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Youtube-Star Julia Beautx im Interview: So verdiene ich mein Geld auf Youtube

Julia gehört als Influencerin auf Youtube und Instagram zu den einflussreichsten in Deutschland. Im Interview erklärt die 20-Jährige, wie sie ihr Geld verdient.
08.05.2019 - 12:06 Uhr Kommentieren
Youtube-Star: Julia Beautx im Interview
Erfolgreich durch Youtube

Julia Beautx im Interview: Ihr Geld verdient die 20-Jährige durch vier Haupteinnahmequellen. (Foto: Imago)

Dieser Artikel ist am 08. Mai 2019 bei Orange - dem jungen Portal des Handelsblatts - erschienen.

Am Ende unseres Gesprächs will ich es wissen. „Kannst du mir zeigen, wie du so ein Bild bearbeiten würdest?“ Als Influencerin Julia Beautx mein Handy nimmt, die Lightroom App öffnet und direkt loslegt, merke ich: Geübt ist geübt.

Influencerin Julia Beautx: Das meiste Geld kommt durch Werbung bei Youtube

Sie regelt die Belichtung auf +0,41, Kontrast +41, -17 die Lichter. Schwarz -18, weiß +30. Stück für Stück verändert sich unser eben geschossenes Selfie – nach nicht einmal einer Minute gibt Julia mir das Handy zurück. So in etwa mache sie das, erklärt sie mir. „Aber dann würde ich das noch mit anderen Apps bearbeiten“.

Bei ihren Fotos auf Instagram überlässt die 20-Jährige, die ihren bürgerlichen Namen nicht verrät, scheinbar nichts dem Zufall. Gut zwei Millionen Abonnenten versorgt sie auf der Fotoplattform mit Bildern von ihr.

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    Laut der Influencer-Bewertungsseite influencerdb hat ein Posting von ihr auf Instagram aktuell einen Wert von etwa 9200 Euro – mehr als viermal so viel wie Angestellte in Deutschland im Schnitt pro Monat netto verdienen. Was ich mich schon länger frage: Wie verdienen Influencer überhaupt Geld? Ich treffe Julia in Köln und lasse es mir von ihr erklären.

    Julia, was machst du eigentlich hauptberuflich?
    Schwierige Frage, weil ich total viel mache. In erster Linie bin ich Unterhaltungs-Youtuberin, dann irgendwie auch Influencerin. Und schließlich auch Schauspielerin. Ich hab‘ zwar keine Schauspielschule besucht, aber schon in mehreren Filmen mitgespielt.

    Kann ich auch lernen, Youtuber zu werden?
    Dafür gibt es keine wirkliche Ausbildung oder Anleitung, aber du kannst es dir mehr oder weniger aneignen. Ich glaube, es ist „learning by doing“. Du brauchst definitiv Talent vor der Kamera und auch Glück, sonst ist es schwierig.

    Welchen Fehler müsste ich unbedingt vermeiden?
    Dich nur auf Zahlen zu beschränken. Die meisten geben bereits auf, wenn es nach wenigen Wochen nicht boomt. Aber es braucht Zeit und Geduld. Bei mir hat es knapp drei Jahre gedauert, bis ich eine Million Follower hatte.

    In welchem Abstand müsste ich denn Videos hochladen?
    Das ist jedem selbst überlassen. Wichtig ist auf jeden Fall, dass es regelmäßig ist.

    Influencerin Julia Beautx: „Ich will Menschen im echten Leben kennenlernen!“

    Du veröffentlichst im Schnitt pro Woche ein Video…
    Und das ist vergleichsweise wenig. Es gibt Influencer, die mehrere Videos am Tag hochladen. Das kommt aber auch sehr auf das Thema an, mit dem du dich beschäftigst: Für einen Gaming-Youtuber ist es einfach, drei Videos am Tag hochzuladen. Was aber soll ich in der Unterhaltungsbranche dreimal am Tag hochladen? Es wäre wahrscheinlich nicht mal möglich, so viele Themen zu finden.

    Wie lange dauert denn die Produktion eines Videos?
    Meistens drehe ich immer so drei Stunden, das Schneiden dauert dann etwa fünf. Wenn ich ein 24-Stunden-Experiment mache, brauche ich natürlich länger.

    Ab wie vielen Followern bin ich eigentlich ein richtiger Influencer in Deutschland?
    Kommt auf’s Thema an. Als Fashion-Youtuber bist du mit 300.000 Abonnenten schon eine große Nummer, beim Gaming reichen dir manchmal fünf Millionen nicht. Pauschal kannst du es nicht sagen, aber das Ziel der meisten ist, eine Million Abonnenten zu haben.

    Und ab wann verdiene ich Geld damit?
    Mittlerweile ist es so, dass man erst ab 1000 Abonnenten offizieller Youtube-Partner werden kann und Werbung auf seine Videos schalten kann. Als ich angefangen hab, gab es diese Einschränkung noch nicht. Und wenn Leute sich die Werbung anschauen, gibt’s für dich natürlich mehr Geld, als wenn sie den Spot wegklicken.

    Bist du Millionärin?
    Klar, Klickmillionärin! Sagen wir so: Ich kann davon leben. Aber über genaue Zahlen spreche ich nicht.

