Wulffs Kreditaffäre Ein Präsident erneut in Erklärungsnot

Das neue Jahr beginnt für Bundespräsident Christian Wulff so schlecht wie das alte endete: Wulff bleibt wegen seiner Hauskredite weiter in der Defensive – und sieht sich neuen Vorwürfen gegenüber.
Update: 02.01.2012 - 04:57 Uhr 42 Kommentare
Bundespräsident Christian Wulff sieht sich in der Kreditaffäre neuen Vorwürfen gegenüber. Quelle: dpa

Bundespräsident Christian Wulff sieht sich in der Kreditaffäre neuen Vorwürfen gegenüber.

(Foto: dpa)

Berlin/Frankfurt/MünchenBundespräsident Christian Wulff kommt wegen der Finanzierung seines Eigenheims auch im neuen Jahr nicht aus den Schlagzeilen. Über die genauen Abläufe der Kreditvergabe tauchten erneut Unklarheiten auf. So wurde am Wochenende deutlich, dass Wulff den jüngsten, langlaufenden Bankkredit für sein Privathaus offenbar erst auf öffentlichen Druck hin unter Dach und Fach gebracht hat.

Nach Angaben der kreditgebenden BW-Bank wandelte Wulff seinen Kredit erst kurz vor Weihnachten in ein langfristiges Darlehen um. Zu diesem Zeitpunkt sorgten seine angeblich besonders günstigen Kreditkonditionen bei der Bank bereits für Wirbel. Die Bank bestätigte auch, dass der Unternehmer Egon Geerkens den Kontakt hergestellt hatte. Dies hatte Wulff selbst bereits am 15. Dezember mitgeteilt. Damals erklärte der Bundespräsident, er habe 2008 zuerst einen Privatkredit zu einem Zinssatz von vier Prozent bei Edith Geerkens aufgenommen, um seinen Hauskauf zu finanzieren.

Im Dezember 2009 habe er dann auf Anregung von Egon Geerkens Gespräche mit der BW-Bank aufgenommen, die am 21. März 2010 zur Unterzeichnung „eines kurzfristigen und rollierenden Geldmarktdarlehens mit günstigerem Zinssatz als zuvor“ geführt hätten. „Inzwischen habe ich das Geldmarktdarlehen in ein langfristiges Bankdarlehen festgeschrieben“, hieß es in der schriftlichen Erklärung Wulffs vom 15. Dezember.

Das Problem: Nach Angaben der BW-Bank hatte Wulff den Vertrag zu diesem Zeitpunkt aber noch gar nicht unterzeichnet. Der Vertrag sei am 12. Dezember 2011 von der Bank unterschrieben an Wulff geschickt worden, teilte das Geldinstitut mit. Dieser habe ihn am 21. Dezember unterzeichnet. Sechs Tage später – am Dienstag nach Weihnachten – sei er bei der BW-Bank eingegangen.

Wulffs Anwalt Gernot Lehr sagte dazu der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“, der Zinssatz für das jüngste Darlehen sei bereits am 25. November – also bevor die Konditionen des ersten BW-Kredits Gegenstand der Berichterstattung wurden – zwischen Wulff und der BW-Bank „fixiert“ worden.

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42 Kommentare zu "Wulffs Kreditaffäre: Ein Präsident erneut in Erklärungsnot"

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  • Die Dreierbande Berlin/SPRINGER, Frankfurt/FAZ/FAZ und München/SZ schlägt wieder zu mit neuaufgewärmten Kamellen.


    Ablauf nach originalen dpa-Meldungen:

    Der Darlehensvertrag mit dem neuen Zinssatz wurde bereits am 25. November von beiden Seiten schriftlich vereinbart

    Anschließend nahm die Vertragsabwicklung ihren weiteren normalen Verlauf mit der Erstellung der Darlehens-Urkunde und den Unterschriften in der Urkunde, die sich auf dem Bearbeitungs- und Postweg bis nach Weihnachten hinzog.

    Was machen nun die Medien aus dieser normalen Geschichte, die jeder kennt, wenn er einen Darlehen haben möchte?
    Sie erfinden einfach den „Erklärungsnotstand“ !

