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YouGov-Umfrage Nur 17 Prozent zufrieden mit Merkel – Deutschland hadert mit seiner Kanzlerin

Auf ihre Beliebtheit in der Bevölkerung konnte sich Kanzlerin Angela Merkel seit Amtsantritt verlassen. Eine exklusive Umfrage zeigt: Der Nimbus ist weg.
1 Kommentar
Angela Merkel – Deutschland hadert mit seiner Bundeskanzlerin Quelle: AFP
Angela Merkel

Viele Deutsche bewerten die Arbeit ihrer Regierungschefin inzwischen weit kritischer als früher.

(Foto: AFP)

DüsseldorfAuf eines konnte sich Angela Merkel jahrelang verlassen: So schlecht die Stimmung in der Union auch war und so heftig die Unionsparteien in der Zustimmung schwankten, auf ihre hohen Popularitätswerte war stets Verlass. Das war bisher so, gilt jedoch offenbar nicht mehr. Nach den turbulenten Monaten in der Koalition und der Abwahl des Union-Fraktionschefs und Merkel-Vertrauten Volker Kauder hat sich die Stimmung in der Bevölkerung gedreht.

Nur 17 Prozent der Deutschen sind noch sehr oder eher zufrieden mit der Arbeit der Kanzlerin. 21 Prozent sind eher unzufrieden und sogar 33 Prozent sehr unzufrieden. Das ist das Ergebnis einer exklusiven Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag des Handelsblatts erstellt hat. Dafür wurden zwischen dem 24. und 26. September 2067 Menschen befragt.

Nur geringfügig schlechter als die Kanzlerin schneidet CSU-Chef und Bundesinnenminister Horst Seehofer ab. Nur 15 Prozent sind zufrieden mit seiner Arbeit, 52 Prozent unzufrieden.

Die Statistiken bieten aus Sicht von Merkel auch ansonsten keinen Anlass zur Zuversicht. Ganz im Gegenteil. Nur 2 Prozent beziehungsweise 9 Prozent sind sehr oder eher zufrieden mit der Arbeit der Bundesregierung.

Ihnen steht eine Mehrheit von 58 Prozent gegenüber, die das Auftreten der Großen Koalition kritisch bewertet. Jeder Dritte gibt sogar an, zum jetzigen Zeitpunkt sehr unzufrieden zu sein.

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Die drei Regierungsparteien schneiden dabei unterschiedlich ab. Die CSU wird nur von 12 Prozent als konstruktiv und von 51 Prozent als destruktiv wahrgenommen. CDU und SPD schneiden nur wenig besser ab. Ungefähr jeder Dritte nimmt sie als destruktiv war, jeder Fünfte als konstruktiv.

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Umso nüchterner bewerten die Deutschen die Perspektive der Bundesregierung. Nur 28 Prozent glauben, dass die Koalition bis zum Ende der Legislaturperiode halten wird, 56 Prozent glauben nicht daran. Bemerkenswert: Lediglich 4 Prozent sind sich absolut sicher, was den Fortbestand der Koalition bis zur nächsten Bundestagswahl betrifft.

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Union und SPD hatten sich im Koalitionsvertrag darauf geeinigt, nach zwei Jahren ihre Zusammenarbeit zu überprüfen. Auf die Frage, ob die Sozialdemokraten die Koalition im Frühjahr 2020 verlassen sollen, ergibt sich jedoch kein eindeutiges Bild.

29 Prozent plädieren dafür, dass die SPD in der Regierung bleibt. Aus Sicht von 20 Prozent sollte sie die Koalition verlassen.

Immerhin 23 Prozent sprechen sich dafür aus, dass die Partei das Bündnis mit der Union sofort verlässt.

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Die Umfrage von YouGov zeigt noch etwas anderes, dass Merkel nicht gerade beruhigen dürfte: So sind die Deutschen mit der Politik in ihrem Ort und Bundesland deutlich zufriedener als mit der Politik, die die Große Koalition in Berlin zu verantworten hat. Mit der Lokalpolitik sind 29 Prozent unzufrieden, mit der auf Bundesebene derweil 55 Prozent.

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Viele Menschen in Deutschland haben dabei zurzeit einen eher kritischen Blick auf die parlamentarische Demokratie. Nur 23 Prozent sind sehr oder eher zufrieden mit der Staatsform, 41 Prozent eher oder sehr unzufrieden.

Das ändert nichts daran, dass eine Mehrheit der Deutschen die AfD kritisch sieht. Nur jeder Vierte begrüßt es, dass die AfD stärkste Oppositionspartei im Bundestag ist, 61 Prozent nicht. Dennoch ergibt die Befragung auf die Frage nach dem derzeit wichtigsten politischen Thema ein relativ klares Bild.

34 Prozent der Deutschen nennen die Flüchtlingspolitik, dahinter landen Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik (24), Klimaschutz (14) und Kriminalität (8).

Im Hinblick auf die nächste Bundestagswahl setzen die Deutschen jedoch durchaus andere Prioritäten. Als für die Wahlentscheidung am wichtigsten werden die Themenbereiche Rente und Altersversorgung, Soziale Sicherheit, Gesundheitsvorsorge, Schutz vor Verbrechen und Terror sowie Bildung und Erziehung genannt.

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Die Themenfelder Einwanderung und Flüchtlinge, Wohnen und Integration von Ausländern landen dahinter. Weniger wichtig sind aus Sicht der Befragten Themen wie Verkehr und Mobilität, Außen- und Verteidigungspolitik sowie Internet und Digitalisierung.

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1 Kommentar zu "YouGov-Umfrage: Nur 17 Prozent zufrieden mit Merkel – Deutschland hadert mit seiner Kanzlerin"

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  • Quatsch! Die Kanzlerin ist absolut die Größte. Keiner kann ihr das bewusste Wasser reichen. Wenn es anders wäre, würden die CDU-Helden im Hintergrund aubegehren. Machen sie nicht, weil sie ALLE zufrieden sind. Nur viele Nichtpolitiker verstehen das nicht...