    Kollegah hat uns mal verraten, dass man bei Spotify für eine Million Streams von einem Song bis zu 6000 Euro verdient. Ist das bei Youtube ähnlich?
    Nee, das ist komplett unterschiedlich. Jeder Youtuber hat einen eigenen Wert, der nennt sich CPM. Das ist der Euro oder Dollarbetrag, den du für tausend Klicks bekommst. Und der ist bei jedem anders.

    Wie hoch ist denn deiner?
    Selbst wenn ich dir das sagen wollte: Ich weiß es ehrlich gesagt gerade nicht, weil er auch ziemlich schwankt. Im Dezember, wenn alle Weihnachtsgeschenke kaufen, ist er natürlich am höchsten.

    Ist diese Bewertung auch von der Branche abhängig?
    Auf jeden Fall. Ich glaube, dass diese Werte im Bereich Gaming am höchsten sind, dann kommt Beauty und ganz zum Schluss Unterhaltung.

    Womit verdienst du eigentlich dein Geld?
    Das meiste definitiv durch Youtube-Werbeeinnahmen – also die Werbung, die vor meinen Videos läuft. Dann gibt es noch bezahlte Kooperationen, bei denen Firmen mich dafür bezahlen, dass ich ihr Produkt auf meinen Bildern oder im Video zeige. Du verdienst zusätzlich Geld, indem du für Auftritte gebucht wirst – zum Beispiel für eine Autogrammstunde, ein Meet&Greet oder Talk vor Publikum. Und natürlich das Merchandise. Das sind die Haupteinnahmequellen.

    Dann gehen noch 45 Prozent der Youtube-Einnahmen an die Videoplattform, 25 Prozent sollen an die Agentur gehen. Findest du das zu viel?
    Darüber kann man streiten. Ohne Youtube hätten wir überhaupt nicht die Möglichkeit, mit unserer Leidenschaft Geld zu verdienen. Youtube verwaltet die Plattform ja und macht erst möglich, damit Geld zu verdienen. Dennoch ist es natürlich schon sehr viel.

    Was kostet es mich als Firma denn, wenn du mein Produkt in deinem neuen Video zeigen sollst?
    Den Preis verrate ich nicht. Allerdings würde ich das Produkt auch nur dann bewerben, wenn ich es selbst wirklich gut finde. Das finde ich wichtig, um authentisch zu bleiben.

    Wie viele Menschen bilden eigentlich das Projekt „Julia Beautx“?
    Meine Managerin Svenja, meine Agentur und ich. Meine Videos drehe und schneide ich eigentlich immer selbst – manchmal filmt auch meine kleine Schwester, aber das sind Ausnahmen.

    „Schwester“ ist übrigens neben „Alter“ und „Freund“ eines der ersten Vorschläge, wenn ich „Julia Beautx“ bei Google eingebe. Du bist 20 Jahre alt, hast eine kleine Schwester…
    …und aktuell keinen Freund.

    Aber dafür doch bestimmt viele Bewerber.
    Ich bekomme schon viele Nachrichten auf Instagram – die überfliege ich aber meistens nur und reagiere nicht drauf. Ich will Leute im echten Leben kennen lernen, nicht im Internet.

    Bekommst du auch unangenehme Nachrichten von Verehrern?
    Es geht, so viele sind es nicht. Das ist bei manchen Youtube-Kolleginnen schlimmer. Die lesen diese Nachrichten auch fast alle, das mache ich nicht mehr. Wenn mir Leute Fotos schicken, werden die ja automatisch erstmal ausgeblendet.

    Einige junge Prominente hatten schon mal Probleme mit Stalkern.
    Ich zum Glück noch nicht. Bislang stand auch noch keiner vor unserem Haus. Das soll auch bitte so bleiben. Ich hatte aber mal eine Signierstunde für meinen Schülerkalender, bei der so ein sechzigjähriger, ganz, ganz seltsamer Kerl war. Der wirkte echt verliebt und wollte immer weiter mit mir reden, obwohl eigentlich noch andere drankommen sollten. Der hat mit einer kindlichen, hohen Stimme gesprochen und hatte noch so ein Buch dabei voller Bilder von mir, wie das normalerweise 13-jährige Fans machen.

    Gruselig.
    Ja, vor allem weil der auch noch auf der Rückfahrt im selben Zug saß wie ich. Da war ich echt froh, dass noch zwei vom Verlag mich begleitet hatten.

    Wie schützt du dein Privatleben?
    Ich verrate nicht, wo genau ich wohne, mein Nachname ist nicht bekannt. Und im Grunde zeige ich auch nichts von meiner nahen Umgebung zu Hause. Die Wiese nebenan könnte jede Wiese der Welt sein.

    Was macht Ihr Influencerinnen eigentlich, wenn es auf Instagram und Youtube irgendwann nicht mehr läuft?
    Keine Ahnung. Ein paar haben ja noch etwas studiert, dazu habe ich im Moment keine Zeit. Ich würde dann vermutlich mehr als Schauspielerin arbeiten.

    Und in zehn Jahren?
    Social Media ist etwas super schnelllebiges und meistens eher was für jüngere Leute. Ich weiss nicht, ob mich mit 30 noch jemand sehen will oder ich überhaupt noch Lust habe, mich vor die Kamera zu setzen und Quatsch zu erzählen. Ich kann mir jetzt im Moment aber nicht vorstellen, mit Youtube aufzuhören.

    Julia, vielen Dank für das Interview.

    Mehr: Vom Influencer zum Insolvenzler – Finanzämter nehmen Social-Media-Stars in den Fokus

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