    ZITAT: Wulffs Kreditaffäre: Ein Präsident erneut in Erklärungsnot
    Das neue Jahr beginnt für Bundespräsident Christian Wulff so schlecht wie das alte endete: Wulff bleibt wegen seiner Hauskredite weiter in der Defensive – und sieht sich neuen Vorwürfen gegenüber.
    KOMMENTAR: Infamer geht es nicht! Das ist die real-existierende Pressefreiheit.

    ZITAT: „Inzwischen habe ich das Geldmarktdarlehen in ein langfristiges Bankdarlehen festgeschrieben“, hieß es in der schriftlichen Erklärung Wulffs vom 15. Dezember.
    Das Problem: Nach Angaben der BW-Bank hatte Wulff den Vertrag zu diesem Zeitpunkt aber noch gar nicht unterzeichnet.
    KOMMENTAR: Das ist überhaupt kein Problem, da es sich nur noch um die Urkunde handelte.

    ZITAT: Wulff weiter in Erklärungsnot wegen Ablauf der Kreditvergabe
    Bundespräsident Christian Wulff kommt wegen der Finanzierung seines Eigenheims auch im neuen Jahr nicht aus den Schlagzeilen heraus.
    KOMMENTAR: Der Ablauf der Kreditvergabe war ein ganz normaler Ablauf.

    ZITAT: Kreditvertrag mit Wulff kurz vor Weihnachten
    KOMMENTAR: Der 25. Nov. liegt bekanntlich vor Advent!

  • @deerhunter:
    Ein Präsident der eine Umfinanzierung ankündigt, ohne den Vertrag in trockenen Tüchern zu haben, sportlicher Auftakt in die nächste Runde. ###


    Sie haben sich ja schon den richtigen Nick gewählt: Auf zum hinterhältigen Präsidentenjagen.

    Wie kommen Sie eigentlich zu Ihrer hinterhältigen Lüge, dass der Vertrag nicht in trockenen Tüchern war. Aus den originalen dpa-Meldungen geht hervor, dass Herr Wulff am 15. Dezember wahrheitsgetreu sagte: „Inzwischen habe ich das Geldmarktdarlehen in ein langfristiges Bankdarlehen festgeschrieben“, hieß es in der schriftlichen Erklärung Wulffs vom 15. Dezember. Wulffs Anwalt Gernot Lehr sagte dazu der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“, der Zinssatz für das jüngste Darlehen sei bereits am 25. November zwischen Wulff und der BW-Bank „fixiert“ worden.

    Ein Banksprecher bestätigte auf Anfrage, dass an diesem Tag, dem 25. November, das Darlehen und der neue Zinssatz schriftlich fixiert wurden. Als Verfügbarkeitsdatum wurde der 16. Januar 2012 vereinbart.
    Die Bank hat sich deshalb mit der formalen Erstellung der Darlehens-Urkunde etwas Zeit gelassen. Die Urkunde sei erst am 12. Dezember 2011 von der Bank unterschrieben an Wulff geschickt worden, teilte das Geldinstitut mit. Dieser habe sie am 21. Dezember unterzeichnet. Sechs Tage später – am Dienstag nach Weihnachten – sei die Urkunde bei der BW-Bank eingegangen.
    Es würde mich nicht wundern, wenn Herr Diekmann und all seine Jagdgesellen behaupten, dass man sich auf schriftliche Vereinbarungen nicht mehr verlassen darf und im Falle Wulff erst nach Bar-Auszahlung des Kredits von „trockenen Tüchern“ sprechen darf. Den Banken kann man ja heutzutage nicht mehr trauen.

    Übrigens arbeitet Diekmann mit seinen Jagdgesellen von SZ und FAS inzwischen mit den gleichen Mailbox-Tricks wie die Murdoch-Bande in britischen Presse-Skandal.

  • In der Sache gebe ich Ihnen vollständig recht. Nachdem sich Wulff öffentlich zu der Angelegenheit (den Begriff Affaire sollten wir für Wichtiges übriglassen!) geäußert hat, sollte er auf Nachtreten nicht reagieren. Merke: wenn eine Filiale eine Kreditkondition verein-baren kann, ohne höhere Ebenen einschalten zu müssen, also innerhalb ihrer Konditionskompetenz bleibt, dann ist die Kondition keine Sonderkondition! Hier wird nach dem Prinzip gearbeitet "irgendetwas bleibt hängen, wenn ich nur oft genug werfe".

