loyal“: Finanzminister Wolfgang Schäuble.

(Foto: Reuters)

DuisburgEs sind Worte wie „isch“ und „hasch“ anstelle von „ist“ und „hast“, die verraten, dass Wolfgang Schäuble zwar fast jeden Tag in der großen Europapolitik mitmischt, aber eigentlich aus dem beschaulichen Freiburg im Breisgau kommt. „Meine ausländischen Partner müssen schon etwas aushalten, wenn ich Englisch mit meinem badischen Akzent spreche“, sagte der Bundesfinanzminister.

Auch wenn sie mit einer regionalen Färbung versehen ist – Schäuble hat eine gewichtige Stimme in der EU. An der NRW School of Governance in Duisburg hat er sich im Anzug mit roter Sigmar-Gabriel-Krawatte deshalb der Frage gestellt: „Wie steuert man den Tanker Europa?“ Tatsächlich hat er eine einfache Antwort darauf und gab nebenbei Einblicke in das Leben eines Politikers mit mehr als vier Jahrzehenten Erfahrung.

Die Euro-Krise, die Krim-Krise, die Griechenlandkrise – so bedrohlich sie alle oft erscheinen mögen, so wichtig sind sie für die Entwicklung der Länder. „Europa bewegt sich nur in Krisen voran“, sagte der CDU-Politiker. In den europäischen Gesellschaften würden immer nur Reformen gefordert, aber dann bei den Wahlen bestraft.

„Wenn Staaten aber in Schieflage geraten, wächst bei der Bevölkerung die Bereitschaft zu Veränderungen“, sagte Schäuble und verlieh seiner Verärgerung darüber mit fuchtelnden Händen wie bei einer Bundestagsdebatte Ausdruck.

Krisen sind also so etwas wie der Treibstoff für den Tanker Europa. Wie aber wird der Kurs des Schiffes mit seinen 500 Millionen Passagieren bestimmt? „Dafür gibt es die Erfindung der Nachtsitzungen“, erklärte der 71-Jährige.

Gegen fünf Uhr morgens wachse der Druck Lösungen zu finden, selbst die härtesten Verhandlungspartner würden um diese Uhrzeit kompromissbereit. Um Nachtschichten zu verhindern, versuche sich Schäuble aber im Vorfeld immer schon mit Frankreich zu verständigen – ohne eine deutsch-französische Einigung sei eine Lösung fast unmöglich.

Zu den strukturellen Problemen der EU hat Schäuble seine ganz eigene Meinung. Zum einen fordert er wiederholt, dass der Kommissionspräsident direkt vom europäischen Volk gewählt werden soll. Dagegen hatte sich vor allem die Bundeskanzlerin Angela Merkel bislang immer gesträubt.

„Alle wollen unsere Haftung“
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11 Kommentare zu "Wolfgang Schäuble – der Europäer: „Europa bewegt sich nur in Krisen voran“"

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  • Wenn das Dummvolk eben nicht spurt, dann verursachen eben diese Politikverbre... eine Krise. Schäuble der zukünftige ESM-Gouverneur mit Millionengehalt (aber das weiß ja niemand, weil sich die ESM-Gouverneure ihre Gehälter selbst festsetzen und diese nicht veröffentlichen müssen. Was die wenigsten wissen. Die ESM-Gouverneure unterliegen keiner Gerichtsbarkeit, sie können nicht angeklagt werden, Räume des ESM dürfen nicht betreten oder durchsucht werden. Schriftstücke dürfen nicht beschlagnahmt werden. Faktisch könnte ein ESM-Gouverneur in den Räumen des ESM jemanden umbringen - nichts passiert. Es darf dort nicht ermittelt werden etc. DAS IST DOCH EINE TOLLE DEMOKRATIE !! Selbst Verbrecher wie Gaddafi, Massenmörder etc. kann man vor den internationalen Gerichtshof stellen. Die ESM-Gouverneure nicht !! Die unterliegen keiner Gerichtsbarkeit. Ein wesentlicher Bestandteil der Demokratie ist, dass jedes Handeln richterlich bzw. juristisch überprüfbar ist und jeder einer Gerichtsbarkeit unterliegt. Für die EU-Verbrech.. gilt das nicht !! Schlimmer als in der schlimmsten Diktatur - selbst jeder Diktator kann vor dem internationalen Gerichtshof angeklagt werden, Herr Schäuble nicht ! Komisch - in allen Gremien der EU haben wir Deutsche nichts zu melden und nun wird Herr Schäuble ESM-Gouverneur. Und ich möchte wetten, dass alle Regierungschefs des Euroraumes gesagt haben. Schäuble, verkauf du dein Volk - so dass die Deutschen für alles haften und unsere Schulden bezahlen - dafür machen wir dich zum ESM-Gouverneur und du verdienst Millionen. Herr Schäuble ist da ja sehr empfänglich - siehe 100.000.-DM Geldkoffer !

