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Work-Life-Balance Neue Studie: Flexible Arbeitswelt macht zufriedener – schürt aber Ängste

Homeoffice ermöglicht Mitarbeitern, ihre privaten Bedürfnisse besser abzustimmen. Die Schattenseite: Sie fürchten, wichtige Projekte zu verpassen.
02.01.2020 - 16:28 Uhr Kommentieren
Eine IW-Studie zeigt, dass New Work auch in den kommenden Jahren ein Trendthema bleiben wird. Quelle: imago/Ikon Images
Flexibles Arbeiten

Eine IW-Studie zeigt, dass New Work auch in den kommenden Jahren ein Trendthema bleiben wird.

(Foto: imago/Ikon Images)

Berlin Seit Jahren gibt es erbitterte Diskussionen über die Flexibilisierung der Arbeitswelt. Auf der einen Seite eröffnet sie Berufstätigen die Chance, Familie und Beruf besser miteinander zu vereinbaren. Auf der anderen Seite verschwimmen Privat- und Berufsleben immer mehr.

Die Politik stellt das vor ganz neue Probleme: Einige Länder haben ein „Recht auf Nichterreichbarkeit“ eingeführt. Hierzulande versuchte Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) im Vorjahr zweimal, ein „Recht auf Heimarbeit“ auf den Weg zu bringen.

Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), die dem Handelsblatt vorliegt, zeigt nun, was aus Sicht der Beschäftigten die Vor- und Nachteile sind: Demnach sorgen flexible Arbeitsformen tatsächlich für zufriedenere Mitarbeiter, weil sie ihre Arbeitszeiten besser an private Bedürfnisse anpassen können. Auf der anderen Seite hat die neue Arbeitswelt ihre Schattenseiten – und nicht nur, was die Erreichbarkeit angeht.

Die IW-Studie basiert auf einer Umfrage unter rund 2500 Beschäftigten und 1300 Firmen. Von ihnen bieten 43 Prozent ortsunabhängiges Arbeiten durch mobiles Internet an. Ob Beschäftigte mobil arbeiten, hängt damit stark davon ab, wie sehr Firmen sich digitalisiert haben.

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    Die Studienautoren haben deshalb zwei Kategorien gebildet: In der ersten sind jene Unternehmen mit einem hohen Digitalisierungsgrad, die ihren Mitarbeitern große Freiräume bei Arbeitszeit und -ort einräumen. In der zweiten die, für die Digitalisierung eine untergeordnete Rolle spielt und bei denen es weniger Angebote gibt.

    Die Unterschiede sind klar ersichtlich. So geben 97,7 Prozent der Beschäftigten mit familienfreundlicher Unternehmenskultur an, ihre Arbeit lasse sich gut mit ihrem Privatleben vereinbaren. Bei den anderen Firmen sagen dies nur 80,7 Prozent.

    Autoren warnen vor politischem Aktionismus

    Die Studie zeigt aber auch, dass mobil Beschäftigte dafür andere Sorgen umtreiben. So sind sie häufiger damit konfrontiert, „außerhalb ihrer regulären Arbeitszeit für berufliche Belange zur Verfügung stehen zu müssen“, heißt es in der Analyse.

    Bei familienfreundlichen Unternehmen etwa sagen 40 Prozent der Beschäftigten, die immer in der Firma arbeiten, ein Einsatz außerhalb der regulären Arbeitszeit sei entscheidend für die Karriere, dagegen sind von den Arbeitnehmern im Homeoffice 51 Prozent dieser Meinung. 40 Prozent der Beschäftigten in familienfreundlichen Firmen fürchten zudem Nachteile für die Karriere, wenn sie Angebote stärker in Anspruch nehmen. In Firmen mit weniger Angeboten teilen 54,2 Prozent die Sorge.

    Die Studienautoren warnen aber davor, politisch zu stark einzugreifen. Die Ergebnisse zeigten, dass es viele verschiedene Tätigkeitsprofile und Bedürfnisse gebe und gerade familienfreundliche Firmen betriebliche Regeln für mobiles Arbeiten schafften. „Politische Forderungen, pauschal für alle Beschäftigten mobile oder flexible Arbeitsformen bereitzustellen, werden der Ambivalenz der Wirkungsbeziehungen nicht gerecht.“

    Mehr: Agiles Arbeiten, flache Hierarchien, offene Büroräume. Die New-Work-Illusion.

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