  • Maffiosi... Getrennt marschieren, gemeinsam (den Buerger) schlagen, so lautet wohl das Motto unserer Politiker. Nur so ist es zu verstehen, dass sogar die Opposition Wulff verteidigt. Das korrupte System als solches wird durch Wulff entbloesst - und daran kann ja kein korrupter Politiker, egal welcher Farbe, Interesse haben. Warum brauchte Wulff eigentlich ueberhaupt einen Kredit? Mit 50 und nach 7 Jahren als MP und div. andere Poestchen keine Ersparnisse, obwohl er so gut im Nehmen ist? Nicht nur die Finanzierung, sondern auch die Immobilie selbst sollte vielleicht mal genauer betrachtet werden. Ist das wirklich nur ein kleines bescheidenes Haeuschen? Mit Immobilien laesst sich schliesslich Schwarzgeld wunderbar waschen, beim Notartermin wird einfach ein Teil des Kaufpreises bar uebergeben, der offizielle Kaufpreis im Vetrag entsprechend niedriger angesetzt, so spart man dann auch noch Grunderwerbssteuer. Auch ueber Kredite laesst sich Geld waschen - fehlt "offizielles" Geld, laesst man sich halt von Freunden oder Familie einen entsprechenden Kredit geben - alles sauber und legal (der Rest schwer nachweisbar)... Auch dieses Detail ist hier sehr interessant: "Das Darlehen hätte laut den Kriterien des Bankaufsichtsrechts nicht gewährt werden dürfen, denn es übersteigt mit 520.000 Euro den Wert des Hauses in Höhe von 415.000 Euro erheblich" http://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Wulff (sollte man mal lesen, viele interessante Details). Wozu hat unser doch so armer BP 105.000 EUR zusaetzlich zum Kaufpreis (ich schaetze, dass Kaufpreis = angenommener Wert des Hauses) gebraucht? Fuer eine Geldanlage mit hoher Rendite etwa? Fakt ist jedenfalls, dass Wulff sich als BP dermassen deklassiert hat, dass er nur noch zuruecktreten kann. Da er sich aber offensichtlich an seinem Sessel klammert, fordere ich eine neue, Partei-unabhaengige Position: einen Rausschmeisser, der solche Typen packt und vor die Tuere setzt...

  • ...KUCHEN... ;-)

  • Schoen dass es noch jemand merkt. Danke. Es gibt nun wirklich dringendere Probleme in der Republik als das Sparen oder nicht sparen von ein paar tausend Euronen, die sowieso bald nichts mehr wert sind. Die ganze Republik beschaeftigt sich mit Doktorarbeiten und Haeuslekrediten. Mein Gott Leute, wacht auf, das Dach brennt. Beschaeftigt Euch lieber mit den hunderten von Miliarden Euros die unsere Politiker jedes Jahr meist zum Nutzen ihrer selbst und der Staatsdiener oder auch nur simply mal eben so verplempern. ALLES EUER GELD !

  • Wulff und seine Genossen haben durch ihre Geldwäsche- und Steuerehrlichkeitsgesetze dafür gesorgt, daß es in jeder Bank Mitarbeiter für compliance. Hat der da mal über die Verträge geschaut?

  • Wulff, zeigt uns jeden Tag, dass sich die Zeit dieser korrupten repräsentativen Demokratie dem Ende nähert. Die Blockparteien, die unser Land durch Euro, EU und Einwanderer ausplündern lassen, werden ihre Pfründe aber mit Klauen und Zähnen verteidigen. Es ist an der Zeit, dass wir 80 Millionen Deutsche uns gegen diese Diktatur von 1,5 Millionen Parteibonzen zur Wehr setzen und sie endlich zum Teufel jagen.
    Direkte Demokratie jetzt - und Verbot aller Parteien, die gegen Deutschland agieren.

  • Freilich, das ist in der Summe alles nur noch Murks. Und deswegen muss das System in den Lokus.

  • Genau, die Kapitalistische Einheitspartei Deutschlands (KED).

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