  • Wenn Schäuble das große Europa will, dann hat er gar kein Interesse die Krise zu beenden.Er hat seinen Eid gebrochen, den er als Minister abgegeben hat und gehört somit vor Gericht, dieser Lügner

  • Das ist sehr treffend. Das gilt aber für die gesamte westliche Welt. Erst muss es wirklich ernst werden bevor man was ändert. So war das doch auch bei den Harz Reformen. Da mussten erst 5 Mio. Arbeitslose stehen bevor man sich bewegt hat. Oder die Schwedischen Reformen ende der 90er. Die waren fast pleite und hatten einen Spitzensteuersatz von 103%. Kein Witz.

    Pomperipossa in Monismanien von Astrid Lindgreen lesen.

    Oder die REformen in Südeuropa mit Ihren ganzen Beamten.
    Unser System sorgt vielleich nicht dafür, dass die Besten an die Regierung kommen, aber wenigstens dafür, dass die schlechten schnell wieder verschwinden. Länder wie Russland und China haben den orteil nicht.

  • Entsetzlich! Von welchem "europäischen Volk" schwadroniert der Mann im Rentenalter? Ist er schon senil?
    In der Tat können Krisen die in Europa lebenden Menschen motivieren und aktivieren. Sie könnten den amtierenden Politikern zum Beispiel auch das Schafott zeigen. Es wäre nicht das erste Mal. Die Politgeier sollten sich nicht zu sicher fühlen!

  • Gegen Schwächen der EU hilft nur noch viel mehr EU! Es ist offenkundig, dass die Menschen einem solchen Denken nur folgen, wenn sie sonst keinen Ausweg mehr wissen. Und genau diese Ausweglosigkeit, soll ihnen eingeredet werden.
    http://www.zeit.de/2012/43/Europa-Ideologie/seite-1

  • Wenn der Spruch "Europa bewegt sich nur in Krisen voran" das Selbstverständnis von Europa ist, dann stellt sich Europa selbst in Frage. Damit dieser Spruch positiven Sinn macht, muß Herr Schäuble den EU-Bürgern dann auch nachweisen, inwieweit jede Krise Europa positiv vorangebracht hat. Da wird Herr Schäuble dann auch nicht daran vorbeikommen, darzustellen, welcher konkrete Nutzen durch die jeweilige Krise für den EU-Bürger entstanden ist. Es wird nicht genügen, zu sagen, daß die Krisen bewirken, daß unter den EU-Völkern der Frieden gewahrt bleibt, nach dem Motto "Scheitert der Euro", scheitert auch der Europa und der Frieden. Die EU hat nicht einmal Personen an der Spitze(Barroso, Van Rompuy), gegenübern denen man Sympathie empfinden kann, ganz abgesehen davon, daß sie sich den EU-Bürgern gar nicht zur Wahl stellen mußten. Deutschland wird von Brüssel vorgeworfen, daß die Wirtschaftsakteure zu tüchtig sind und deshalb zu Lasten der anderen EU-Staaten zuviel exportieren. Deutschland soll zugunsten der anderen EU-Länder weniger produzieren und exportieren, auf die Gefahr hin, daß dadurch die Wirschaftsleistung der anderen EU-Länder gar nicht gesteigert wird. Da brauchen sich die Politiker nicht zu wundern, wenn die Akzeptanz von Europa bei den Bürger immer mehr abnimmt. Vor diesem Hintergrund erscheint der Spruch von Herr Schäuble"Europa bewegt sich nur in Krisen voran" absolut kontraproduktiv und er hätte ihn besser unterlassen.

  • Europa hangelt von einer Krise zur Anderen. Man bricht Verträge, setzt die Marktwirtschaft außer Kraft und manipuliert die Menschen. Warum? Weil wir das gemeinsame Europa in Form eines Kartenhauses zusammengeschustert haben und befürchten das es zerfällt. Ich denke, dass Euro die Neuausrichtung von Russland schwerer verkraften wird, und wenn es schärfer kommt, das Kartenhaus zusammenbricht.

    Die Frage ist, wie wird Russland reagieren. Wenn es diese Situation nutzt, um seine Wirtschaft auch neu auszurichten, den Mittelstand stärkt und sich weniger auf Rohstoffexporte konzentriert und weniger abhängig vom Westen macht, dürfte Russland gestärkt herauskommen.

  • Das einzige, was Europa bislang wirklich verbunden hatte, das waren die unzähligen Kriege von Europäern gegen Europäer.
    Mehr war das nicht, Herr Schäuble.
    Und das große "Einigungsprojekt Europa" wird, wenn die Nationalregierungen sowie Brüssel so weitermachen, wenig mehr werden als ein nationalstaatlich geführter weiterer Krieg von und gegen Europa, angeführt von dem Bürokratenmoloch in Brüssel.

    Feine Aussichten, Herr Schäuble?

    Eben die Aussichten Herr Schäuble, die Sie und Ihresgleichen für Europa impetto hatten und immer noch haben.

    Seien Sie stolz auf sich und Ihre Leistungen.
    Herr Schäuble.

  • Ist die Krise von den geheimen Eliten gewollt?

    Hängen wir alle am Tropf eines privaten Geldmonopols?

    Sind Politker wie Schäuble nur Marionetten der internationalen Bankster?

    Das Schuldgeldsystem der int. Bankster ist ein Selbstmordprogramm auf allen Ebenen.
    Doch die Kritik daran ist ebenso tabu wie seinerzeit den Sozialismus in Frage zu stellen.

    Standhaft weigern sich Experten und Politiker, die wahre Ursache der Krise zu erkennen – an deren Ende zwangsläufig der totale gesellschaftliche, wirtschaftliche und ökologische Kollaps programmiert ist. Die Vorboten dieses Zerfalls sind bereits überall spürbar.

    Diese sich verschlimmernden Krisen werden von einem dysfunktionalen Geldsystem forciert.
    Ein wichtiger Grund, warum es immer schwieriger wird, diese Krisen zu beheben, beruht auf einem fundamentalen Konstruktionsfehler in unserem Wirtschaftssystem, nämlich der Art und Weise wie Geld geschaffen wird!

    Für einen nachhaltigen Kapitalismus ist es darum zwingend erforderlich, dass wir ein nachhaltiges Geldsystem erschaffen.

    Die Geldschöpfung erscheint für die Meisten wie ein Mysterium und wird bisher nur von Wenigen wirklich verstanden.

    Nach Aussen erscheint es so, als ob die Bankster die Einlagen anderer gegen eine Marge verleihen. In Wirklichkeit wird aber bei jedem Kredit neues aus dem Nichts Geld geschaffen!

    Lösung: Das aktuelle Schuldgeldsystem ( Problem ) verstehen!

    Wie?

    Als erstes "Goldschmied Fabian" gucken.
    Dann Prof. Bernd Senf "Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise", Andreas Popp "Danistakratie" und Mario Fleischmann "Das Zwangsgeldsystem".
    Wenn man es dann verstanden hat, findet man noch unzähliges im www dazu.

    Sollten wir uns nicht fragen, ob es nicht an der Zeit ist, ein neues Geldsystem einzuführen?

    Ein Geldsystem ohne Zwang zu immer mehr Wachstum?

    Oder die Erdlinge können sich bald ein neues Zuhause suchen, nachdem sie ihren eigenen Planeten zerstört haben!

  • hihi, so das als ist der Grund für die Krisen.
    ++++++++++++++++++++++++++

    KEINE, echt null Krisen kommen aus der Sache oder dem ding, sondern ALLE Krisen sind von oben gemacht, damit wir usn in Richtung NWO bewegen.

    egal ob man die Hochhäuse in NYC sprengt
    odert Terros-Anschläge in Deuschland

    Endlich gibt der Typ es zu, dass IMMER der Staat dahinter steckt, wenn es Terror gibt.

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